Gute Perspektiven für Auszubildende im Forstbereich



Im August und September beginnt traditionell in vielen Betrieben das neue Ausbildungsjahr. Wer sich für eine Ausbildung im Wald entscheidet, trifft eine gute Wahl für seine berufliche Zukunft, denn die Bedeutung des Waldes ist heute größer denn je. Die Waldfläche in Deutschland ist in den letzten Jahr zehnten stetig gewachsen und die Nachfrage nach Holz zum Bauen, Modernisieren und Heizen ist spürbar gestiegen. Mit Hochseilgärten, Klettersteigen oder Baumwipfelpfaden hat auch das touristische Interesse am Wald als Freizeit- und Erholungsraum stark zugenommen. Und nicht zuletzt wird der „grünen Lunge“ als Klima-, Arten- und Wasserschützer eine Aufmerksamkeit zuteil, wie selten zuvor. Um diesen verschiedenen Nutz-, Schutz- und Erholungsfunktionen des Waldes heute und auch in Zukunft zu sichern, ist qualifiziertes Personal notwendig, das den Wald auch weiterhin auf nachhaltige Weise bewirtschaftet. Deshalb investieren vor allem öffentliche Waldbesitzer jedes Jahr in die Ausbildung kompetenten Nachwuchses.

Welche Ausbildungsmöglichkeiten gibt es?

Forstwirtschaftsmeister/in, Forsttechniker/in, Baumpfleger/in oder Referent/in im Bereich Umweltbildung und Naturschutz– der Wald bietet eine Vielzahl an spannenden Arbeitsplätzen. Die Basis für diese Berufe bildet meist eine Ausbildung zum Forstwirt oder zur Forstwirtin. Die Ausbildung dauert in der Regel drei Jahre, kann aber auf zwei Jahre verkürzt werden, wenn z.B. eine bereits abgeschlossene Berufsausbildung oder die Fachhochschulreife vorliegt. Mindestvoraussetzung ist der Hauptschulabschluss. Der Schwerpunkt der Forstwirtausbildung liegt auf der Waldbewirtschaftung und Holzproduktion. Das Aufgabenspektrum reicht von der Saat oder Pflanzung neuer Bäume über den Zaunbau und die Wegepflege bis hin zur Holzernte. Den Großteil der Lehre absolvieren die Auszubildenden an ihrer Ausbildungsstätte, also im Forstbetrieb. Hinzu kommen mehrwöchige Unterrichtsblöcke in einer der insgesamt 18 forstlichen Bildungsstätten in Deutschland. Nach erfolgreichem Abschluss der Ausbildung stehen den jungen Menschen eine ganze
Reihe an Weiterbildungsmöglichkeiten offen, z.B. zum Forstwirtschaftsmeister, zum Fachagrarwirt oder zum staatlich geprüften Natur-und Landschaftspfleger. Potentielle Arbeitgeber sind neben öffentlichen und privaten Waldbesitzern auch Forstbetriebsgemeinschaften (Zusammenschlüsse von kleineren Waldbesitzern) und in den letzten Jahren zunehmend Dienstleistungsunternehmen der Forstbranche.

Nachfrage steigend: Harvester -Fahrer/in

Der Einsatz von Forstmaschinen, bspw. von Harvestern, ist heute zu einem unverzichtbaren Bestandteil der Holzernte geworden. Einem immer größer werdenden Angebot an Maschinentypen steht aktuell jedoch ein Mangel an geschultem Fachpersonal gegenüber. Die Weiterbildung zum Forstmaschinenführer/in bietet deshalb für gelernte Forstwirte besonders gute berufliche Perspektiven. Die Fortbildung dauert in der Regel acht bis zehn Wochen und wird von vielen forstlichen Bildungszentren angeboten.

Perfekt zum Reinschnuppern: Praktika undFÖJ/ÖBFD

Wer sich noch nicht sicher ist, ob die Arbeit im Wald das Richtige ist, dem bietet ein mehrwöchiges Praktikum in einem Forstbetrieb eine gute Gelegenheit, um in die verschiedenen Berufsbilder und Tätigkeitsbereiche im Wald hinein zu schnuppern. Dabei ist voller Einsatz gefragt, z.B. bei der Pflanzung junger Bäume, bei Waldpflege- und Naturschutzarbeiten sowie bei der Durchführung von Veranstaltungen mit Kindern und anderen Waldbesuchern. Für Schülerinnen und Schüler sowie für Schulabgänger ab dem 18. Lebensjahr besteht in einigen Forstämtern zudem die Möglichkeit, ein Freiwilliges Ökologisches Jahr (FÖJ) bzw. einen Ökologischen Freiwilligendienst (ÖBFD) zu absolvieren.

Eine aktuelle Übersicht über die zuständigen Stellen für eine Berufsausbildung im Forstbereich gibt es auf der Seite des Verbandes der Landwirtschaftskammern unter: www.landwirtschaftskammern.de/bildung.htm

Autor:
Holzi am 06. Sep. 2013 um 04:33 Uhr
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