Holz ist das Gewebe, aus dem Bäume und Sträucher größtenteils bestehen. Unterhalb der Rinde befindet sich das Kambium - in diesem Bildungsgewebe wird Holz gebildet. Anhand der Anatomie des Holzes kann man erkennen, dass es aus unzähligen Holzgefäßen und Holzfasern besteht. Diese Fasern erstrecken sich längs und quer durch den Baum und bilden ein Gewebe mit vielfältigsten Eigenschaften.
Das Holz wird hauptsächlich unterschieden in Laub- und Nadelholz. Das Letztere wird auch Harz- und Schwarzholz genannt.
Mit dem Begriff Laubholz wird alles umfasst, was Blätter hat. Im Herbst verwelken diese und fallen ab - manche Bäume muten fast traurig an, so wie sie da stehen, ganz ohne ihre natürliche Zierde. Im Frühling dagegen sprießen die jungen Knospen und schlagen aus. Sie grünen und blühen und bringen teilweise Samen und Früchte.
Das Nadel- und Schwarzholz (Pinales oder Coniferae) hat zwar keine Blätter, aber dafür immergrüne Nadeln an den Ästen und Zweigen. Zu dieser Art zählen auch der Tannenbaum, die Fichte, Föhre und Kiefer, oder die Lärche und Wacholderbaum.
Eine Ausnahmestellung nehmen die Tropenhölzer ein, die andere Charakteristika im Aufbau und in der Faserstruktur aufweisen. Sie verfügen über hervorragende mechanische Eigenschaften, sind dauerhafter und auch dank ihre Maserungen sind sehr beliebt. Zu ihnen zählen z.B. Mahagoni, Palisander, Ramin, Teak, Meranti oder Balsaholz.
Ferner wird das Holz in Hartholz, Weichholz und Buschholz unterschieden. Harthölzer weisen eine enge Faserstruktur auf und sind daher sehr hart und schwer. Zu diesen Hölzern gehören Ahorn, Buche, Apfelbaum, Birke, Birnbaum, Eberesche, der Ebrisch-Beer-Baum, Eiche, Erle, Eller, Esche, Rüster- oder Ulmen-Holz und der Wacholderbeerbaum. In Afrika und Indien gibt es Hartholzarten, die nicht schwimmen können - ihre Dichte ist einfach zu hoch!
Weichhölzer besitzen eine geringere Dichte, lassen sich gut bearbeiten und sind schnellwachsend. Zu ihnen gehören Espen, Fichten, Föhren und Kiefern, Haselnussholz (welches gleichzeitig zum Buschholz zählt), Kirschholz, Linden, Pappeln, Tannen und alle Arten des Weidenholzes.
Zu den Buschhölzern zählen allerlei Arten Dornen, Creutz-Dorn, Kratz- und Brombeerstrauch, Hagebutte und Wilder-Rosen-Dorn, Schwarzdorn und Weißdorn, ferner der Drosselbeerstrauch, Hahnehüfftenholz (Hahne-Hütgen Anies-Zweck oder Spindelbaum), Haseln-Hertern Hollunder-Faul-Baum, (Scherpen- oder Wiedebaum), Schießbeerstrauch, Rhein-weiden (Lugrustum) Saal-Weiden und viele weitere Weidenarten (Salix).
Holz lässt sich auch in Oberholz, Stammholz und Unterholz (auch Schlag- oder lebendiges Holz genannt) unterscheiden. Auch wenn unter solchen Hölzern eine Tanne, Fichte oder eine Kiefer aufwächst, gilt diese Einteilung nur für Laubbäume. Man nennt als Unterscheidung auch manchmal Schlag- oder lebendiges Holz.
Das Oberholz und Stammholz entwickelt sich zum Hauptstamm eines Baumes. Das Unterholz entwickelt sich unterhalb der Baumkronen und ist meist in Form von Büschen und Sträuchern sichtbar. Das Unterholz wird unter dem oberen Holz jung abgehauen und bekommt Stöcke, welche Latten treiben. Diese werden von Zeit zu Zeit abgesteckt.
Als Oberholz sind besonders die Eichen, Buchen, Castanien-Wilden, Äpfel-, Birnen- und Kirschbäume, Ebereschenbäume, Ahorn, Aspen, Birken, Eschen, Rüstern u.v.m. gut geeignet.
Als Unterholz dienen die Eiche, Rüster, Maß-Eller, Buche, Birke, Erle, Ahorn, Eschen-Flügenwild, Obst- und Kastanienbaum, Haselnussstauden, und wo nasser Boden vorhanden, die Aspe, Erle, Pappel-Baum und Weide.
Die verschiedenen Holzarten lassen sich natürlich auch nach Ihrem Verwendungszweck klassifizieren. Die gröbste Unterteilung erfolgt in Bauholz, Nutzholz, Geschirrholz bzw. Schierholz und Brennholz.
