Wald-Flächenstilllegungen nützen der Umwelt nicht und kosten Geld und Arbeitsplätze



In einer vom Kreise Lippe am 10.12.2010 veröffentlichten Pressemeldung wurde bekannt gegeben, dass knapp 5.000 Hektar Waldfläche im Rahmen der Nationalparkausweisung in Ostwestfalen-Lippe unter Totalschutz gestellt werden sollen.

Der Bundesverband Säge- und Holzindustrie Deutschland e.V. (BSHD) und die Arbeitsgemeinschaft Rohholzverbraucher e.V. (AGR) wehren sich gegen dieses Vorhaben und setzen sich bundesweit für eine nachhaltige Waldbewirtschaftung ein. „Mit Flächenstilllegungen ist niemandem geholfen. Wir schützen am besten, indem wir nutzen“, erklärt Lars Schmidt, geschäftsführender Vorstand beim BSHD. Die Vorteile einer intelligenten Waldnutzung ziehen sich laut Schmidt durch die gesamte Wertschöpfungskette fort. Der studierte Forstwirt betont: „Der bewirtschaftete Wald bewahrt Artenvielfalt, bietet Schutz vor Stürmen und die langfristige Verwendung von Holz speichert Kohlendioxid und dient damit dem Klimaschutz. Forst- und Holzwirtschaft gehören zu den wenigen Wirtschaftszweigen, die mit Natur- und Klimaschutz einhergehen.“ Schmidt kritisiert den politischen Versuch, touristische Anziehung mit wenig neuen Arbeitsplätzen zu schaffen. Er stellt fest: „Intelligent ist, im Zeitalter der Ressourcenverknappung und des Klimawandels nachhaltige Waldbewirtschaftung und Tourismus miteinander zu verbinden.“ Denn auch der Tourismus profitiere von nachhaltiger Holznutzung, die für den Wanderer und Naturbeobachter einzigartige Mischwälder schaffe.

Die beiden Verbände warnen außerdem vor einer langfristigen Schwächung der regionalen Wirtschaft. „Die Flächenstilllegungen führen zu einem großen Schaden für den Wirtschaftsstandort Ostwestfalen-Lippe“, sagt Lars Schmidt. „Durch die Nutzungseinschränkungen gehen den Unternehmen in der Region etwa 50.000 Kubikmeter Holz und damit bis zu 1.000 Arbeitsplätze verloren. „Aber nicht nur die regionale Wirtschaft ist betroffen“, fügt Michael Funk, Vorstandssprecher der AGR hinzu. Vor allem der Steuerzahler werde für die fehlenden Steuereinnahmen aufkommen müssen. Jeder Festmeter Holz, der vom Stamm bis zum Endprodukt die Wertschöpfungskette durchläuft, erwirtschaftet laut Funk rund 60 Euro für die Staatskasse. „Wir sprechen hier von drei Millionen Euro, die dem Fiskus durch den Ausweis von Wildnisschutzgebieten verloren gehen – vom Wertverlust des Waldes in Höhe von etwa 100 Millionen Euro durch Nutzungsverzicht in diesen Flächen ganz zu schweigen“, so Funk.

Was die Verbände in diesem Zusammenhang besonders ärgert, ist die Tatsache, dass der Hauptgeschäftsführer des vor Ort ansässigen Möbelindustrieverbandes und Vorsitzender der Initiative „Pro Massivholz“ als Fraktionsvorsitzender der CDU im Kreistag Lippe diese Flächenstilllegungen massiv vorantreibt. „Hier kollidieren Beruf und Mandat ganz eindeutig und hinterlassen einen faden Beigeschmack. Das gesamte Wirtschaftscluster Forst und Holz, also auch die Möbelindustrie, werden durch diese politischen Karrieristen innerhalb der eigenen Reihen geschwächt“, beklagt Schmidt.

Autor:
Holzi am 13. Dez. 2010 um 06:09 Uhr
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