Arbeitskreis Laubholz trifft sich bei Keck in Ehningen



Am 05. und 06. April traf sich der Arbeitskreis Laubholz des Bundesverbandes Säge- und Holzindustrie Deutschland e.V. (BSHD) in Ehningen und Herrenberg zur Frühjahrssitzung.

Der BSHD-Arbeitskreis hat mittlerweile 18 Mitglieder. Bis Ende 2010 vertrat Steffen Rathke in einem Verbände-neutralen Arbeitskreis als Sprecher die Deutsche Laubholzsägeindustrie insgesamt. Ende 2010 legte er dieses Amt nieder, um sich ausschließlich für den Arbeitskreis Laubholz im BSHD zu engagieren. Die Teilnahme an diesem BSHD-Arbeitskreis war daher den BSHD-Mitglieder vorbehalten. Nach Ehningen/Herrenberg kamen 18 Teilnehmer aus 14 Unternehmen, „eine Teilnehmerquote von über 80% zeigt das große Interesse der Mitglieder an der Verbandsarbeit“ so Steffen Rathke.

Die zwei Tage in Ehningen/Herrenberg wurden intensiv genutzt: Am 05.04 fand eine Vorbesprechung zum ersten Gemeinschaftsstand „Laubholz“ auf der kommenden LIGNA statt. Anschließend traf man sich zum gemeinsamen Abendessen. Die Teilnehmer hatten so Gelegenheit, sich unter Kollegen zwanglos und in gemütlicher Atmosphäre auszutauschen. Der nächste Tag begann mit einer Besichtigung der Firma Keck in Ehningen. Im Mittelpunkt des Interesses stand dabei die neue Bongioanni-Bandsäge mit einer Tageskapazität von rund 150 Fm Laubholz je Schicht und angeschlossener Nachschnittkreissäge der Firma HIT. Steffen Rathke erläutere das neue Konzept und stellte den interessierten Besuchern im weiteren Verlauf den gesamten Betrieb vor. Wolf-Georg Fehrensen, stellvertretender Sprecher des Arbeitskreises, bedankte sich zum Abschluss im Namen seiner Kollegen ausdrücklich für die Offenheit.

Auf der Versammlung ab Mittag ging es im Schwerpunkt um die RVR (Rahmenvereinbarung für den Rohholzhandel). Die Verhandlungen zwischen dem Deutschen Forstwirtschaftsrat (DFWR) und dem Deutschen Holzwirtschaftsrat (DHWR) gehen nach 4 Jahren in eine entscheidende Phase. Im Arbeitskreis wurden wesentliche Punkte für den Bereich Laubholz diskutiert, um die Position der BSHD-Delegation für die nächsten Termine zu verabschieden. Im Detail wurde über die Definition von Astigkeit, Drehwuchs , Krümmung, Weißfäule , Rotkern und Rindenschäden bei der Buche gesprochen. Trotz teils kontroverser Meinungen bestand Einigkeit im Arbeitskreis, die Verhandlungen für das Laubholz mit einem positiven Ergebnis abzuschließen. Auf der nächsten Sitzung zur RVR will der BSHD die Kriterien für die Buche nochmals mit den Vertretern des Waldbesitzes diskutieren. Die RVR soll die alte HKS ablösen, hat aber nicht den rechtlichen Status einer Verordnung. Trotzdem wird die RVR für bedeutsam gehalten, weil sie einen Rahmen für die Verhandlungen mit dem Waldbesitz setzt und auf die Ausbildung des Forstpersonals maßgeblichen Einfluss haben dürfte. Außerdem wurden die Themen für das kommende Herbst-Gespräch festgelegt. Im Herbst treffen sich traditionell die Vertreter der Sägeindustrie mit dem Waldbesitz. Neben einer Delegation des BSHD wird auch der Verband der Deutschen Sägeindustrie e.V. (VDS) weitere 5 Teilnehmer in das Gespräch entsenden. Der Deutsche Forstwirtschaftrat e.V. (DFWR) entsendet insgesamt 10 Vertreter aus den verschiedenen Waldbesitzarten in das Gremium.

In der Diskussion zu den Themenvorschlägen für das Herbstgespräch wurde die teilweise unvollständige Vertragserfüllung staatlicher Forstverwaltungen kritisiert. Als eine Ursache wurde die abnehmende Personalkapazität bei Waldarbeitern und Revierleitern genannt: „Der Einschlag in der Buche beginnt viel zu spät und so bekommen wir immer wieder Versorgungsprobleme, wenn der Winter härter wird. Das haben die letzen zwei Jahre gezeigt“ so ein Teilnehmer über die personelle Entwicklung in den Landesforstverwaltungen.

Der Absatz beim Laubschnittholz wurde als gut bezeichnet, bei allerdings weiterhin nicht befriedigenden Preisen. Tendenziell steigende Rundholzpreise, insbesondere bei Eiche und Esche , machen ein Anpassen der Kalkulation dringend erforderlich. Die Perspektiven werden allerdings durch die schwachen südeuropäischen Märkte eingetrübt. Im europäischen Kontext geht der Laubmassivholzverbrauch weiter zurück. Das Wegbrechen der Märkte in der Levante dürfte die Mengen an Buchenschnittholz aus Rumänien, dem mittlerweile größten Laubschnittholzproduzenten in Europa, in andere Kanäle umleiten, mit bisher nicht absehbaren Folgen. Es wird daher immer wichtiger für die Laubmassivholzproduzenten, Branchenwerbung zu betreiben und neue Verwendungsbereiche aktiv weiterzuentwickeln. Der Arbeitskreis Laubholz im BSHD will sich diesen Aktivitäten in Zukunft verstärkt widmen. Ein erster Ansatz ist der Gemeinschaftsstand auf der LIGNA und die erstmalige Verleihung des Sonderpreises „Massivholz“ innerhalb des Wettbewerbs „Die gute Form“ ausgerichtet vom Verband der Tischler Schreiner Deutschland. Der Sonderpreis des BSHD wird an einen jungen Tischler vergeben, dessen Gesellenstück überwiegend aus Laubmassivholz gefertigt wurde. „Wir machen so auch bei unseren Kunden auf den rückläufigen Massivholzeinsatz aufmerksam“, beschreibt Steffen Rathke die Zielsetzung des Sonderpreises.

Im Herbst wird die nächste Versammlung des Arbeitskreises Laubholz stattfinden. Laubholzbetriebe, die sich für eine Mitarbeit interessieren, setzen sich mit Klaus Kottwitz, Außendienstmitarbeiter des BSHD, in Verbindung. Kontakt: klaus.kottwitz@bshd.eu

Autor:
Holzi am 13. Apr. 2011 um 04:41 Uhr
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