Holztrocknung

HolztrocknungFür die Trocknung von Holz gibt es verschiedene Ansätze. Wobei die Trocknung des Holzes sofort nach der Fällung zwangsläufig eingeleitet wird. Denn der grüne Stamm will das freie Wasser an die Luft abgeben, da Holz dem geltenden Feuchtegleichgewicht anstrebt. Selbst bei gesättigter Atmosphäre mit Wasserdampf -etwas was in der Natur nur örtlich und zeitlich beschränkt auftritt- gibt es eine Abgabe des freien Wassers wenngleich es eine sehr langsame Trocknung bis zum Fasersättigungspunkt ist. Dabei ist das Verständnis für die Holztrocknung auch noch aus zwei anderen Gründen wichtig. Erstens sollte man den Unterschied zwischen einwandfreien und schlecht getrockneten Holz erkennen. Zweites werden die meisten Holzverarbeiter möglicherweise einmal versuchen, Holz aus dem einen oder anderen Grund zu trocknen.

Wenn man Holz trocknet, ist Zögern ein Grundfehler. Sobald man zögert, werden einem entweder die Pilze oder die Oberflächenrisse über den Kopf wachsen. Versuchen Sie alle Einzelheiten zu durchdenken, bevor Sie so was anfangen wollen. Machen Sie sich vorher Gedanken wie Sie Stapeln oder die Hirnflächen bearbeiten und ob eingeschnitten oder nur Kern getrennt trocknen werden soll.

Die vielleicht größte Falle besteht in der Habgier. Die meisten Holzverarbeiter glauben stets, zu wenig Holz zu haben. Versuchen Sie nie zu viel auf einmal zu trocknen, wenn Sie es nicht voll durchziehen können.

Es wird mehr Material durch Missachtung der Regeln zerstört als durch Nichtwissen bei der Holztrocknung.

Grundlagen der Holztrocknung

Holz ist ein hygroskopischer Werkstoff, weswegen die Holzfeuchte immer den äußeren herrschenden Bedingungen entsprechend anpasst. Sie ist abhängig von der Temperatur und der relativen Luftfeuchte. Holz als organisches Material kann Feuchte, im allgemeinen Wasser, in drei Formen enthalten:

als freie oder kapillare Feuchte in Holzräumen (Kapillaren) zwischen den Zellen (nichthygroskopisches Verhalten)
als gebundene Feuchte in den Zellwänden (hygroskopisches Verhalten)
als chemisch gebundene Feuchte in den Zellen oder als Kristallwasser (stark hygroskopisches Verhalten)

Die Feuchtigkeitsänderung führt im hygroskopischen Bereich zum Schwinden bzw. Quellen des Holzes. Es gibt Eigenschaften die sind abhängig von der Feuchte, zu nennen ist hier die Anfälligkeit für den Pilzbefall, Werfen, Verziehen und Innenrisse werden seltener, das Gewicht sinkt, die Elastizitätsmoduln, die Bruchspannungen und die Härte wachsen innerhalb des hygroskopischen Bereichs mit abnehmender Feuchtigkeit.

Wobei das Wasser im Holzkörper unterschiedlich stark gebunden ist. Mit sinkenden Wassergehalt im Holzkörper nehmen sowohl die Bindungskräfte des Wassers als auch der Trocknungsaufwand (-energie) zu. Diese Bindungskräfte müssen durch die Trocknung überwunden werden (KALTSCHMITT, 2009, S. 315)

Das Wasser bewegt sich je nach Bindungsart während der Trocknung unterschiedlich im Holz. Durch die Verdunstung bewegt sich das freie Wasser (oberhalb des Fasersättigungspunktes) vorwiegend durch entstehende Sogwirkung an die Oberfläche (Kapillarbewegung). Der Bewegungsvorgang unterhalb des Fasersättigungspunktes durch Teilchendruckunterschied (Diffusion)

Aus der nachfolgenden Tabelle kann man die unterschiedlichen Bindungskräfte für das Wasser im Holz entnehmen:

Art der Wasserbindung im Holz(KALTSCHMITT, 2009, S. 315)
Bindung Wassergehalt [%] Merkmale Trocknungsgeschwindigkeit Bindungsintensität
Kapillarsorption und
Adhäsion
>25 Freies, ungebundenes Wasser in den Zellhohlräumen, gebundenes Wasser in den Holzfasern Trocknungsgeschwindigkeit Bindungsintensität
Fasersättungsbereich 19-25 Holzschwund bei weiterem Wasserentzug, in Zellwänden gebundenes Wasser
Kapillarsorption 13-25 Wasser kolloidal gebunden, Trocknung durch Diffusion und Kapillarkräfte
Elektrosorption 5,7-13 Wasser an der Micelle durch elektrische Kräfte gebunden
Chemosorption 0-5,7 Molekulare Anziehungskräfte

Allgemeines über die Holztrocknung

Trocknen von HolzWirtschaftlich gesehen hat die Holztrocknung eine große Bedeutung. Eine ausschließlich natürliche, d.h. Freilufttrocknung kann heute nicht mehr in Frage kommen, da sie für Holzwaren, die in beheizten Innenräume gelangen, nicht ausreicht, da sie eine zu große und damit zu kostspielige Lagerhaltung bedingt und da sie dem Verarbeiter die rasche Anpassung an Mode- und Konjunkturschwankungen nicht gestattet. Hinzu gesellt sich, dass nicht nur die Trocknungsgeschwindigkeit des Holzes an der atmosphärischen Luft, sondern die Gleichmäßigkeit der Feuchtigkeitsverteilung zu wünschen übriglassen kann. Gerade deswegen können einigermaßen zufriedenstellende Erfolge nur bei wirklicher Erfahrung und individueller Behandlung erzielt werden bei der Freilufttrocknung. Einfache schematische Trockenregeln sind, vor allem auch im Hinblick auf die klimatischen Schwankungen ausgeschlossen. Im Gegensatz zur künstlichen Trocknung liegt die Hauptaufgabe der Freilufttrocknung in der Entfernung von freien oder kapillaren Feuchte aus den Holzräumen (Kapillaren) zwischen den Zellen.

Ziel der Holztrocknung ist es, das Holz in kürzester Zeit qualitätsbewusst, einwandfrei und kostengünstig zu trocknen.

Die Literatur und Quellen aus den die Texte entstanden sind, findet man unter Literaturnachweis



Wurmi