Schädlingsbefall

cliff
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Hallo zusammen,
Kann mir jemand helfen?
Hab in meinem Holzlager bei etlichen Holzbrügeln unter der Rinde jede Menge weiße Maden entdeckt.
Holz wurde endsorgt.
Nun meine Frage:
Sollte ich mein Holzlager mit Gift oder ähnlichem behandeln und noch wichtiger.
Gehn mir die Mistviecher auch an Tropenholz?

Wäre über Infos und Tips dankebar.

Gruß Cliff

Holzi
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Nicht schlimm

Hi Cliff,
das ist nicht so schlimm, du brauchst nur die Rinde ab machen und das Holz säubern, dann kommen die Maden nicht wieder.

Schlimmer wäre es wenn du Bohrlöcher im Holz hast, dann sollte man das Holz so schnell wie möglich getrocknet bekommen auf unter 10% Holzfeuchte oder aber es verbrennen.

MfG

Michael Finger



arbor
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Warum auf unter 10%

Warum auf unter 10% Holzfeuchte ?

Warum sind unter der Rinde Maden?

Brennholz sollte man verbrennen, wertvolles Holz sollte man so herrichten daß es seinen Wert behält.

Schon mal was von IPPC-Behandlung gehört?

Das gleiche passiert bei der technischen Trocknung .
Sobald Eiweiß auf über 42 °C erwärmt wird gerinnt es.
Aus diesem Grunde sollte man bei wertvollen Hölzern eine technische Trocknung in Betracht ziehen.
Jedoch vorsicht mit Werten unter 10 % HF. 12-15 % sind für Hobbyschreiner weitestgehend ausreichend, da keine DIN eingehalten
werden muß und die Holzausgleichsfeuchte bei unserem Klima (durchschn. 20 °C bei 50-70 % Luftfeuchte) im Maximum adäquat zu einer HF von 15 % steht.

Mann , Mann hier sind mir Fachleute unterwegs.

Arbor



Holzi
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Hallo Arbor, ich begrüße

Hallo Arbor,
ich begrüße dich hier im Forum.

Unter 10% Holzfeuchte leben keine Käfer mehr die Frischholz angreifen, daher war immer diese Aussage, wenn es nicht anders machbar ist, das Holz erst mal auf 8% runter trocknen. ( Aussage von meinem Lehrer sogar in der Ausbildung )

Ich würde mal sagen, das Rundholz wurde falsch gelagert, daher die Maden unter der Rinde .

Ich denke das privat Leute keine technische Trocknung  zur Verfügung haben, aber die meisten haben einen sehr trockenen Raum der weniger wie 50% Luftfeuchte hat. Auch weiß ich aus Erfahrung das es bei den meisten weniger Luftfeuchte wie 50% in der Wohnung ist, auch wenn das nicht gesund ist.

So und was war jetzt falsch an der Aussage???

MfG

Michael finger
Holztechniker

Statistik->Die einzige Wissenschaft, bei der verschiedene Experten aus denselben Zahlen unterschiedliche Schlüsse ziehen können.
– Evan Esar (1899-1995), amerikanischer Humori



arbor
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Hallo zusammen Die Aussage,

Hallo zusammen

Die Aussage, daß Totholz -Schädlinge (Schädlinge die erst in das verarbeitete Holz gehen wie zum Beispel der klassische Holzwurm) nicht in Holz dieses Trockenheitsgrades leben ist schon richtig. Diese Holzfeuchte kann jedoch nur über eine technische Trocknung  eingestellt werden.
Im oben beschriebenen Falle handelt es sich
höchstwahrscheinlich um Lebendholz-Schädlinge (Schädlinge wie Borkenkäfer etc., die schon im Rundholz ihre Eier abgelegt haben).
Diese können über die Eiweißgerinnung bei der Trocknung unschädlich gemacht werden.

Wenn die techn. Trocknung einen zu großen Aufwand darstellt sollte das Schnittholz vor dem Stapeln derart besäumt werden, daß weder Rinde , Bast noch Splint sich an der Bohle befinden. Die meisten dieser Schädlinge befinden sich im Kambiumsbereich.

