Forstwirtschaft und Naturschutz sind keine Gegensätze



Der Parlamentarische Staatssekretär beim Bundesminister für Ernährung und Landwirtschaft, Peter Bleser, hat am Montag die Mitglieder des Wissenschaftlichen Beirates für Waldpolitik zu ihrer ersten Sitzung in der neuen Legislaturperiode begrüßt.

"Die Koalitionspartner sind sich einig, die nationale und internationale Waldpolitik auch unter der neuen Regierung am Leitbild einer modernen, nachhaltigen und multifunktionalen Forstwirtschaft auszurichten", sagte Bleser. Die wichtigsten Zielvorgaben hierfür gibt die nationale Waldstrategie 2020 vor.

Bleser begrüßte es daher, dass der Koalitionsvertrag einen klaren Auftrag zur Umsetzung der Waldstrategie enthält. Der Beirat wird Vorschläge zu deren Weiterentwicklung unter­breiten. Im Mittelpunkt der ersten Sitzung des unabhängigen Gremiums mit 15 Experten stand die Umsetzung der nationalen Strategie zur Biologischen Vielfalt im Wald .

Der Leiter der Nordwestdeutschen Forstlichen Versuchsanstalt, Prof. Herrmann Spellmann, stellte dazu die Ergebnisse der aktuellen Studie "Natürliche Waldentwicklung als Ziel der Nationalen Strategie zur biologischen Vielfalt" vor. Hierbei geht es um die Frage, wie das Ziel der Biodiversitätsstrategie in Bezug auf eine natürliche Waldentwicklung umgesetzt werden kann. Für Bleser ist klar: "Forstwirtschaft und Naturschutz sind keine Gegensätze. Seit 300 Jahren wird in Deutschland nachhaltige Forstwirtschaft betrieben. Das ist der Grund dafür, dass wir in Deutschland einen außerordentlich hohen Anteil von Wäldern haben, die zudem einen der größten Holzvorräte in Europa aufweisen."

Eine kürzlich veröffentlichte Studie des Europäischen Forstinstituts belegt eindrucksvoll, dass auch bewirtschaftete Wälder "Hot-spots" der Biodiversität sein können – auch wenn noch Verbesserungen möglich sind.

Bleser erwartet vom Wissenschaftlichen Beirat Antworten auf die Frage "Wie sollen wir die Wälder bewirtschaften?", die für ihn eine der zentralen Fragen der nachhaltigen Landnutzung ist. "Die Sicherung von Arbeitsplätzen und Einkommen, gerade auch im ländlichen Raum, der Klima- und Bodenschutz, die immense Bedeutung der Wälder für die Erholung der Bevölkerung, der Naturschutz – alle diese Funktionen des Waldes müssen zusammengedacht werden. Dies ist eine große intellektuelle und politische Herausforderung."

Ziel ist eine ausgewogene und tragfähige Balance zwischen den steigenden und teilweise konkurrierenden Ansprüchen der Gesellschaft an den Wald und seiner nachhaltigen Leistungsfähigkeit. Bleser betonte, dass dem Wissenschaftlichen Beirat für Waldpolitik hierbei eine Schlüsselrolle zukommt.

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Hintergrundinformation

Obwohl Deutschland eines der am dichtesten besiedelten und hochindustrialisierten Länder Europas ist, besteht rund ein Drittel der Landesfläche aus Wald. Rund 11,1 Millionen der insgesamt rund 36 Millionen Hektar umfassenden Fläche Deutschlands ist mit Wald bedeckt. Mit 42,1 Prozent ist Hessen das Bundesland mit dem prozentual höchsten Anteil Waldfläche, gefolgt von Rheinland-Pfalz (41,7 Prozent) und Saarland (38,3 Prozent). Die häufigsten Baumarten sind die Nadelbäume Fichte (28 Prozent) und Kiefer (24 Prozent), gefolgt von den Laubbäumen Buche (15 Prozent) und Eiche (zehn Prozent). Diese vier Baumarten nehmen zusammen rund drei Viertel der Waldfläche ein. Insgesamt wachsen in den deutschen Wäldern 76 unterschiedliche Baumarten.

Der Wald ist Lebensraum für Tiere und Pflanzen und damit wichtig für die Biodiversität, aber er ist auch für viele Menschen Arbeitsplatz und Erholungsraum. Die Waldstrategie 2020 der Bundesregierung zeigt, wie die verschiedenen Funktionen in Einklang gebracht werden können, die Ansprüche - Nutzung, Schutz und Erholung - erfüllt werden und dabei die nachhaltige Leistungsanforderung der Wälder erhalten bleibt.

Forst- und Holzwirtschaft sind eine wichtige Säule der Bioökonomie oder biobasierten Wirtschaft. Deren Ziel es ist auf den Einsatz endlicher fossiler Rohstoffe wie Erdöl und Erdgas weitgehend zu verzichten und die eingesetzten, nachhaltig erzeugten Rohstoffe ressourceneffizient zu Produkten unterschiedlichster Art zu verarbeiten. Die nachhaltige Bioökonomie leistet damit einen Beitrag zum Schutz des Klimas sowie zur Bewahrung der endlichen Rohstoffe für kommende Generationen.

Autor:
Holzi am 22. Jan. 2014 um 05:27 Uhr
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