Innovationen in der Verarbeitung von Leichtbauplatten



Leichtigkeit ist Trumpf, auch in der Holz - und Möbelindustrie. Wegen der steigenden Rohstoff- und Energiepreise wollen Möbelhersteller, Logistikunternehmen, Handwerker und Konsumenten Holzwerkstoffe mit geringem Gewicht. Der Einsatzbereich der leichten und rohstoffeffizienten Holzwerkstoffe breitet sich immer weiter aus, nachdem die Technik für die Produktion und Verarbeitung der leichtgewichtigen Platten in jüngster Zeit weiter fortgeschritten ist: Im Laden- und Messebau, bei Innentüren, Tischen, Regalen, variablen Büroeinrichtungen, modernen Wohnraumkonzepten und nicht zuletzt bei Küchen und Arbeitsplatten haben die Leichtgewichte ihren festen Platz gefunden. Die Sandwichkonstruktion mit Decklagen aus dünnen Span- oder Mdf-Platten und einer Mittellage aus Kartonwabe mit einer Dicke von 16 bis 100 Millimetern hat die gleiche Festigkeit wie eine Vollplatte. Sie hat jedoch ein um 20 Prozent (22-Millimeter-Platte) bis 80 Prozent (80-Millimeter-Platte) geringeres Gewicht als diese. Die Rohplatte kann individuell mit Schichtstoff, Finishfolie, Lack oder Furnier versehen werden.

Die Entwicklung der Leichtbauplatten kam einer kleinen technischen Revolution gleich: Denn nicht nur die Produktion der leichten Platten musste industrietauglich gemacht werden, sondern die gesamte Technologie in der Verarbeitung einschließlich der Zulieferprodukte musste neu entwickelt werden. Vorschubgeschwindigkeiten von 14 Metern pro Minute, was rund 35 000 Quadratmetern Wabenplatten täglich bedeutet, sind die Regel.

Wichtige Fragen der Kanten- und Beschlagtechnik sind inzwischen gelöst und erlauben einen industriellen Einsatz der Platten in der Möbel­industrie. Entweder besitzt die Schmalfläche der Leichtbauplatte gleich nach der Herstellung eine ausreichende Stabilität, oder diese Stabilität muss bei der Verarbeitung mit einem geeigneten Verfahren erzeugt werden. Darauf basierend gibt es unterschiedliche Methoden, welche zum Verschließen der Schmalfläche von Leichtbauplatten eingesetzt werden können.

Sind die Dicke der Deckschichten der Wabenplatte und die Eigensteifigkeit der Dekorkante ausreichend groß, kann die Dekorkante an den beiden Schmalflächen der Deckschichten angeleimt werden. Die Nachbearbeitungsaggregate müssen teilweise angepasst werden, damit die Leichtbauplatte nicht im Randbereich durch die Tastkräfte der Bearbeitungsaggregate zusammengedrückt wird. Bei diesem Verfahren benötigt die Maschine zum Kantenanleimen keine weiteren Zusatz­ein­rich­tungen. Bei dünnen Deckschichten der Wabenplatte sind die Klebeflächen für eine ausreichende Haftung zu klein. In diesem Fall wird teilweise das Stützkanten-Verfahren eingesetzt, um die Schmalfläche der Leichtbauplatte zu verschließen. Das Stützkanten-Verfahren hat jedoch einige entscheidende Nachteile: Auf der Maschine müssen entweder zwei Verleimteile aufgebaut werden, um die Stütz- und Dekorkante zu verleimen, oder es muss, bei nur einem Verleimteil, je Werkstückseite zweimal durch die Maschine gefahren werden.

Diese Nachteile vermeidet das neu entwickelte DoubleEdge-Verfahren. Hierbei wird wie beim Bekanten von Spanplatten nur ein Verleimteil auf der Maschine aufgebaut und auch bloß einmal je Seite durch die Maschine gefahren. Die stabilisierende Eigenschaft der Stützkante wird dadurch erreicht, dass diese mit der Dekorkante innerhalb des Verleimteils verklebt und anschließend der Verbund aus Stütz- und Dekorkante an die Schmalfläche der Wabenplatte angeleimt wird. Das DoubleEdge-Verfahren macht das Bekanten von Leichtbauplatten auf Bearbeitungszentren um rund 80 Prozent schneller, was einer Kosteneinsparung von 50 Prozent entspricht. Mit dieser Technologie können Wabenplatten wirtschaftlich auf einem Bearbeitungszentrum bekantet werden.

Weitere Fortschritte in der Bearbeitung von Leichtbauplatten werden auf der LIGNA HANNOVER 2009 vom 18. bis 22. Mai, der weltweit größten Messe für die Forst- und Holzwirtschaft, präsentiert. Aufgrund der zunehmenden Bedeutung der Leichtbauplatten haben alle Hersteller von Anlagen und Werkzeugen in den vergangenen beiden Jahren ihre Entwicklungsarbeit auf die optimierte Bearbeitung dieser Werkstoffe konzentriert.

Autor:
Holzi am 16. Feb. 2009 um 10:37 Uhr
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