Bäume an über 60.000 Probepunkten in ganz Deutschland werden vermessen



Wie hat sich der Wald in den letzten Jahren verändert? Wächst mehr Holz nach als genutzt wird? Fragen dieser Art wird die vom Johann Heinrich von Thünen-Institut (vTI) koordinierte dritte Bundeswaldinventur beantworten, die in diesem Frühjahr beginnt. 60 Inventurtrupps werden dazu rund 60.000 über ganz Deutschland verteilte Probepunkte aufsuchen, etwa 400.000 Probebäume vermessen und viele weitere Daten erheben.
Bundeswaldinventur
Vor dem Beginn der Aufnahmen werden die Inventurtrupps von Mitarbeitern des vTI geschult. Die Inventurverfahren und die verwendeten Mess- und Navigationstechniken sind komplex. Es gilt zum Beispiel zu lernen, wie man den vorgeschriebenen Probepunkt im Gelände findet, wie Probebäume ausgewählt und vermessen werden, wie Totholz , Waldränder, Waldlebensraumtypen, Wildverbiss und Stammschäden gezählt, gemessen und beschrieben werden. Auch der Datenfluss zwischen Inventurtrupp, Landesinventurleitung und Bundesinventurleitung muss funktionieren.

Die Datenerhebung wird bis Dezember 2012 dauern. Zum Teil sind an denselben Probepunkten bereits in den Jahren 1987, 2002 und 2008 vergleichbare Erhebungen durchgeführt worden. Nach einer Änderung des Bundeswaldgesetzes sind solche Aufnahmen nun alle zehn Jahre vorgeschrieben. Die wissenschaftliche Vorbereitung und Koordinierung sowie die Auswertung der Aufnahmen liegt in den Händen des zum Johann Heinrich von Thünen-Instituts gehörenden Instituts für Waldökologie und Waldinventuren. Für die Datenerhebung und den Einsatz der Feldaufnahmetrupps sind Landesinventurleitungen zuständig. Die Gesamtkoordinierung obliegt dem Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz.

Der Zeitplan sieht im Jahr 2013 die Überprüfung und Komplettierung der Daten und 2014 die Auswertung und Analyse vor. Dann werden wir zum Beispiel wissen, welche Baumarten Fläche gewonnen und welche verloren haben, in welchem Verhältnis Holzzuwachs und Holznutzung stehen und wie sich die Naturnähe, der Totholzvorrat oder die CO2-Speicherung in unseren Wäldern entwickelt haben. Modellrechnungen werden auch zeigen, wie sich die Wälder und das potenzielle Rohholzaufkommen künftig entwickeln könnten.

Wie schon bei den früheren Erhebungen, werden die Ergebnisse von vielen Interessensgruppen mit Spannung erwartet. Wirtschaft, Politik und Wissenschaft benötigen sie für eine Situationsanalyse und die künftige Gestaltung unserer Wälder sowie die nachhaltige Nutzung des Rohstoffs Holz.

Autor:
Holzi am 15. Mär. 2011 um 17:50 Uhr
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