Naturbewusstseinsstudie belegt auch Wert von Stadtnatur für die Bevölkerung



Eine große Mehrheit der Deutschen wünscht sich strengere Regeln und Gesetze für die Landwirtschaft. Landwirte sollen mehr Rücksicht auf Natur und Tierwohl nehmen. Den Einsatz von Genpflanzen lehnen die Deutschen klar ab. Das sind einige Ergebnisse der neuen Naturbewusstseinsstudie, die Bundesumweltministerin Barbara Hendricks und BfN-Präsidentin Beate Jessel heute in Berlin vorgestellt haben.

Hendricks: "Die Bürgerinnen und Bürger senden uns starke Signale im Bereich der Agrarpolitik. Die Deutschen wünschen sich eine Landwirtschaft, die naturverträglich ist und das Wohl der Tiere respektiert. Es gibt eine große gesellschaftliche Mehrheit für eine Agrarwende. Das bestärkt mich in meiner Forderung, das System der Agrarsubventionen vom Kopf auf die Füße zu stellen. Zahlungen an Landwirte soll es zukünftig nur bei einem gesellschaftlichen Mehrwert geben und nur bei konkreten Leistungen für die Natur. Was die Bevölkerung zu Recht nicht akzeptiert, sind gentechnisch veränderte Pflanzen."

BfN-Präsidentin Beate Jessel: "Die Naturbewusstseinsstudie zeigt eines ganz deutlich: Die Natur spielt für die Bevölkerung eine sehr wichtige Rolle und hat für die Menschen eine hohe persönliche Bedeutung. Bemerkenswert sind jedoch die Unterschiede zwischen den Generationen und zwischen der Stadt- und Landbevölkerung. So sehen junge Menschen seltener Handlungsbedarf als ältere. Großstädter messen der Natur eine geringere Wertschätzung bei als Menschen, die in kleineren Orten leben. Diese Erkenntnisse bestärken uns in unserem Ziel, uns für eine positive Mensch-Natur-Beziehung einzusetzen, insbesondere bei der jungen Bevölkerung und den Menschen in der Stadt."

Die aktuelle Naturbewusstseinsstudie hat zum ersten Mal detailliert die Einstellung der Deutschen zum Themenbereich Naturschutz und Landwirtschaft abgefragt. Demnach befürworten 83 Prozent der Befragten strengere Regeln und Gesetze zum Schutz der Natur in der Landwirtschaft (45 Prozent "voll und ganz"/38 Prozent "eher"). 92 Prozent wünschen sich, dass Landwirtinnen und Landwirte die Auswirkungen ihres Tuns auf die Natur beachten. 93 Prozent fordern die Beachtung des Tierwohls bei der Lebensmittelproduktion. 76 Prozent halten es für wichtig, dass der Einsatz von Genpflanzen in der Landwirtschaft verboten wird.

Die Naturbewusstseinsstudie enthält zudem erstmals repräsentative Daten zum Thema "Stadtnatur". 94 Prozent der Befragten sind der Meinung, Natur solle möglichst in allen Teilen der Stadt zugänglich sein. Die Daten zeigen, dass gerade einkommensschwache und ältere Menschen die Stadtnatur besonders häufig nutzen.

Hendricks: "Immer mehr Menschen ziehen in die Städte, wollen aber die Natur nicht missen. Stadtnatur ist auch eine Frage der sozialen Gerechtigkeit. Alle Bürgerinnen und Bürger sollen Natur in der Stadt zu Fuß erreichen können. Wir wollen darum dabei helfen, die Siedlungen grüner zu machen - mit Stadtparks und Straßenbepflanzungen, aber auch durch die Begrünung von Fassaden und Dächern oder die Förderung von "urban gardening" oder interkulturellen Gärten."

Autor:
Holzi am 28. Apr. 2016 um 06:32 Uhr
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Comments

Sehr interessante Studie! Es ist langsam an der Zeit, dass alle Menschen ein größeres Naturbewusstsein bekommen. Sonst müssen die nachfolgenden Generationen unter unserer Verschwendung leiden. Gruß Max, von Heckenschere Test

Max um 18:03 Uhr

Es ist unheimlich wichtig, dass wir die Probleme unserer Umwelt ernst nehmen. Es ist ja doch etwas beruhigend, dass es offenbar ein großteil der Bevölkerung tut, doch es sollte auch in Politik und Wirtschaft umgesetzt werden. Ich finde z.B diese Coffee-to-go-Becher richtig ätzend. Jeder läuft tagtäglich damit herum und denkt gar nicht daran wie umweltschädlich die Dinger sind. Da sollte man in der Politik mal darüber nachdenken härtere Auflagen für solche Hersteller einzuführen. Man könnte z.B versuchen effektive Ressourcenschonung zu betreiben, indem man umweltfreundliche Kaffeebecher (siehe hier: Portal.naturesse.de) einführt. Ich finde so hohe Kosten sind das gar nicht und es ist eine gute Methode wenigstens einen kleinen Schritt zum Wohle der Umwelt zu gehen.

HorniBi um 10:39 Uhr

Ich bin absolut überzeugt davon, dass die Natur ein essentieller Bestandteil unseres Lebens ist. Wir müssen sie schützen und wahren und aus dem Grund sollten wir strengere Regeln und Gesetz in Betracht ziehen.
VG Ilona

Ilona um 07:53 Uhr

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