Die Hersteller führen Öko-Label, der Handel macht aber noch zu wenig daraus



Immer mehr renommierte Möbel- und Küchenhersteller sind PEFC -zertifiziert. Damit kommen sie den Wünschen der Verbraucher entgegen. Was bislang meist noch fehlt, ist die „grüne“ Beratungskompetenz im Handel. Hier wissen die wenigsten Fachverkäufer, ob und wann Möbelhölzer aus unbedenklichen Quellen, sprich: vorbildlich bewirtschafteten Wäldern, stammen.

Große Namen der Möbel- und Küchenindustrie reihen sich ein in die immer länger werdende Liste derjenigen Unternehmen, die ihren Kunden Gewissheit geben wollen, dass ihre Produkte höchsten Maßstäben an Nachhaltigkeit und Umweltverträglichkeit gerecht werden. Bei den Küchenproduzenten sind dies unter anderem Häcker, Leicht, Nobilia, Rotpunkt, RWK, Schüller, Zeiler und Zeyko. Zahlreiche Möbelwerke zählen dazu, zum Beispiel ASS, CS Schmal, Decker, FMD, Kusch, Nolte und Paschen, bei den Zulieferern etwa Karat und Pante. Sie und viele andere beweisen ihren Kunden „schwarz auf weiß“, dass das verwendete Holz aus nachhaltiger Waldbewirtschaftung stammt und die Herkunftskontrolle in jedem Stadium des Produktionsprozesses bis hin zum Endprodukt gewährleistet ist. Dazu haben sich die Hersteller nach den Kriterien von PEFC Deutschland zertifizieren lassen, dem deutschen Trägerverein des weltweit größten Zertifizierungssystems für Wald und Holz. Das PEFC-Zertifikat ist bei Bundes- und Landesbehörden anerkannt und wird von Kommunen und vielen Großkonzernen bei Einrichtungsprojekten und Neumöblierungen als Beschaffungskriterium vorausgesetzt.

Nachhaltigkeit muss glaubhaft sein

Dirk Teegelbekkers, Geschäftsführer von PEFC Deutschland, freut sich über die positive Entwicklung und lobt die Entscheidung für eine unabhängige, streng kontrollierte Zertifizierung: „Viele Firmen in den unterschiedlichsten Branchen betreiben ´Greenwashing´ und legen sich ein grünes Mäntelchen um, um ihre Kunden zu beruhigen. Es ist äußerst ermutigend, dass so viele große Namen in der Möbel- und Küchenbranche da nicht mitmachen, sondern sich für ein firmenunabhängiges und glaubhaftes Zertifikat mit festen Standards, klaren Kriterien und unabhängigen Kontrollen entscheiden. Somit haben ihre Kunden die Sicherheit, die sie brauchen, um ihre Kaufentscheidung mit bestem Wissen und Gewissen zu tätigen.“

Dass der Faktor Nachhaltigkeit bei der Produktwahl immer wichtiger wird, ist nicht nur ein Gerücht. Laut einer 2013 von der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) im Auftrag von PEFC Deutschland durchgeführten Umfrage fordern 80,1 Prozent aller Deutschen von „grün“ auftretenden Firmen einen echten Nachhaltigkeitsbeweis. Sie halten firmenunabhängige Qualitätszeichen für diesen Nachweis geeignet, beispielsweise das PEFC-Siegel für nachhaltig erzeugte Hölzer und Holzwerkstoffe.

Kritische Schnittstelle: der Möbelhandel

Für Teegelbekkers ist die größte Herausforderung nicht mehr, die Möbel- und Küchenhersteller vom Sinn der Zertifizierung zu überzeugen. Inzwischen habe sich die Erkenntnis verbreitet, dass eine ökologisch weiße Weste für den zukünftigen Geschäftserfolg an Bedeutung gewinnt. Die größere Aufgabe, so der PEFC-Geschäftsführer, liege woanders: im Handel. Teegelbekkers meint: „Ausgerechnet die Schnittstelle zum Kunden ist häufig eine Schwachstelle. Der Handel ist nur selten im Bilde, welche Hersteller den Ansprüchen der Kunden an Nachhaltigkeit gerecht werden.“ Dazu müsste der Möbelhandel besser informiert sein. Die Fragen vieler engagierter und kritischer Kunden, zum Beispiel ob das Möbelholz – egal ob massiv, furniert oder gepresst – aus gefährdeten Regenwäldern oder illegalem Raubbau anderswo stammt, könne von den Händlern nur selten beantwortet werden, obwohl sie in vielen Fällen nur auf das PEFC-Zeichen hinweisen müssten. „Hier lässt der Handel bislang große Chancen liegen. Eine Handelskette, die ihr Personal entsprechend schult, könnte gerade bei den Trendsettern und Meinungsführern unter den Verbrauchern viel Boden gutmachen“, wertet Teegelbekkers.

Der Möbel- und Einrichtungshandel hat das Potenzial, das ihm Nachhaltigkeitssiegel bieten, noch nicht wahrgenommen. Hier sind beispielsweise Discounter wie ALDI oder dm wesentlich weiter, und auch Baumärkte wie Bauhaus: Sie nutzen das PEFC-Siegel aktiv in ihrer Werbung sowie auf der Verpackung von Eigenmarken. Aus dem Thema ergeben sich viele Möglichkeiten einer emotionalen Kundenansprache: Schließlich entspricht der Schutz von Wäldern in Deutschland und in aller Welt nicht nur der verantwortungsvollen Geschäftspolitik der PEFC-zertifizierten Unternehmen sondern auch zu 100 Prozent den Interessen und Wünschen aller Kunden zwischen Flensburg und Füssen, Görlitz und Aachen.

Möbel- und Küchenhersteller, die sich für eine Zertifizierung durch PEFC interessieren, können die Informationsbroschüre „Vom Wald zum Produkt“ als PDF herunterladen:
https://pefc.de/tl_files/dokumente/fuer_unternehmen/CoC-Broschu%CC%88re....

Mit dem kleinen Nachschlagewerk „Die wichtigsten Argumente für PEFC“ steht Unternehmen eine weitere nützliche Handreichung zur Verfügung. Beide Broschüren können direkt bei PEFC Deutschland (Adresse siehe unten) kostenlos angefordert werden.

Autor:
Holzi am 29. Apr. 2013 um 05:23 Uhr
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