Bundesweiter Zensus beweist die Nachhaltigkeit der deutschen Forstwirtschaft



Die Ergebnisse der neuesten Bundeswaldinventur, die am 8. Oktober 2014 in Berlin von Bundesminister Christian Schmidt vorgestellt werden, beweisen: Nachhaltige Forstwirtschaft bewahrt und schützt den Wald . Deutschlands Wälder dehnten sich auch in den letzten zehn Jahren weiter aus und werden naturnah bewirtschaftet. Der Holzvorrat im deutschen Wald hat Rekordniveau erreicht. Auch die Holznutzung nimmt zu. Und mit der Nutzung der Wälder hat sich auch die biologische Vielfalt vergrößert.

Die Inventurstudie, die zum dritten Mal von Bund und Ländern durchgeführt wurde, bilanziert den Zustand und die Entwicklung der bundesdeutschen Wälder und bietet einen Vergleich mit dem Wald-Zustand bei der letzten Inventur im Jahr 2002. Untersucht wurden dabei unter anderem die Altersklassen der Bäume, Holzzuwachs und -einschlag, Holzvorräte, Flächenzuwachs, Altersstruktur, Totholzanteil und die Entwicklung und Wirkung naturschutzfachlicher Maßnahmen. Philipp Freiherr zu Guttenberg, Präsident von AGDW – Die Waldeigentümer, wertet die Resultate als Bestätigung für das vorbildliche Arbeiten der kommunalen und privaten Waldbesitzer, die Verantwortung für mehr als die Hälfte des deutschen Waldes tragen: „Die Forstwirtschaft in Deutschland ist auf einem sehr guten Weg, das belegen die heute vorgestellten Daten eindeutig. Sie zeigen, dass eine nachhaltige wirtschaftliche Nutzung und der Naturschutz nicht nur miteinander vereinbar sind, sondern dass gerade die ökonomische Nutzung dafür gesorgt hat, dass unsere Wälder so stabil, artenreich und ausgedehnt sind wie noch nie in der modernen Zeit.“

Naturschutz-Daten vorbildlich

Über 32 Prozent Deutschlands sind aktuell bewaldet, auf dieser Fläche von 11,42 Millionen Hektar stehen über 90 Milliarden Bäume. Besonders interessant sind die Verbesserungen bei den naturschutzfachlichen Indikatoren gegenüber 2002: 36 Prozent der Wälder werden als sehr naturnah oder naturnah klassifiziert, 93 Mio. Bäume mit ökologisch bedeutsamen Merkmalen (z. B. Biotopbäume, Spechtbäume) befinden sich in den Wäldern genauso wie über 224 Mio. Kubikmeter Totholz . Neben den ausgewiesenen Schutzgebieten sind weitere fünf Prozent des Waldes als besondere Biotope geschützt. Zu Guttenberg ist besonders von drei Daten beeindruckt: „Der Laubholzanteil hat seit 2002 um sieben Prozent auf jetzt 315.000 Hektar zugenommen. Die Fläche der Altbestände über 100 Jahre ist seit 2002 sogar um 393.000 Hektar gestiegen. Vor allem aber: Wirtschaftliche Nutzung und natürliches Absterben erreichen nur 87 Prozent des Holz -Zuwachses. Damit haben wir die größten Holzvorräte in ganz Europa. Und die größten Vorräte pro Hektar stehen im Privatwald. Wer bis jetzt gedacht hat, der Wald wird von der Forstwirtschaft nur ausgeplündert, der sollte bei dieser Faktenlage noch einmal in sich gehen.“

Umweltverbände müssen Kritik überdenken

Umweltverbände wie Greenpeace oder der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) hatten in der Vergangenheit wiederholt die multifunktionale und nachhaltige Forstwirtschaft angegriffen und kritisiert, dass diese angeblich naturschutzfachliche Ziele deutlich verfehlen würde. Von „übernutzten“, „schrumpfenden“ oder „kranken“ Wäldern war dabei die Rede. Die Resultate der Bundeswaldinventur belegen, dass diese Kritik an der Realität vorbeigeht und auch keine Argumente liefert, um weitere Wälder zugunsten eines Totalnaturschutzes verkommen zu lassen. Zu Guttenberg sieht voraus: „Die Natur- und Umweltschutzverbände sollten sich neue Felder und Feindbilder suchen. Der fundierte, objektive und unabhängige Zensus hat mit seinen wissenschaftlichen Fakten ihre Kritik entzaubert und gezeigt was sie wirklich ist: ideologisch durchtränkte Illusion und ein Mittel, um Spender und Mitglieder zu gewinnen. Die Aussagen der Bundeswaldinventur bestärken uns Waldbesitzer, den eingeschlagenen Weg weiter zu gehen, weil er objektiv der richtige ist.“

Autor:
Holzi am 09. Okt. 2014 um 13:49 Uhr
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