Branchenkrise führt zur Insolvenz der französischen Tochter



Die Klenk Holz France SAS, Volgelsheim, hat heute beim Gericht in Colmar einen Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens gestellt. Für die Muttergesellschaft Klenk Holz AG, Oberrot, trägt dieser Schritt ganz entscheidend zur Sicherung der Zukunft der deutschen Standorte bei. Vorstandsvorsitzender Dr. Günter Hegemann betonte: „Mit der Schließung des Werkes Volgelsheim stärken wir den Kern der Klenk-Gruppe und sichern 1.350 Arbeitsplätze in Deutschland mit Schwerpunkt in Baden-Württemberg.“

Der jetzt vollzogene Schritt sei Klenk nicht leicht gefallen. Vor dem Hintergrund der außergewöhnlichen Branchenkrise habe es dazu jedoch keine Alternative gegeben. Für die verbleibenden deutschen Standorte sei damit der Weg frei, den eingeleiteten Restrukturierungprozess zeitnah erfolgreich abschließen zu können. Entscheidend sei in diesem Zusammenhang, dass die Finanzierer der Klenk-Gruppe diesen Prozess konstruktiv begleiten würden und durch ihr Vertrauen in die Zukunftsfähigkeit der Gruppe diesen „Befreiungsschlag“ ermöglicht hätten. Die Geschicke des elsässischen Werkes leitet von nun an ein vom Gericht zu bestellender Insolvenzverwalter.

„Klenk bleibt weiterhin für die Kunden und Lieferanten der absolut verlässliche Partner“, versicherte Klaus Böltz, Leiter der Unternehmenskommunikation bei Klenk. Die Schließung des Werkes in Volgelsheim habe keinerlei Auswirkungen auf die Belieferung des französischen Marktes. Bereits in der Vergangenheit seinen wesentliche Teile des Produktportfolios für Frankreich an den deutschen Klenk-Standorten erzeugt worden. „Klenk ist ein großer Akteur auf dem Frankreichmarkt, wir werden diesen strategisch weiter ausbauen und auf die Bedürfnisse der Kunden hin weiter ausrichten“, hob der Unternehmenssprecher hervor. Klenk sei nach wie vor der größte Rohholzverarbeiter in Baden-Württemberg und werde alle gewachsenen Lieferbeziehungen aufrechterhalten.

Rückblickend müsse man leider feststellen, dass das in Volgelsheim gestartete Projekt der industriellen Starkholzverarbeitung nicht zum Erfolg geführt habe. „Die erforderliche Wertschöpfung hat sich nicht erzielen lassen. Das hat am hohen Preis aber auch an der mangelnden Qualität des Starkholzes gelegen“, erläutert Böltz. Als Folge der hohen Verluste musste über Jahre hinweg die französische Gesellschaft mit Liquidität durch die Klenk Holz AG versorgt werden. Die Existenz bedrohende Entwicklung in der Sägeindustrie erlaube es der deutschen Muttergesellschaft einfach nicht mehr, für diese Verluste einzustehen.

Das Unternehmen leiste mit dieser Entscheidung auch einen gewichtigen Beitrag zur Kapazitätsbereinigung in der Sägeindustrie, die von allen Marktteilnehmern vehement gefordert werde. Bereits im Vorjahr habe die Klenk-Gruppe mit der Einschnittsreduktion von 3,4 auf 2,9 Mio. fm überproportional zur Marktentlastung beigetragen. In diesem Jahr werde der Einschnitt nochmals reduziert.

Die Klenk-Gruppe zählt zu den führenden Säge- und Holzbearbeitungsunternehmen in Europa. Der Jahreseinschnitt beträgt an den deutschen Standorten rund 2,5 Mio. Festmeter, der größte Teil des Holzes wird weiterverarbeitet. An den vier Standorten Oberrot, Gaildorf, Baruth, und Wolfegg sowie beim konzerneigenen Einschlags- und Logistikunternehmen TTW Waldpflege sind ca. 1.350 Mitarbeiter beschäftigt. Mit der EnBW Klenk Holzenergie GmbH, einem Joint-Venture mit der Energie Baden-Württemberg AG , betreibt das Unternehmen die Biomasse -Heizkraftwerke an den Standorten Oberrot und Baruth. An der Wald Plus GmbH einem forstlichen Bewirtschaftungsdienstleister ist Klenk zu 40 Prozent beteiligt.

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Holzi am 01. Apr. 2009 um 05:18 Uhr
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