Gewicht (Rohgewicht und Raumgewicht)

Unter spezifischen Rohgewicht (vor 1938 in der Literatur als Wichte bezeichnet und seit 1971 wird es auch nicht mehr in der DIN verwendet) versteht man das Verhältnis des Gewichtes von 1m³ eines Stoffes, der frei von Hohlräumen ist, zum Gewicht von 1cm³ Wasser. Beim Holz ist das spezifische Rohgewicht also das Gewicht der Zellwandungssubstanz. Wobei das Rohgewicht von allen physikalischen Eigenschaften des Holzes als erstes Untersucht worden ist. Die klassische Arbeit „Mémoire sur les propriétés mécaniques du boris“ (Paris 1848) von E. Chevandier und G. Wertheim setzen die Zusammenstellung der Zahlen aus dem 18. und Beginn des 19. Jahrhunderts voraus. Durch das Rohgewicht kann die baugewerbliche Güte des Holzes beurteilt werden, war die allgemein vertretene Ansicht seit Buffon (Oeuvres de Buffon, Paris 1749-1788) und Duhamel du Monceau (Du Transport, de la conservation et de la force des bois, Paris 1776) Arbeit. Dieses stimmt aber nur bedingt in der Praxis, da Faserverlauf, Astigkeit und vor allem Holzfeuchte Einflussquellen auf die Eigenschaften des Holzes sind.

Das Rohgewicht wird ausgedrückt als Verhältnis von Gewicht zum Rauminhalt eines Körpers. Das Gewicht eines Köpers lässt sich einfach und sehr genau ermitteln. Beim Ermitteln von dem Körpervolumen vom Holz stößt man auf gewisse Schwierigkeiten. Theoretisch bieten sich zwei Wege an:
1.Volumenberechnung durch Abmessung, wobei das Probestück sauber bearbeitet und Riss frei sein muss. Was bei Holz durch die erforderliche Trocknung einige Schwierigkeiten auftreten, wie durch Schwinden verzerren desgeometrischen Querschnitte. Bei dichten Hölzern kaum vermeidbar nahezu unsichtbare Trockenrisse.
2.Berechnung nach dem Verdrängungsverfahren, durch Eintauchen des Probestückes in eine Flüssigkeit mit bekannten spezifischen Gewicht.

Bei Raumgewicht dagegen versteht man das Gewicht der Raumeinheit eines Stoffes einschließlich seiner Hohlräume und deren Inhalt.

Bei dem Raumgewicht sind zu unterscheiden:

Raumgewicht (waldtrocken):
Darunter verstehen wir das Raumgewicht von Holz, das die übliche Zeit im Wald abgelagert ist. Dieses ist geringer als das Raumgewicht (waldfrisch ), da das Holz im Laufe der Zeit austrocknet, da es Wasser abgibt. Sie schwangt natürlich selbst beim einzelnen Stamm stark. Raumgewicht (frisch) und Raumgewicht (waldtrocken) spielen beim Holztransport eine große Rolle. Im Übrigen geben sie über die Holzeigenschaften nur dann Auskunft, wenn gleichzeitig der Feuchtigkeitsgehalt angegeben wird.
Raumgewicht (lufttrocken ):
Dabei handelt es sich um das Raumgewicht von Holz, das längere Zeit an der Luft ausgetrocknet worden ist. Die Trocknungszeit hängt vom Zerkleinerungsgrad des Holzes, dem Zeitpunkt der Fällung, der Luftfeuchtigkeit ab. Holz das als lufttrocken bezeichnet wird, sollte im Winter nicht mehr als 20% seines Gewichtes an Feuchtigkeit enthalten. Die Technik bezeichnet als lufttrocken, Holz mit 12% Feuchtigkeit.
Darrgewicht (Raumgewicht, darrtrocken )
Hierunter versteht man das Raumgewicht von Holz zwischen 100°C und 105°C getrocknet worden ist. Das Darrgewicht ist sehr gut für Vergleiche der Holzsorten untereinander und zu wissenschaftlich-technischen Untersuchungen geeignet.
Raumgewicht (lufttrocken und darrtrocken) des Holzes schwanken stark von Holzart zu Holzart, aber auch innerhalb der einzelnen Holzart, selbst innerhalb desselben Stammes. Das schwere Holz (zum Beispiel: Veilchenholz) ist etwa zehnmal so schwer wie das leichte Balsaholz.

Da das Raumgewicht das Gewicht eines Stoffes einschließlich seiner Hohlräume darstellt und auch der Aufbau des Holzes im einzelnen Stamm hinsichtlich des Anteils an dünnwandigen, weitlichtigen Leitungsgeweben und dickwandigen, englichtigen Festigungsgeweben außerordentlich schwankt, ist das Raumgewicht auch nicht durch eine bestimmte Zahl, sondern nur durch einen Zahlenbereich darzustellen. Dabei können die Schwankungen in dem Raumgewicht bei einer Holzart so groß sein, dass Unterschiede zwischen Arten und Gattungen im Zellulosegehalt usw. überdeckt werden.

Die Literatur und Quellen aus den die Texte entstanden sind, findet man unter Literaturnachweis



Wurmi