„Tiny Houses“ aus Holz - Klein, grün und günstig



Minihaus, Mikrohaus oder Kleinhaus – das sind deutsche Begriffe für die Häuschen der „Tiny House“- Bewegung. Der neue Trend im Bauen kommt aus den USA, und findet langsam immer mehr Anhänger in Europa: „Tiny Houses“, „winzige Häuschen“, sind das Ergebnis einer konsequenten Beschränkung auf das Wesentliche. Die Grundidee ist dabei, nachhaltig und kostenreduziert zu leben.
Tiny Houses, winzige Häuschen
Statt mit Quadratmetern zu protzen, vereinfachen die Bewohner von Mini-Häusern ihre Lebensführung, befreien ihre Lebensräume von unnötigem Kram und Ballast und konzentrieren sich auf das Leben, anstatt jahrzehntelang für die Abzahlung von Bau-Krediten zu ackern. Angesichts exorbitant steigender Immobilienpreise in den Großstädten und Ballungsräumen, und im Hinblick auf die wachsende Zahl an Single-Haushalten wird die Idee der Mikrohäuser auch in Deutschland immer populärer.

Die neuen Kleinsthäuser, die zum Teil unter 20 Quadratmetern Wohnfläche aufweisen, haben viele Vorteile: Sie sind kostengünstig zu bauen und bleiben kostengünstig, da kaum Fläche verbaut wird und die Heizkosten für so kleine Räume kaum ins Gewicht fallen.
Minihäuser sind überschaubar und rasch zu putzen. Das ist ein ganz pragmatischer Vorteil der Raumbeschränkung, der jedoch viel Freiraum für wichtigere Dinge eröffnet.

So manches innovative Minihaus ist so klein, dass es auf einen Anhänger montiert werden kann. So lässt es sich problemlos von einem Ort an den anderen transportieren. Unsere mobile Gesellschaft legt vielen Menschen ein regelrechtes Nomadendasein auf. Das Kleinsthaus auf Rädern kann mitziehen, so dass ein beruflich notwendiger Umzug nicht bedeuten muss, das eigene vertraute Heim zurücklassen zu müssen.

Der ökologische Hintergrund der geringen Wohnfläche beim „Tiny-House-Movement“ ist die Reduzierung des ökologischen Fußabdrucks. Daher legen die Erbauer der „Tiny Houses“ viel Wert auf eine gute CO2-Bilanz. Ökologische Baustoffe, Nachhaltigkeit und ein geringer Energiebedarf sind daher nahezu eine Selbstverständlichkeit bei Bau der Mini-Häuser.

Für diese Ziele werden oft ganz individuelle Lösungen gefunden. Solarzellen auf dem Dach oder ein kleiner holzbefeuerter Grundofen – ein Kleinhaus braucht nicht viel Energie, um autark zu sein. Die ökologischen Minihäuser setzen sich deutlich ab von Luxus-Wohnwagen in Kunststoff und Alu. Natürliche Baustoffe, oft Holz , und eine gute Wärmedämmung sorgen für ein angenehmes Raumklima. Mit einer Komposttoilette oder der Nutzung des Regenwassers reduziert sich die Wasserverschwendung. „Grün“ und „günstig“ gehen bei den Minihäusern Hand in Hand. Für Minihäuser muss kein Regiment Bagger anrücken, um Erde auszuheben, zumal in der Regel keine Keller gebaut werden. Viele Häusle-Bauer legen überdies selbst Hand an und sparen so zusätzlich an den Baukosten.

Die Architekten und Erbauer von Kleinsthäusern sind Tüftler. Es ist ein Puzzlespiel, die beste Lösung zu finden, wie alle Teile eines Heimes in den kleinstmöglichen Raum eingepasst werden können. Die Nutzung desselben Raums oder Möbels für verschiedene Zwecke, intelligent aufgeteilter Stauraum unter der Treppe, eine Spiegelfläche im hochgeklappten Tisch: Dem Erfindungsreichtum sind kaum Grenzen gesetzt. Minihäuser nutzen den vorhandenen Raum mit einer Effizienz, die in unserer modernen Wohnkultur nahezu verloren gegangen ist.

Minihäuser aus Holz: ökologisch und flexibel

Um die Herausforderungen bei der Planung und beim Bau von Kleinsthäusern zu bewältigen, greifen viele Hausbauer auf den Rohstoff Holz zurück. Wie kaum ein anderes Baumaterial erfüllt Holz die besonderen Anforderungen an den Bau eines Kleinhauses: Holzbau steht für energiesparendes, gesundes und preiswertes Bauen.

