Darauf sollten Verbraucher beim Kauf des umweltfreundlichen Rohstoffes Holz achten



Pyramiden , Räuchermännchen, Holzspielzeug und natürlich der Weihnachtsbaum: Mit der Adventszeit beginnt traditionell auch die Zeit, in der Holz in den Wohnzimmern der Deutschen wieder eine besonders wichtige Rolle spielt. Aber Holz ist nicht gleich Holz: „Beim Kauf von Holz und Holzprodukten sollten Verbraucher nicht nur auf den Preis achten, sondern auch auf die Herkunft. Ansonsten fördern sie eventuell Raubbau in anderen Teilen der Welt“, sagt Michael Rolland, Geschäftsführer der AGDW – Die Waldeigentümer. „Wer sich hingegen bewusst für heimisches Holz entscheidet, geht auf Nummer sicher, dass bei der Herstellung der Produkte auf strenge Nachhaltigkeitskriterien geachtet wird.“

Umfrage: 15 Prozent der Befragten ist egal, wo das Holz herkommt

Der Aspekt der Nachhaltigkeit ist umso wichtiger, da der umweltfreundliche und klimaneutrale Rohstoff immer beliebter wird. Der Hälfte der Deutschen (48 Prozent) gefällt Holz als Baumaterial für Häuser oder Möbel sehr gut. Allerdings legt nur jeder Dritte (32 Prozent) Wert darauf, dass das Holz aus Deutschland kommt. Jeder Fünfte (19 Prozent) bevorzugt Holz aus der Region. Das ergab eine repräsentative forsa-Umfrage im Auftrag der AGDW. Dem gegenüber stehen 15 Prozent der Deutschen, denen die Herkunft des Holzes egal ist.

Darum ist die Herkunft von Holz so wichtig

Aus Sicht von Michael Rolland sind diese Ergebnisse ein wichtiges Indiz dafür, dass großer Informations- und Aufklärungsbedarf besteht. „Es ist kurzsichtig und unverantwortlich, günstiges Holz aus Ländern zu kaufen, in denen weniger strenge Nachhaltigkeitskriterien gelten“, sagt Rolland. „Das schadet nicht nur der Umwelt, sondern gefährdet hierzulande auch die Arbeitsplätze tausender Waldbauern, die sich an die hiesigen strengen Gesetze halten.“ Oberste Handlungsmaxime der Waldbesitzer in Deutschland ist seit mehr als 300 Jahren das Prinzip der Nachhaltigkeit. Demnach wird dem Wald maximal nur so viel Holz entnommen, wie nachwachsen kann.

Das können Verbraucher für mehr Nachhaltigkeit tun

Verbraucher, die ein paar Dinge beachten, können ganz einfach selbst einen wichtigen Beitrag zu mehr Nachhaltigkeit leisten :

• Heimischen Holz den Vorzug geben: Holz- und Holzprodukte aus Deutschland stehen für kurze Anfahrtswege und hohe Standards. Daher ist der Import von Holz immer nur die zweitbeste Lösung – der Transport selbst verursacht den Ausstoß von CO2 und es besteht zudem die Gefahr, dass das Holz aus Regionen stammt, in denen Anbau und Ernte weniger nachhaltig sind.

• Tropenholz meiden: Aufgrund der großen Nachfrage nach Tropenholz werden zum Beispiel in Afrika oder Südamerika nach wie vor riesige Regenwaldflächen illegal abgeholzt. Wer auf Nummer sicher gehen und diesen Raubbau nicht unterstützen möchte, sollte kein Tropenholz kaufen – das heißt Finger weg von Holz mit exotischem Namen wie: Akazie, Bangkirai, Balau, Bongossi, Ipé, Mahagoni, Meranti, Palisander, Sapelli-Mahagoni, Sipo-Mahagoni oder Teak.

• Holz mit Gütesiegel kaufen: Gütesiegel sorgen für Sicherheit beim Kauf von Holzprodukten. So garantiert zum Beispiel das PEFC -Siegel, dass während des gesamten Herstellungsprozesses – vom Ernten des Rohstoffes bis zum Endprodukt – strenge Nachhaltigkeitskriterien eingehalten wurden. Dazu gehören beispielsweise auch die Berücksichtigung des Ökosystems Wald und die Arbeitsbedingungen von Holzfällern und Förstern.

• Nach Alternativen für Plantagenholz suchen: Nicht jedes vermeintliche Label steht tatsächlich für mehr Nachhaltigkeit. Holz mit der Aufschrift „umweltfreundlich, Plantagenholz“ hat mit heimischem Holz aus natürlichen Wäldern wenig zu tun. Denn: Holzplantagen sind keine echten Wälder, sondern artenarme und naturferne Monokulturen. Statt Plantagenhölzer zu kaufen, lieber auf umweltverträglichere Alternativen aus heimischen Wäldern zurückgreifen. Es steht in Optik und Beschaffenheit den exotischen Hölzern oftmals in nichts nach: Robinie oder schwarzer Nussbaum eignen sich als Teak-Ersatz, Lärchenholz ist beispielsweise eine gute Alternative zu Meranti.

• Langlebige Holzprodukte bevorzugen: Wer größere Anschaffungen aus Holz wie einen Esstisch oder Kleiderschrank plant, sollte sich nicht gleich für die günstigste Variante entscheiden. Langlebige Produkte haben zwar ihren Preis, halten aber auch länger. Hohe Qualität zahlt sich langfristig aus – für Verbraucher und für die Umwelt.

Autor:
Holzi am 06. Dez. 2013 um 05:51 Uhr
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