Die neue Holzklasse



Architekten und Bauherren haben Holz verstärkt auf dem Zettel. Als Baumaterial stößt Holz in immer neue Dimensionen vor: Hochhäuser, Achterbahnen und Windräder profitieren von den ökologischen und hochwertigen Eigenschaften.

Holz ist der Baustoff der Zukunft...

...so lautet das Ergebnis einer Umfrage des Marktforschungsunternehmens BauInfoConsult unter 180 Architekten und Planern. Nach ihren Baustoff-Trends für den Zeitraum bis zum Jahr 2016 befragt, erwarten sie einzig bei Holz entsprechendes Wachstum. Hier gehen die Experten bis 2016 davon aus, dass der nachwachsende Rohstoff um fast neun Prozent zulegen wird. Ganz im Gegensatz zu anderen Baumaterialien wie Stahl, Ziegel oder Mauerstein, die stagnieren oder sogar rückläufig nachgefragt werden. Doch mittlerweile wird nicht nur in Wohngebäuden auf Holz gesetzt. Hochhäuser, Achterbahnen, Windräder, Messedächer, Brücken, Hotels und Hallen erschließen das Potenzial des modernen Holzbaus .

Vom 14. bis 19. Januar überzeugen sich Besucher der Bau 2013 in München in Halle B5 von den verschiedenen Vorzügen des Baustoffs Holz. Die Weltleitmesse fuÿr Architektur, Materialien und Systeme hebt die hohe Bedeutung nachhaltigen Handelns für die Bauwirtschaft hervor. Was viele nicht wissen: Der Begriff Nachhaltigkeit hatte seinen Ursprung im Jahr 1713 in der deutschen Forstwirtschaft. Lars Schmidt, Generalsekretär des Verbandes der Deutschen Säge- und Holzindustrie, erläutert: „Die Betriebe der Forst- und Holzwirtschaft nutzen diese 300-jährige Erfahrung und investieren in Forschung, um noch besser zu werden.“ Dies gilt insbesondere für Bauholz. So wird auf der Baumesse erstmals ein neu entwickeltes Furnierschichtholz aus Buche vorgeführt, das die hervorragenden Festigkeitseigenschaften dieser Laubbaumart auch für den Holzbau nutzt. Unter den rund 2.000 Ausstellern der Bau sind zahlreiche Betriebe des Verbandes der Deutschen Säge- und Holzindustrie. Sie präsentieren dort innovative Produktverfahren und für unterschiedliche Einsatzbedingungen geeignete Produkte.

Bauholz: CO2-Speicher, Wärmedämmer, Energiesparer

Kommt der nachwachsende Rohstoff Holz verstärkt im Hausbau zum Einsatz, kann auf andere Materialien wie Stahl oder Beton verzichtet werden, bei deren Produktion mehr Energie eingesetzt wird. Darüber hinaus speichern die verschiedenen Wohnungskomponenten den klimaschädlichen Kohlenstoff über die komplette Nutzungsdauer. Ein Einfamilienhaus aus Holz entlastet das Klima zum Beispiel jedes Jahr um bis zu 80 Tonnen CO2. Laut einer Berechnung des Thünen-Instituts für Holzforschung sparen die Deutschen jedes Jahr durch die stoffliche Verwendung von Holz 75 Millionen Tonnen CO2 ein. Durch die energetische Verwertung kommen weitere 30 Millionen Tonnen hinzu. „Diese 105 Millionen Tonnen CO2 entsprechen 13 Prozent der gesamten Treibhausgasemissionen in der Bundesrepublik“, verdeutlicht Schmidt. „Wird der Rohstoff Holz zukünftig verstärkt im Bauwesen eingesetzt, verbessert sich diese Bilanz. Denn hier kann von sehr langen Lebenszyklen der Produkte ausgegangenen werden.“ Ein weiterer Vorteil: Die Wärmedämmmeigenschaften von Holz sind unschlagbar. Holzfassaden tragen dazu bei, die Wärmedämmung des Hauses wesentlich zu verbessern. Das Material kann dabei ohne größere Instandsetzungsmaßnahmen auf die Außenwand montiert werden. Alle handelsüblichen Dämmstoffe lassen sich problemlos mit einer Holzfassade kombinieren. Mit einem mit Holz verkleideten, vollständig sanierten und energetisch modernisierten Haus, verbrauchen Bauherren zum Beispiel bis zu 80 Prozent weniger Heizöl.

Bauholz-Produkte aus sicherer Quelle

Die Erzeugnisse der deutschen Holzindustrie werden aus legal geerntetem Holz verarbeitet - deshalb entsprechen sie auch der neuen EU-Holzverordnung. Nach dieser Regelung sind Unternehmen, die Holz oder Holzerzeugnisse erstmals in Verkehr bringen, ab März 2013 gesetzlich dazu verpflichtet, sich durch geeignete Dokumente und Maßnahmen davon zu überzeugen, dass ihre Produkte aus legalem Holzeinschlag stammen. Dieser EU-Vorstoß verstärkt das gute Gewissen beim Bauholz-Einsatz. Zudem können sich Architekten und Planer, die im Rahmen von ökologischen Bauvorhaben vor der Aufgabe stehen, geeignete Produkte auszuwählen, mithilfe von Umweltproduktdeklarationen - so genannten EPD's - informieren. Diese Deklarationen treffen Aussagen über die Umwelteigenschaften eines Produktes, beispielsweise in welchem Ausmaß ein Produkt zu Treibhauseffekt, Versauerung, Überdüngung, Zerstörung der Ozonschicht und Smogbildung beiträgt. Da auch bald für alle Bauholz-Produkte EPD's zur Verfügung stehen, wird die positive Umweltbilanz schnell und transparent erkennbar sein.

Autor:
Holzi am 24. Jan. 2013 um 09:35 Uhr
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