Deutsche Sägeindustrie auf dem Stand des Krisenjahres 2009



Die erhoffte Stabilisierung des Schnittholzmarktes ist 2012 nicht eingetreten. Im Gegenteil: Im Jahresverlauf hat sich die Marktsituation für Sägewerke deutlich verschlechtert.

Für das zurückliegende Jahr rechnet die Deutsche Säge- und Holzindustrie (DSH) beim Nadelholz mit einem kräftigen Rückgang der Inlandsproduktion. Auch wenn die endgültigen Produktionsdaten des Statistischen Bundesamts noch nicht vorliegen, so muss anhand der Firmenmeldungen von ernüchternden Ergebnissen für die Branche ausgegangen werden. Das Warenaufkommen beim Nadelholz ist demzufolge gegenüber dem Jahr 2011 um zirka acht Prozent auf knapp 20 Millionen Kubikmeter gesunken. Damit fällt die deutsche Sägeindustrie auf den Stand des Krisenjahres 2009 zurück. Damals wurden 19,7 Millionen Kubikmeter Nadelschnittholz produziert. Für die Sägebetriebe ist die Ertragslage am Nadelholzmarkt immer noch alarmierend: Den stark angestiegenen Rundholzpreisen stehen weiterhin stagnierende bis rückläufige Schnittholzerlöse gegenüber. Dabei haben sie es angesichts des immer härter werdenden Konkurrenzdrucks bei nachlassender Nachfrage nicht geschafft, die höheren Rohstoffpreise am Markt weiterzugeben, sondern mussten sich zudem noch auf rückläufige Erzeugerpreise einstellen.

Inlandsverbrauch leidet unter schlechter Nachfrage aus dem Baubereich

Der Inlandsverbrauch ist mit 17,3 Millionen Kubikmetern gegenüber dem Vorjahr um 900.000 Kubikmeter zurückgefallen und liegt deutlich unter dem Stand der beiden vorangegangenen Jahre. Die Verbrauchsrückgänge lassen sich vor allem durch die verschlechterte Nachfrage aus dem Baubereich sowie die sinkenden Lagerbestände beim Handel und bei den Verarbeitern erklären. Der Verpackungssektor blieb demgegenüber ein konstanter Abnehmer. Im Export konnte auch keine Entlastung des Inlandsmarktes erreicht werden. Der europäische Markt ist ebenfalls durch einen harten Preis- und Mengendruck gekennzeichnet. In Europa konnten die deutschen Säger aufgrund der hohen Rohstoffpreise gegenüber den nordischen Ländern und Osteuropa nicht mithalten und haben Exportrückgänge zu verzeichnen. Der Export in die USA – 2006 mit 2,2 Millionen Kubikmeter ein wichtiger Abnehmer – ist seitdem vollständig ausgefallen.

Betriebe reagieren mit Stilllegungen und Produktionsrücknahmen

Die extrem angespannte Ertragslage hat inzwischen zu einer Reihe von Betriebsstilllegungen und Produktionsrücknahmen geführt. Vielfach musste in den Wintermonaten die Produktion weiter zurückgefahren werden. Jedoch auch mit diesen Mitteln hat sich die Marktsituation bisher noch nicht erkennbar gebessert. Die Hoffnungen der Säger beruhen derzeit auf der saisonüblichen konjunkturellen Belebung zu Beginn des Frühjahrs. Diese bietet, neben einem Anziehen der Nachfrage, in der Regel auch die Möglichkeit, dringend notwendige Preisaufbesserungen schrittweise zu erzielen. Ob diese Hoffnungen allerdings auch erfüllt werden, lässt sich derzeit kaum beurteilen. Grundlegende, den Nadelholzmarkt bestimmende Faktoren, lassen dennoch eine konstante Nachfrage mit der Option auf leichte Steigerung im Jahresverlauf erwarten. Dazu gehören die Nachfrage im Bausektor (durch leicht ansteigenden Baugenehmigungszahlen), die konstante Nachfrage der Verpackungsindustrie (entsprechend der Exportlage der deutschen Exportwirtschaft) sowie eine eventuelle Besserung des us-amerikanischen Marktes. Diese Faktoren alleine werden jedoch keine durchgreifende Besserung der Ertragslage ermöglichen. Darüber hinaus bedarf es weiterer, dringender Anpassungen sowohl auf der Rohstoffseite als auch bei den Erzeugerpreisen.

Autor:
Holzi am 22. Feb. 2013 um 13:00 Uhr
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