Feuchtegleichgewicht nach Holzverwendung

Die Praxis der Holzverwendung kennt verschiedene Zustände der Verarbeitungsreife des Holzes, denen jeweils ein bestimmter Feuchtegehalt zugehört. Der Möbeltischler trocknet sein Holz mit einem anderen Trockenziel wie der Zimmermann und der Böttcher wiederrum hat einen anderen Begriff von trocken wie der Instrumentenbauer. Die Unterschiede ergeben sich nun aber nicht aus den Gepflogenheiten des betreffenden Handwerks, sondern aus den Umständen, unter denen das gefertigte Gerät aus Holz später voraussichtlich Verwendung findet. Es herrscht innerhalb von bewohnten oder besser ausgedrückt, beheizten Gebäuden ein anderes Klima als im Freien. Der Möbeltischler muss bei guten Arbeiten sogar zwischen zentralbeheizten und ofenbeheizten Räumen unterscheiden, da Räume Zentralheizung eine erheblich trockenere Luft aufweisen als solche mit einer offenen Feuerstelle.

Die Trockenziele für die verschiedenen Arbeiten sind der nachstehenden Aufstellung zusammengefasst:

Zimmerer
17-20% Holzfeuchte
Stellmacher
15-17% Holzfeuchte
Bautischler
13-15% Holzfeuchte
Böttcher
13-15% Holzfeuchte
Möbeltischler
7-10% Holzfeuchte
Parkettleger
6-7% Holzfeuchte

Erzeugnis oder Verwendungszweck und ihre Gebrauchsfeuchte in %

Bauholz, wobei Verkleidung und Lackierung nicht gemacht wird
13-17
Bootsbau
16-18
Außenschalung, Balkon, Dachüberstände
13-18
Paletten, Kisten und Verpackung
13-18
Holzleimbau
12-15
Fenster, Außentüren
12-15
Möbel, Parkett , Innentüren bei zentralgeheizten Räumen
7-14
Deckentäfelung in zentralbeheizten Räumen
6-14
Musikinstrumente
5-11

In einer allgemeinen Form ausgedrückt, lassen sich die vorstehenden Erläuterungen dahingehend zusammenfassen, dass das Holz bei der Verarbeitung denjenigen Feuchtegehalt aufweisen soll, der seinem späteren Ausgleichszustand (Gesetz vom Feuchtegleichgewicht ) entspricht.

Die Literatur und Quellen aus den die Texte entstanden sind, findet man unter Literaturnachweis



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