BfN weist Aussagen des DFWR zurück



Ein integrativer Naturschutzansatz auf der ganz überwiegenden Waldfläche und ein Flächenanteil mit natürlicher Waldentwicklung auf 5 % der Waldfläche ist nach Ansicht des BfN zentral für die Umsetzung von nationalen und internationalen Biodiversitäts- und Klimazielen, zu denen sich Deutschland verpflichtet hat. Damit reagiert das BfN (Bundesamt für Naturschutz) auf Äußerungen des Deutschen Forstwirtschaftsrates (DFWR), der Klimaschutzargumente anführt, um das Ziel der natürlichen Waldentwicklung zu kritisieren. „Gerade die Synergien zwischen Klima- und Biodiversitätsschutz müssen verstärkt genutzt und nicht gegeneinander ausgespielt werden“, sagte die BfN-Präsidentin, Prof. Beate Jessel.

Ein integrativer Naturschutzansatz auf der ganz überwiegenden Waldfläche und ein Flächenanteil mit natürlicher Waldentwicklung auf 5 Prozent der Waldfläche ist nach Ansicht des BfN zentral für die Umsetzung von nationalen und internationalen Biodiversitäts- und Klimazielen, zu denen sich Deutschland verpflichtet hat. Damit reagiert das BfN auf Äußerungen des Deutschen Forstwirtschaftsrates (DFWR), der Klimaschutzargumente anführt, um das Ziel der natürlichen Waldentwicklung zu kritisieren. „Gerade die Synergien zwischen Klima- und Biodiversitätsschutz müssen verstärkt genutzt und nicht gegeneinander ausgespielt werden“, sagte die BfN-Präsidentin, Prof. Beate Jessel.

Die Präsidentin des Bundesamtes für Naturschutz zeigt sich besorgt über die aktuell öffentlich geführten Diskussionen zwischen Forst- und Naturschutzverbänden um die Bedeutung natürlicher Waldentwicklung und Referenzflächen z. B. bei der FSC -Zertifizierung. Der FSC setzt mit seiner Forderung nach 5 Prozent ungenutzten Referenzflächen ein wesentliches Ziel der nationalen Biodiversitätsstrategie der Bundesregierung um. Dieses Ziel mit Klimaschutzargumenten zu diskreditieren wird der derzeitigen Wissenslage nicht gerecht, denn verschiedene Forschungsergebnisse deuten darauf hin, dass diese Wälder über lange Zeiträume hinweg auch Kohlenstoff binden. Wesentlich ist für das BfN daher die Weiterführung eines konstruktiven Dialogs zwischen Naturschutz und Forstwirtschaft: „Wir dürfen über diesen Konflikt das eigentliche und gemeinsame Ziel, eine nachhaltige und naturverträgliche Bewirtschaftung der Wälder zu gewährleisten, nicht aus den Augen verlieren“, so Prof. Dr. Beate Jessel.

Naturwälder können aufgrund ihres hohen Holz - und Totholzvorrats nicht nur Zentren der biologischen Vielfalt darstellen, sondern auch zur Kohlenstofffixierung beitragen und damit einen positiven Effekt auf die Klimabilanz haben. In forstwirtschaftlich ungenutzten Wäldern steigen, vor allem über die Festlegung von Kohlenstoff in den Böden, die Vorräte über einen langen Zeitraum weiterhin an, bevor es in der Zerfallsphase temporär auch zu einer Freisetzung kommen kann. Hingegen beträgt die durchschnittliche Verwertungsdauer von Holz ca. 21 Jahre. „Vor diesem Hintergrund wird klar, dass eine Klimaschutzdebatte in Bezug auf Referenzflächen nicht zielführend ist. Wir sollten uns vielmehr darauf konzentrieren, hier über entsprechende Forschungsvorhaben eine verlässliche Wissensbasis zu schaffen. Darüber hinaus aber brauchen wir diese Referenzflächen als Lernflächen, um natürliche Anpassungsprozesse an den Klimawandel studieren und ggf. auf unsere Nutzökosysteme übertragen zu können. Forstwirtschaft und Naturschutz sollten sich daher vielmehr auf gemeinsame Ziele konzentrieren und eine nachhaltige Waldbewirtschaftung sichern, die so ausgestaltet und optimiert ist, dass sie zum Klimaschutz und zum Erhalt der biologischen Vielfalt beitragen kann. Auf dieser Basis lassen sich dann für unseren Wald auch zukunftsfähige Projekte wie z. B. die Einrichtung eines Waldklimafonds gemeinsam weiter voranbringen“ sagte Jessel.

Autor:
Holzi am 23. Feb. 2010 um 05:09 Uhr
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