Somit wäre der Rat die Rinde zu entfernen unter "Nicht schlimm" gar nicht so falsch.
Säumlinge natürlich thermisch entsorgen.
Um noch genauere Aussagen zu treffen, müsste man natürlich auch etwas über Holzart, Form der Schädlinge, Lagerung etc. wissen.

Ich hoffe, daß die weißen Maden von den Holzbrügeln nicht das gute Exotenholz wegfuttern.
Wär ja wirklich schade drum.

Arbor



Gast
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@arbor: Grundsätzlich hast

@arbor:
Grundsätzlich hast Du ja Recht, aber im einzelnen stimmen Deine Angaben ganz und garnicht.

Die Hitzebehandlucng geschieht bei sehr hohen TEmperaturen, eine technische Trocknung  von Hart-Laubholz ist damit nicht vergleichbar. Generell gerinnen Eiweiße erst bei weit höheren Temperaturen als 42°, sonst müßte jeder Saunabesucher als Bratei dort rauskommen Smiley

@cliff:
Exotenhölzer sind im allgemeinen gegen einen Schädlingsbefall von heimischen Schädlingen eigentlich gefeit, Ausnahmen gibts natürlich. Grundsätzlich geschieht aber ein Schädlingsbefall meist erst ab einer Holzfeuchte die ein Überleben der LArve im Holz ermöglicht. Ansonsten verbleibt das gelegte Ei im Ruhestadium im Holz und stirbt langsam vor sich hin Smiley

Der geschilderte Schädlingsbefall sieht ganz nach einem Borkenkäfer aus, der sich noch im Wald eingenistet hat. Borkenkäfer leben im eiweißreichen KAmbium . (Buchdrucker oder sowas, Typographus. ) Dort findet man dann auch nach dem Ablösen der Rinde die Larven. Splintholzkäfer (wie zB Lineatus)-Larven findet nam nicht mehr, statt dessen findet man Bohrmehl und schwärzliche 1-2mm dicke Bohrlöcher die senkrecht wenige cm weit ins Holz reichen). Kernholzschädlinge haben große Bohrlöcher, die man eigentlich nur an den Stirnholzseiten bemerkt, bzw dann die Ausfluglöcher, aber da ist dann auch keine Larve mehr da.

Grundsätzlich würde ich den geschilderten Befall als "harmlos aber ekelerregend" einstufen Smiley Maßnahmen: Bretter besäumen , Rinde, Abfälle und anderen MIst zusammenkehren und entsorgen (durch den Ofen bitte!). UNd generell nur getrocknetes Holz einlagern. Hier hattest Du wohl sägefrisches Holz erwischt.

zu den Feuchteprozenten:
Da kann ich Arbor so einfach nciht recht geben. Für eine gute Verleimung sollten die 10% erreicht werden, sonst leidet die Qualität und Haltbarkeit der Verleimung drunter.
Die Gleichgewichtsfeuchte in Mitteleuropa beträgt für Holz in AD (Lufttrocken ) ca 15-18%, hier fühlen sich Holzzertörer noch grade so wohl. Das gilt aber für DRAUSSEN!!! In modernen Wohnungen werden durchaus unter Werte unter 12% erreicht, hier ist kein Holzschädling mehr lebensfähig (Ausnahme Hausschwamm , aber das ist ein Pilz), die LArven gehen in ein Dauerstadium über und sterben langsam ab

LG
HEin



arbor
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@Hein Ich verstehe nicht

@Hein

Ich verstehe nicht ganz wieso ich grundsätzlich Recht haben soll und im einzelnen meine Ausführungen
ganz und gar nicht stimmen.

Es geht bei der Hitzebehandlung immer um die Kerntemperatur.
Die wird natürlich durch höhere Umgebungstemperatur erreicht.

Zur Eiweißgerinnung:
Sowohl bei dem preiswerteren verfahren der reinen Hitzebehandlung nach IPPC sowie der
technischen Trocknung werden Kerntemperaturen über 42°C erreicht. Bei der Hitzebehandlung sind Kerntemperaturen um die 56 ° nachzuweisen.

Eiweiß gerinnt nun mal ab 42 °C. Bei einem Saunabesuch wird ja wohl niemand so übertreiben daß das Eiweiß in den
Zellen gerinnt. Soll jedoch schon vorgekommen sein.

Gruß Arbor



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