Da Holz ein nachwachsender und recycelbarer Rohstoff ist, passt das Material wunderbar zur Philosophie der Kleinsthäuser, besonders wenn Holz aus heimischen und nachhaltig bewirtschafteten Wäldern gewählt wird. Außerdem wird für den Bau eines Holzhauses trotz Forstmaschinen viel weniger Energie benötigt als für konventionelle Bauweisen. Durch die Verwendung von möglichst naturbelassenen Hölzern setzten sich die innovativen Minihäuser deutlich von teuren, aber wenig nachhaltigen Wohnmobilen in Kunststoff und Stahl ab.

Holzhäuser punkten mit einem gesunden und ausgewogenen Raumklima. Massives Holz „atmet“ und reguliert darüber die Luftfeuchtigkeit eines Raumes. Indem das Holz Feuchtigkeit speichert und wieder abgibt, entsteht ein angenehmes Wohnklima. Das ist ein wichtiger Wohlfühlfaktor im Kleinsthaus. Für diesen Effekt ist jedoch wichtig, dass das Holz nicht mit Lacken zugeklebt wird oder nur noch in Form von leim -durchsetzten OSB -Platten Verwendung findet.

Holz ist wegen seiner Zellstruktur sehr wärmedämmend, so dass sich Holz für den Bau energetisch effektiver Häuser sehr gut eignet. Perfekt lässt sich Holz mit anderen natürlichen Wärmedämmstoffen wie zum Beispiel Hanf oder Holzfasern verbauen. Die Kombination von Wärmedämmstoffen mit Holz ermöglicht leichte Konstruktionen ohne dicke Mauerwände. Holzoberflächen fühlen sich überdies sehr angenehm und warm an.

Der Ausbau und die Inneneinrichtung von Kleinhäusern ist oft sehr komplex, da noch der letzte kleine Winkel zum Beispiel als Stauraum genutzt werden soll. Ein geschickter Schreiner kann hier mit hölzernen Einbauten wahre Wunder vollbringen und den Lebensraum ganz auf die Bedürfnisse der Bewohner zuschneiden. So lassen sich komfortable Wohnräume selbst auf der Grundfläche eines Gartenhäuschens realisieren.

Hürden und Chancen auf dem Weg zum Mini-Traumhaus

Der Bau von Kleinsthäusern aus Holz hat in Deutschland allerdings auch seine bürokratischen Tücken. Bauvorschriften, Bebauungspläne und Brandschutzordnungen erfordern eine gute Planung, da so manche Behörde wenig Verständnis für Minihäuser aufbringt, die nicht in das übliche Wirtschaftsdenken passen. Häuser auf Rollen sind vielen Gemeinden überdies generell ein Dorn im Auge und werden vielfach nicht als dauerhafter Wohnsitz zugelassen.

Doch wächst auch hierzulande das Bedürfnis nach Wohnformen, die aktuelle Wohntrends in Frage stellen. Was brauche ich wirklich, und was ist mir wichtig? Wer Wohnbedürfnisse konsequent hinterfragt, könnte zu der Erkenntnis kommen, dass „Tiny Houses“ tatsächlich völlig ausreichend sind.

Verkleinerung, „Downsizing“, liegt im Trend, und manch innovativer Entwurf eines Mini-Hauses zeigt, dass das nicht mit Verzicht und Einschränkung gleichzusetzen ist. Ein Umdenken ist jedoch nötig, um sich von liebgewonnenen kulturellen Vorstellungen und Gewohnheiten zu trennen. Platz und Bewegungsfreiheit oder ein gewisses Maß an Krempel und Nippes in der Wohnung sind ein nicht zu unterschätzendes Wohlfühlargument.

Die „Tiny-House“-Bewegung betont dagegen die Freiheit und persönliche Sicherheit, die sich in der Beschränkung eröffnet. Zweckmäßig, schön, einfach und überschaubar sind die Schlagworte der Mini-Häusler. So entstehen ganz eigene grüne und günstige Traumhäuser.

Bild : © Benjamin Chun, Flickr
https://www.flickr.com/photos/benchun/3625699371
https://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0/

Autor:
Holzi am 09. Apr. 2016 um 08:21 Uhr
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