Zukunftspreis Pfalz geht an Siegfried R. Waldvogel von der Uni Mainz



Univ.-Prof. Dr. Siegfried R. Waldvogel vom Institut für Organische Chemie der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU) ist mit dem Zukunftspreis Pfalz ausgezeichnet worden. Er erhielt den Preis für ein Forschungsprojekt zur Gewinnung von „grünem“ Vanillin aus Holzabfällen mit Hilfe von Strom. Die Auszeichnung erfolgte am 19. Oktober 2013 bei der Pfalzpreis-Gala des Bezirksverbands Pfalz. Der Verband verleiht die Pfalzpreise in den drei Kategorien Literatur, Geschichte und Zukunft, um Talente der Region zu fördern. Der Pfalzpreis ist mit 10.000 Euro dotiert. Zudem wurden die Preisträger mit einer Trophäe und einer Urkunde geehrt.

Von Holz als nachwachsendem Rohstoff wird vor allem der Zellstoff für die Papierherstellung genutzt. Doch was Buche, Eiche und andere Hölzer besonders witterungsbeständig und stabil macht, das sogenannte Lignin , muss abgetrennt und anderweitig verwendet werden. Bislang werden Lignin und die Lignin-Lösung – die Schwarzlauge – einer thermischen Nutzung zugeführt. Jährlich fallen weltweit ca. 70 bis 100 Millionen Tonnen Lignin und Lignin-Lösung an. „Dies stellt die größte nachwachsende Aromatenquelle dar und ist folglich zum Verbrennen viel zu wertvoll“, erklärt Siegfried Waldvogel. Aufgrund seines Forschungsprojektes stehen die Chancen gut, dass künftig Bausteine aus dem Lignin genutzt werden können, die sonst aufwändig aus Erdöl gewonnen werden müssten. Um Lignin in seine wertvollen Einzelteile zu zerlegen, nutzen die Forscher der Arbeitsgruppe Waldvogel elektrischen Strom. Dadurch verzichten sie auf Chemikalien und können auf sehr nachhaltigem Weg wichtige Aroma- und Grundstoffe, wie etwa Vanillin, für die chemische Industrie herstellen.

Das innovative Verfahren ist aus mehreren Gründen von besonderer Bedeutung für das Land Rheinland-Pfalz. Der Pfälzer Wald stellt das größte zusammenhängende Forstgebiet in Deutschland dar. In den Papiermühlen werden nur der Holzabfall sowie signifikant minderwertiges Holz eingesetzt. „Der Abfall aus diesen Papiermühlen wird von unserem Verfahren teilweise genutzt, um ein attraktives Wertprodukt zu generieren“, so Waldvogel. Des Weiteren könnte die Elektrolyse von Lignin auch zu Zeiten betrieben werden, in denen ein Überhang aus Windenergie besteht, der nicht mehr in die Netze eingespeist werden kann. Dies würde zusätzlich eine effizientere Nutzung von elektrischem Strom ermöglichen.

Autor:
Holzi am 04. Nov. 2013 um 10:40 Uhr
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