Förderung der Nachwuchsgruppen zu nachwachsenden Rohstoffen wird verlängert



Seit 2012 fördert das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) Gruppen junger Wissenschaftler, die zur stofflichen oder energetischen Nutzung nachwachsender Rohstoffe forschen. Ziel ist es – neben der Generierung von Forschungsergebnissen - vielversprechende neue Forschungsfelder strukturell und nachhaltig an deutschen Hochschulen oder verwandten Einrichtungen zu verankern.

In der ersten Projektphase haben die Nachwuchsgruppen wichtige Grundlagen gelegt und erste Ergebnisse erzielt. Um die begonnenen Arbeiten weiter zu führen und insbesondere die Markteinführung der jeweiligen Themen vorzubereiten, unterstützt das BMEL die nachfolgenden Gruppen nun für weitere zwei Jahre:

TU München – Thermische Nutzung von Biomassen in Hochtemperaturprozessen: Die Nachwuchsgruppe entwickelt neue Ansätze, um aus landwirtschaftlichen Rohstoffen wie Stroh und Energiepflanzen oder aufbereiteten Biomassen aus der Torrefizierung und hydrothermalen Karbonisierung (HTC) wie Grasschnitt und Landschaftspflegematerial Energie zu erzeugen. Dazu hat sie in der ersten Projektphase vier Technikumsprüfstände aufgebaut. Mit diesen will sie in der Förderphase II Verfahren zur Verbrennung, Verstromung, Vergasung sowie zur Biomasseaufbereitung durch HTC testen. Dabei liegt der Schwerpunkt auf Hochtemperaturprozessen. Förderkennzeichen 22023911.

Universität Göttingen – Neue Märkte für Laubhölzer: Im Zuge des Waldumbaus werden in Deutschland wieder mehr Laubbäume gepflanzt. Sie sind besser an hiesige Standortverhältnisse angepasst und Experten erwarten, dass sie mit dem Klimawandel besser zurechtkommen. Die Industrie fragt bislang aber weniger Laub- als Nadelholz nach, es gilt also, neue Anwendungsoptionen für ersteres zu finden. Vor diesem Hintergrund entwickelt die Nachwuchsgruppe tragende Bauteile aus Laubholz , Methoden zur Laubholzimprägnierung für die Außenanwendung und Verfahren zur Laubholzmodifizierung durch thermische und chemische Verfahren. Dabei konzentrieren sich die Wissenschaftler ausschließlich auf marktfähige Optionen. Die Chancen stehen gut, solche in den nächsten zwei Jahren erfolgreich zu entwickeln, insbesondere auch, weil inzwischen mehrere Industriepartner in die Arbeiten eingebunden sind.
Förderkennzeichen 22024211.

Institut für Agrartechnik Potsdam-Barnim - Biogasgewinnung aus stickstoffreichen nachwachsenden Rohstoffen: Die Nachwuchsgruppe erarbeitet Lösungen für die Biogasgewinnung aus stickstoffreichen Substraten wie Hühnerkot und -mist, Gras und Leguminosen. Die Herausforderung besteht darin, das entstehende zytotoxische Ammoniak aus dem Fermentationsprozess zu entfernen. Dazu ermitteln die Forscher die mikrobiologischen Grundlagen, optimieren bestehende Verfahren wie die sogenannte Strippung von Ammoniak mit Unterdruck, Luft, Biogas oder Dampf oder die Fällung von Ammonium und bewerten die Optionen wirtschaftlich. In der Phase II setzt die Nachwuchsgruppe die begonnenen Arbeiten fort. Unter anderem steht auch die Entwicklung von Starter- und Zusatzkulturen für die Biogasfermentation zur schnellen und komplementären Besiedlung stickstoffreicher Substrate auf der Agenda. Förderkennzeichen 22026411.

TU Kaiserslautern - Lokale Vorbehandlung nachwachsender Rohstoffe für Bioraffinerien: Die Nachwuchsgruppe untersucht, wie lignocellulosische Biomasse für Bioraffinerien dezentral aufbereitet werden kann. Zudem entwickelt sie Methoden zum Biomasseaufschluss und zur Verarbeitung der Aufschlussprodukte weiter. In Phase II setzt die Nachwuchsgruppe die begonnenen Arbeiten fort und es soll u.a. ein neuartiger Hydrolysereaktor entwickelt werden, der Investitionskosten senken kann. Außerdem wollen die Nachwuchsforscher neue Methoden zur Rückgewinnung von Enzymkatalysatoren und zur Produktabtrennung weiter entwickeln. Diese versprechen Kostenersparnis und die Übertragbarkeit auf andere Bioraffineriepfade und Branchen.
Förderkennzeichen 22028411.

Autor:
Holzi am 20. Jan. 2015 um 09:09 Uhr
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Sehr interessant. Der Artikel hat mir sehr gefallen. Sehr gut, dass Wissenschaftler auf der Suche nach neuen Rohstoffen sind, neue Lösungen und Methoden unter die Lupe nehmen wollen, vor allem, wenn es sich um Energiequellen handelt. Die Umwelt dürfen wir nicht vergessen.

Gast um 07:16 Uhr

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