Handwerk kritisiert EU-Kommission und OECD: "Berufliche Bildung mit Meisterbrief ist Karriereturbo"



Zum Bildungsbericht der OECD und den länderspezifischen Empfehlungen der EU-Kommission erklärt Holger Schwannecke, Generalsekretär des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks (ZDH):

"Die OECD erkennt in ihrem aktuellen Bildungsbericht den Wert der dualen Ausbildung in Deutschland durchaus richtig an. Unverständlich ist aber, dass sie dabei auf halbem Weg stehenbleibt. Zu den Hochqualifizierten zählen in Deutschland nämlich nicht nur Akademiker, sondern insbesondere auch Meister und Techniker. So stellt die OECD einerseits fest, dass am deutschen Arbeitsmarkt berufliche Qualifikationen und andere Bildungsabschlüsse einen gleichen Stellenwert haben. Andererseits beanstandet sie weiterhin eine im Vergleich zu anderen OECD-Ländern unterdurchschnittliche Quote der Hochschulabsolventen. Dieser offensichtliche Widerspruch muss aufgelöst und die berufliche Bildung weiter gestärkt werden.

Gleichsam ignorant verhält sich die EU-Kommission, wenn sie in ihren länderspezifischen Empfehlungen den Meisterbrief als ungerechtfertigte Beschränkung und Marktzugangsschranke bezeichnet, gleichzeitig aber das duale Ausbildungssystem in Deutschland lobt und als "best practice" den Krisenländern Südeuropas empfiehlt. Das hohe Niveau der beruflichen Bildung in Deutschland ist ja gerade das Ergebnis einer auf der Basis von Qualifikation geregelten Zulassungspraxis.

Berufliche Bildung in Deutschland ist so zu einem Karriereturbo geworden. Junge Menschen auch aus bildungsfernen Familien erhalten über die duale Berufsausbildung eine ausgezeichnete berufliche Befähigung und werden an weitergehende Abschlüsse herangeführt. Der Meisterbrief im Handwerk ermöglicht begabten und leistungsbereiten jungen Menschen auch ohne Abitur den Weg zur Hochschule. Völlig zu Recht werden berufliche Qualifikationen von immer mehr Hochschulen studienzeitverkürzend angerechnet. Gleichzeitig sorgt die an den Erfordernissen des Arbeitsmarktes ausgerichtete berufliche Bildung für exzellente Berufsaussichten. So hat Deutschland nicht zuletzt dank der beruflichen Bildung mit 8,1 Prozent die geringste Jugendarbeitslosigkeitsquote in Europa.

Der Deutsche und der Europäische Qualifikationsrahmen bilden die handwerklichen Berufsabschlüsse korrekt ab. Sie bestätigen die vom Handwerk stets geforderte Anerkennung der Gleichwertigkeit von beruflicher und akademischer Bildung."

Autor:
Holzi am 01. Jul. 2013 um 08:01 Uhr
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