Holzverabeiter enttäuscht über NRW-Landesumweltminister



Mit großer Enttäuschung reagieren die Holzverabeiter im Sauerland auf ein Schreiben von NRW-Landesumweltminister Johannes Remmel (BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN) zum Thema Rundholzversorgung. Die mehr als 30 Mittelständler, die sich in der „Initiative Holz und Arbeit NRW“ zusammengeschlossen haben, fühlen sich vom Minister nicht ernst genommen und wollen nicht länger vertröstet werden. Hintergrund ist der akute Holzmangel in NRW, der durch die im Raum stehenden größeren Rundholzlieferungen an den österreichischen Großsäger Klausner massiv verschärft würde: Sollte zwischen Klausner und dem Land NRW bis Anfang November kein Vergleich zustande kommen, muss NRW rund 200 000 Festmeter Holz allein in diesem Jahr liefern. Für viele der heimischen Holzverarbeitungsbetriebe wäre dies der sichere Todesstoß. Erneut fordern die Unternehmer daher das Land auf, ersatzweise Holz aus dem Ausland zu importieren, statt Holz aus den NRW-Wäldern an Klausner zu liefern; viele der rund 180 000 Arbeitsplätze in der NRW-Holzindustrie seien sonst gefährdet.

Im Sommer hatten sich über 30 mittelständische Holzverarbeitungsbetriebe im Sauerland zur „Initiative Holz und Arbeit NRW“ zusammengeschlossen und den Landwirtschaftsminister aufgefordert, im Sinne der Unternehmen aktiv zu werden. In einem offenen Brief an die Landesregierung und politische Entscheidungsträger in Nordrhein-Westfalen bat das Bündnis „Holz und Arbeit NRW“ um eine Lösung im Rechtsstreit des Landes mit dem österreichischen Konzern Klausner. Notfalls müssten auch unkonventionelle Lösungswege, wie der Import von Rundholz aus dem Ausland, in Betracht gezogen werden. Mit Blick auf akut drohende Insolvenzen müsse es im Interesse der Landesregierung sein, die Rundholzversorgung heimischer Betriebe unabhängig von einem gerichtlichen Urteil oder einer außergerichtlichen Einigung mit Klausner perspektivisch zu sichern. Nach Ansicht der Holzverarbeiter sind im Falle einer Lieferverpflichtung des Landes Rundholzimporte für Klausner nicht nur notwendig, um die standortnahe Belieferung heimischer Betriebe und damit deren Existenz zu sichern, sondern es können sich daraus bei kürzeren Lieferwegen aus Osteuropa zu den Klausnerstandorten in Thüringen und Sachsen außerdem weitere ökonomische und ökologische Vorteile ergeben.

Die Unternehmer weisen auch Remmels Formulierung zurück, wonach „Sägewerkskunden im üblichen Umfang weiter wie bisher beliefert“ würden. Im Gegenteil: Die Rundholzversorgung ist nach Auffassung der Betriebe weiterhin äußerst angespannt. „Mittelständischen Holzverarbeitern darf kein Rundholz aus dem Staatswald vorenthalten werden“, so Dr. Hubertus Weber von der Team Timber GmbH. In vielen Mittelstandsbetrieben sei die Situation inzwischen so prekär, dass einzelne Unternehmer überlegen, mit spektakulären Aktionen an die Öffentlichkeit zu gehen.

Das Hauptverfahren zu den Lieferverträgen und Schadenersatzforderungen des Großkonzerns Klausner wird für das kommende Jahr erwartet. Klausner fordert auf Grundlage eines nach dem Sturm Kyrill im Jahr 2007 geschlossenen Vertrages vom Land Nordrhein-Westfalen weiterhin die Lieferung von rund 500.000 Kubikmetern Fichtenstammholz jährlich – rückwirkend von 2010 bis Ende 2014. Im Landeswald können pro Jahr jedoch nur 200.000 Kubikmeter nachhaltig bereitgestellt werden.

Im Falle umfangreicher Holzlieferungen an Klausner befürchten die Sägebetriebe einen drohenden Lieferstopp von Rundholz und dadurch bedingt die Insolvenz zahlreicher regionaler Unternehmen und den Verlust vieler der rund 180.000 Arbeitsplätze entlang der Wertschöpfungskette Holz in Nordrhein-Westfalen. Erste Betriebe haben bereits Insolvenz angemeldet.

Autor:
Holzi am 21. Okt. 2013 um 10:21 Uhr
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