Die Gewinner des Innovationspreises 2010



Im Rahmen einer Feier im Audimax der Fachhochschule Brandenburg (FHB) sind am gestrigen Donnerstagabend die Gewinner der 9. Auflage des Wettbewerbs „Innovative Lösung praxisnaher Probleme in Brandenburg“ geehrt worden. Zuvor hatte sich die Jury des Innovationspreises sehr erfreut gezeigt über die Steigerung sowohl der Quantität als auch der Qualität der Einreichungen im Vergleich zu den vergangenen Jahren. Deshalb fiel die Entscheidung der Jury recht knapp aus.

Der mit 3.000 Euro dotierte 1. Preis geht an das Projekt Woodtracker, das Prof. Dr. Thomas Preuß, Jonas Brüstel und Martin Weigel entwickelt haben, um den Abtransport von Holz aus dem Wald effizienter zu gestalten. 2.000 Euro erhält die zweitplatzierte Entwicklung, beheizbare Motorradreifen zur Verbesserung der Bodenhaftung, die Silvio Baumann und Mourice Sebastian, beide Auszubildende der Heidelberger Druckmaschinen AG am Standort Brandenburg an der Havel, eingereicht haben. Auf Platz 3 (1.000 Euro) kam die Entwicklung eines Feststoffbrenners für die vollautomatische Verbrennung von Holzpellets von Hagen Lempe aus Angermünde. Den Sonderpreis für Existenzgründer (500 Euro) vergab die Jury an Z&Z Bottle-Creations für die geplante Herstellung und Vermarktung von ungewöhnlich gestalteten Getränkebehältern.

Moderne Navigation im Wald

In handelsüblichen Navigationsgeräten sind die Straßen in Deutschland gut erfasst. Anders sieht es mit Feld- und Waldwegen aus, die allerdings für die Holzindustrie von Bedeutung sind. Denn den Fahrer eines Transportunternehmens einzuweisen, wo er die zu transportierenden Holzpolter findet, ist derzeit mit hohem Zeit- und Personalaufwand verbunden, so dass Transportkosten in Deutschland fast ein Drittel der Holzkosten ausmachen. Mit diesem Problem wandte sich die Forstwirtschaftliche Vereinigung Brandenburg e.V. (FVB), deren Mitglieder Forstbetriebsgemeinschaften, waldbesitzende Körperschaften und große private Forstbetriebe sind, an die Unternehmen Masuch Informationssysteme in Kyritz und edv plan GmbH in Neuruppin. Diese fanden in Prof. Dr. Thomas Preuss sowie den Akademischen Mitarbeitern Jonas Brüstel und Martin Weigel die geeigneten Partner für eine zeitgemäße Lösung.

Die mobile Anwendung Woodtracker nutzt das Konzept des „User Generated Content“, also des von Nutzern erzeugten Inhalts. Es ist ein typisches Prinzip des so genannten Web 2.0, das beispielsweise beim bekannten Online-Lexikon Wikipedia zum Tragen kommt. Dieses Konzept wandte das Projektteam nun auf die Navigation an: Mit einer neuen Handygeneration, so genannten Smartphones, können die Nutzer des Systems ihre Wege durch den Wald aufzeichnen. Durch viele solcher Aufzeichnungen erkennt das Programm, welche Wege genutzt werden können und wo umgestürzte Bäume oder eine Überflutung vielleicht eine Sackgasse erzeugen. Die Nutzer können zudem bestimmte Stellen auf der Karte markieren und Informationen dazu auf den zentralen Server hochladen.

Das Projektteam kann sich neben der Verwendung in der Holzindustrie noch zahlreiche andere Anwendungen vorstellen, etwa im Tourismus (Wanderwege, Informationen in Naturschutzgebieten), bei Ordnungsdiensten oder bei der Navigation von Behinderten.

Automatische Verbrennung von Holzpellets

Pelletheizungen haben in Deutschland hohe Wachstumsraten zu verzeichnen. Holzpellets zeichnet ihr relativ stabiler Preis aus, der seit etwa 2004 erheblich unter dem von Heizöl und Erdgas liegt. Wenn man einen nachhaltigen Anbau von Biomasse voraussetzt, wird bei der Verbrennung von Holzpellets nur jene Menge Kohlendioxid (CO2) freigesetzt, die zuvor durch das Pflanzenwachstum der Atmosphäre entzogen wurde. Nach Recherchen des Projektteams gibt es bisher keinen deutschen Hersteller von Pelletbrennern, es gebe jedoch eine Vielzahl von Produzenten, deren Holzheizkessel durch geringfügige Änderungsmaßnahmen mit dem entwickelten Brenner zusammen betrieben werden können. Mit einer Wärmeleistung von 10 bis 25 Kilowatt ist der Brenner für Eigenheime geeignet, aber auch Einsatzgebiete wie Wäscherei oder Bäckerei sind sinnvoll. Bei Tests konnte ein relativ hoher feuerungstechnischer Wirkungsgrad von 96 Prozent nachgewiesen werden.

Hagen Lempe entwickelte den Feststoffbrenner im Rahmen seiner Maschinenbau-Diplomarbeit im Ingenieurbüro Industrieservice Lempe in Angermünde, dessen Inhaber sein Vater Ing. Horst Lempe ist. Für die Bereitstellung von Fertigungstechnologien und Erprobungsmöglichkeiten wurde mit der SL-Systemlösung Haustechnik GmbH (Großenhain) zusammengearbeitet, deren Geschäftsführer Hans Uwe Reimann das Projekt betreut hat.

Autor:
Holzi am 06. Dez. 2010 um 06:21 Uhr
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