HDH und BDF unterstützen Projekte zur Ökobilanzierung



Das Johann Heinrich von-Thünen-Institut (vTI) in Hamburg weitet sein Engagement hinsichtlich der Erhebung von Ökobilanzdaten und Stoffstromanalysen im Holzsektor aus. Daraus resultieren zwei Forschungsprojekte zur Ökobilanzdaten-Erhebung für Holz -Fertighäuser und holzbasierte Möbel. Projektpartner sind der Bundesverband Deutscher Fertigbau (BDF) und der Hauptverband der Deutschen Holz und Kunststoffe verarbeitenden Industrie (HDH) in Bad Honnef.

Mitte Mai 2010 fand in der Geschäftsstelle des BDF ein Kickoff-Meeting für ein Projekt zur Ökobilanzierung von Holz-Fertighäusern statt: „Da die Holzverwendung im Bauwesen sowohl mengen- als auch wertmäßig die wichtigste Schiene der stofflichen Nutzung von Holz darstellt, sollen durch dieses Projekt die Potenziale und Beiträge des Holzbaus zur Erreichung der CO2-Reduktionsziele der Bundesregierung herausgearbeitet werden“, so BDF- und HDH-Hauptgeschäftsführer Dirk-Uwe Klaas. Zu Gast war neben den am Projekt beteiligten Mitgliedsunternehmen des BDF auch Johann Dengg aus dem Referat Holzmarkt im BMELV, der dem Holzbau eine hervorragende Umweltbilanz bescheinigte. „Der Holzbau trägt zweifellos zum Klimaschutz bei, wenn der Rohstoff aus nachhaltiger Forstwirtschaft stammt. Zu beachten ist auch, dass es sich bei Holzgebäuden um einen Werkstoffverbund verschiedener Materialien handelt. Um die ökologischen Vorteile des Holzbaus auch politisch aktivieren zu können, müssen diese mit wissenschaftlich belastbaren Fakten untermauert sein“, so Dengg.

Die an dem Projekt beteiligten BDF-Mitgliedsunternehmen repräsentieren rund 85 Prozent der deutschen Holz-Fertigbauindustrie. „Wir freuen uns über den Beginn unserer Zusammenarbeit, denn der Holzbau steht nicht nur für die Energieeffizienz im Sinne des Energieverbrauchs bei der Nutzung, sondern eben auch für eine ökologisch vorzügliche und Klima schonende Bauweise“, so Dirk-Uwe Klaas. „Bislang liegen aus vorangegangenen Studien Ökobilanz-Daten für einzelne Bauprodukte, aber kaum für ganze Häuser in Holzbauweise – und schon gar nicht einer ganzen Branche – vor, daher ist das Projekt wichtig und einzigartig.“

Das Projekt soll auch auf den Erkenntnissen des beim vTI bereits seit August 2009 laufenden FNR-Projektes „ÖkoHolzBauDat“ aufbauen. Dazu der wissenschaftliche Leiter des Projektes, Diplom-Forstingenieur Sebastian Rüter: „Im Rahmen des FNR-Projektes erheben wir Ökobilanzdaten der Säge-, Holzwerkstoff-, Holzleimbau- und Parkettindustrie. Dennoch ist auch noch Grundlagenarbeit für den komplexen Prozess der Fertighaus-Herstellung zu leisten . Die Fertighaus-Industrie ist die einzige, die die notwendigen Materiallisten und Produktionsdaten ohne großen Zusatzaufwand aus einer Hand anbieten kann“, so Rüter.

Der BDF ist der Meinung, dass auch im Hinblick auf die Aktivitäten des Bundesbauministeriums im Bereich Nachhaltiges Bauen der Holzbau beim Thema Nachhaltigkeit seine Vorteile endlich ausspielen muss. Zudem sind weitere wissenschaftlich fundierte Daten erforderlich, um Ökobilanz-Studien, wie von der Massivbaubranche veröffentlicht, richtig stellen zu können. Im vergangenen Jahr hatte der BDF bereits ein Merkblatt herausgegeben, in dem eine Ökobilanzstudie des Instituts für Massivbauweise der TU Darmstadt sehr kritisch bewertet wurde.

Das vTI in Hamburg startet darüber hinaus mit dem HDH ein weiteres Projekt zur Ökobilanzierung von Möbeln. Hier finden derzeit erste Gespräche mit interessierten Unternehmen statt. „Auch für Konsumprodukte wie Möbel werden Aussagen über Treibhauspotenzial oder Primärenergiebedarf in Zukunft in der Politik und beim Kunden eine Rolle spielen“, so Klaas, „daher engagieren wir uns auch hier.“

Autor:
Holzi am 04. Jun. 2010 um 09:42 Uhr
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