Für das Bauholz nutzt man die stabilen mechanischen Eigenschaften des Holzes. Aus Bohlenholz können Bretter und Bohlen verschiedener Länge geschnitten werden, Zimmerholz wird zu Schwellen und Balken verarbeitet. Aus Sparholz werden Riegel und Sparren gefertigt (Ziegel - und Strohsparren). Aus Fass- und Klappholz entstehen verschiedenste Tauben und Fässer.
Das Brennholz dient, wie der Name schon sagt, zur Feuerung - und da ist eine Holzart besser als die andere! Bevorzugt werden Birken, Ellerne und Weißbuchen, denn diese garantieren nicht nur eine große Hitze, sondern auch eine lange Brenndauer. Zum Malz-Darren und als Schmauchfeuer in Ziegelöfen wird verstärkt Eichenholz verwendet, bei der Brauerei und Bäckerei ist das Tann-Fichten-Kühn-Förne und Aspen-Holz das Geeignetste.
Für Brennhölzer gibt es noch traditionelle Längen- und Maßeinheiten, wie zum Beispiel das Klobenholz, das mit großen Scheiten daherkommt, oder das Klafterholz, das aus kleineren Scheiten besteht (Kern-Scheite aus dem Stamm oder großen Ästen sowie kleine Stock-Scheite aus Ästen und Wurzeln).
Darüberhinaus gibt es Schockholz aus den Ästen gefällter Bäume, diese Art wird schockweise verkauft - genauso wie das Reißholz, das in Wellen gebunden wird. Das sogenannte Bundholz besteht aus Schlag- oder Unterholz und wird aufgebunden. Vereinzeltes Holz, das auf dem Waldboden liegt und nicht erst von Bäumen getrennt werden muss, bezeichnet man als Leseholz. Zum Flößerholz siehe bei Flöße, Tom. IX. P. 1254.
Nach althergebrachter Art soll mit dem Brennholz wie folgt verfahren werden:
„Das Brenn-Holz, soviel man bei einer Haushaltung das ganze Jahr hindurch an Klafter-Scheiten nötig hat, soll ein guter und vorsichtiger Hauswirt nach geendigter Bestellung des Winterfeldes in wachsenden Monden zurechthauen! Und nach und nach an gelegenen Tagen, wenn der Erdboden fein und hart gefroren, einführen. Und ein jedes, nachdem er es zum Einheizen, Backen oder Kochen bedarf, spalten und an seinen gehörigen Ort legen lassen.“
In früheren Zeiten war Holz noch etwas besonderes, unverzichtbar und von den Menschen geehrt. Hier ein Auszug über den richtigen und rücksichtsvollen Umgang mit Hölzern, von Zedler aus den Jahre 1733:
„Gleich wie das Holz eines von denen unentbehrlichsten Stücken im gemeinem Leben, und an dessen Erhaltung einem Lande, so von Gott damit begabet ist, unbeschreiblich viel gelegen ist! Also ist ein höchst-nöthiges Stücke der Haushaltung mit dem Holz pfleglich umzugehen. Das heißt, nicht nur das schlagbare Holz nützlich und sparsam zu gebrauchen, sondern auch den Wiederwachs gewöhnlich und gehörig zu befördern; insonders aber die Gehaue ordentlich zu halten, das Holz nach seiner eigenen oder auch des Bodens unterschiedener Art, nicht zu zeitig abzuräumen, hingegen aber nicht so lange. Bis es überstängig geworden, oder wieder zu verdörren anfängt, auf dem Stämme zu lassen; vornehmlich aber das jenige, so im Mittelwuchs begriffen, weil es als den an Stamme und Ästen am besten zunimmt, zu schonen: das Unter- oder Schlagholz nicht eher als wenn das Laub abfällt, auch nicht mehr, wenn es wieder auszuschlagen anfängt, also von Weinmonate bis in den März zu hauen. Das gehauene Holz ist zeitig wegzuschaffen; den Boden von Reisig, Spänen, Gewürtzel, und dergleichen, so viel möglich reinigen. Die Stock-Räume mit dem Vieh sind nicht eher, als bis der Wiederwachs eine genügsame Höhe, dass es ihm nicht mehr schaden könne, zu verstatten; den Anflug des Tannen-Holzes fleißig zu hegen, das Hopffen-Stangen, Reiff-Stäbe, Wein-Pfähle, und ander dergleichen Holz zu hauen nicht ohne Unterschiede zu zulassen; Laub-Streiffen, Laub- und Waldmist Samen, Baumschalen, Bast, Wied- und Besen-Reiß schneiden, Spieß-Ruten und Mayen-Bäume abschneiden, Teils völlig zu verwehren. Zum Teil aber die aus gewissen Ursachen zu Schulden kommende Erlaubnis so viel als möglich einzuschränken, welches auch wegen Äscherns, Kohlen-Brennens und Pech-Schabens und Hartz-Reissens zu beobachten ist, durch die Gehölze und jungen Schläge keine neue Straßen und Wege machen zu lassen und dergleichen.“