Wasserbetten – Bauart – Pflege und Reinigung

Ein Bett besteht aus vier Teilen. Dem zwei Seitenteilen, Kopf- und Fußteil sowie dem Lattenrost, welches in den 60-iger und 70-iger Jahren auch Drahtfederboden genannt wurde. Diese Bezeichnung werden wahrscheinlich nur noch die Älteren unter den Tischlern kennen. Heutzutage nutzt man meistens ein Lattenrost oder ein sogenannten Rollrost aus Schichtholz oder Vollholz , die mit einem flexiblen Band oder Draht verbunden werden und für den nötigen Halt sorgen. Wobei es hier auch auf den Bau des Bettes ankommt, da ein Bett nicht immer eckig sein muss, sondern verschiedenste Formen annehmen kann.
rundes Bett mit geformeten Elementen
Dennoch lassen sich die meisten ein „normales“ Bett bauen. Bei Betten wird das Gewicht über den Rahmen oder über die Beine (Stollen) abgetragen. Von daher ist es beim Bettenbau wichtig, das der Rahmen des Bettes sehr stabil ist und die lösbaren Verbindungsstellen (Bettbeschläge) am Bett gut und sicher befestigt sind. Eine Revolution im Bettenbau brachte 1971 die Erfindung des Wasserbettes. Bei dieser Bauart kommen allerdings andere Gewichte als beim normalen Bett zum Tragen.
klassisches Bett mit Kopfteil und Nachttisch
Je nach Art des Wasserbettes kann es ein Gewicht zwischen 670 kg bis 900 kg tragen. Wer jetzt vielleicht den Deckendurchbruch in seinem Haus befürchtet, braucht sich nicht zu sorgen, denn Häuser die nach 1945 gebaut wurden sind für eine Deckenlast von 275 kg/ m² ausgelegt. Der Rahmen eines Wasserbettes muss allerdings einiges aushalten können, wobei hier auch die Art des Wasserbettes eine entscheidende Rolle spielt. Das sogenannte Hardside-Wasserbett benötigt einen besonders stabilen Rahmen der zusammen mit dem Unterbau das Wassergewicht hält. Die Softside-Wasserbetten benötigen im Gegensatz dazu „nur“ einen Schaumrahmen, der das Wassergewicht der Matratze in Position hält. Aus diesem Grund raten Tischler ihren Kunden auch oft zum Kauf eines Softside- Wasserbettes, da es durch seine einfacherer Handhabung einen größeren Gestaltungsspielraum im Zimmer bietet.
modernes Bett mit Kopfteil als Nachttisch
Damit ein Wasserbett und die dazugehörige Matratze auch möglichst viele Jahre halten (10-15 Jahre ) bedarf es einiger Pflege. Sowie das Wasser selbst und auch das Vinyl benötigen ausreichende Hilfsmittel. So empfiehlt es sich das Wasser mit Conditioner und Frischhaltemittlen aufzubessern. Somit bleibt das Wasser ca. ein halbes Jahr frisch, wird vor Algenbildung geschützt und hält die Vliesen sowie das Vinyl im Wasserkern geschmeidig. Zudem sollte man das Vinyl regelmäßig reinigen, da Hautschuppen und Salzschweiße auf Dauer aggressiv sind und die Oberfläche schädigen können.

Bereits die alten Ägypter haben Betten zum als Schlaf- und Liegemöglichkeit genutzt. Die wirklichen modern „Designerbetten“ entwickelten sich ab dem 13. Jahrhundert. Dabei waren die hölzernen Bettgestelle mit Einlegearbeiten verziert, bemalt oder mit Schnitzereien versehen worden. Gerade in der Zeit der Renaissance gab es wahre Meisterwerke der Holzschnitzkunst. Ein schönes Beispiel ist das Brautbett auf Schloss Urach vom Hofschreiner Hans Rottenburger. Erst zu Zeiten von dem französischen König Ludwig XIV verschwanden die edlen und seltenen Hölzer durch kostbare Stoffe wie Samt, Satin, Silberstoffe, Brokat, Damast. Nachdem die Betten ein Massenprodukt wurden, verschwanden die kunstvollen Verzierungen. Dafür bestanden sie aus einfachen Materialien wie Eisen oder Holz , sodass sie für jedermann erschwinglich waren. Aber es gibt sie wieder, die Designerbetten, nur kommt es heute mehr auf die Technik, Formgebung und vor allem auf den Schlafkomfort und die ergonomischen Aspekte an. Dabei spielt es keine Rolle, ob Wasser- oder klassisches Bett.

Die Literatur und Quellen aus den die Texte entstanden sind, findet man unter Literaturnachweis



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