Parkett erobert Bad und Küche



Lange Zeit galt Parkett als repräsentativer Boden nur für die „gute Stube“. Doch heute können moderne Einrichter die Wertigkeit von Echtholz nicht nur im Wohnzimmer, sondern im ganzen Haus erleben. „Wenn man ein paar Tipps beachtet, eignet sich Parkett auch für stark beanspruchte Räume wie die Küche oder sogar für das Badezimmer“, sagt der Vorsitzende des Verbandes der deutschen Parkettindustrie (vdp), Ralph Plessmann.
Hain_Nussbaum
Holz und Wasser vertragen sich nicht, heißt es. Dabei ergeben die Naturmaterialien, richtig eingesetzt, sogar eine besonders reizvolle Kombination. Beim Gedanken an ein Schiffsdeck, einen Bootssteg oder an eine Sommerterrasse im Freien wünschen sich viele Menschen auch in den so genannten Barfuß-Bereichen zu Hause einen natürlichen Untergrund. Holzfußböden machen aus dem gewöhnlichen Badezimmer einen Wellness-Bereich mit Stil.

Konkurrenz für die „Keramikabteilung“

Vergleicht man ein heutiges Badezimmer mit einem Badezimmer aus den 50er und 60er Jahren zeigt sich deutlich ein Wandel des Stellenwertes eines Badezimmers. Stand früher eher das funktionale im Vordergrund wird heute der Raum als Erholungs- und Entspannungszone wahrgenommen. Das zeigt sich auch in der Ausstattung. Edle Hölzer und schicke Armaturen und Ausstattungselemente sorgen für Wohlempfinden in den Badezimmern. Geblieben sind aus der Mitte des vergangenen Jahrhunderts das Bedürfnis nach Qualität und der Wunsch, den wiedererlangten Reichtum zu zeigen. Klangvolle Namen wie Villeroy und Boch zogen auch in den Sanitärbereich ein. Heutzutage bietet dieses Unternehmen eine edle Kombination aus Holz und Keramik an: Sanitärmöbel für das Bad, die mit Holz kombiniert sind – was perfekt in den Trend zur Entspannung passt. Das warme Holz nimmt dem Keramik etwas von seiner Kühle, wie beispielsweise bei dieser Badewanne mit Holzkonsole in Kastanie . Optisch harmonieren auch Kombinationen verschiedener Holzarten im Bad miteinander. Was bedeutet, dass die Bad-Möbel und das Parkett durchaus aus unterschiedlichen Holzarten bestehen können und trotzdem sehr gut zueinander passen.

Geeignet für das Bad sind harte Holzarten wie Eiche oder Nussbaum, die bei Nässe nur wenig schwinden oder quellen. Schiffsplanken werden oft aus Jatoba, Doussie, Merbau oder Teak gemacht, doch stellt sich bei tropischen Hölzern die Frage, ob sie aus nachhaltiger Forstwirtschaft stammen. Als einheimische Alternative zum Tropenholz bietet sich Räuchereiche an, das ebenfalls eine dunkle, warme Tönung hat. Die für Parkettböden ansonsten beliebte Buche eignet sich dagegen nicht für feuchte Räume, da ihr Holz sich bei Nässe zu stark zusammenzieht.

Die Luftfeuchtigkeit im Bad entspricht die meiste Zeit über einem normalen Wohnraum, wenn regelmäßig gelüftet wird. Durch Duschen oder Baden wird die Luft zwar kurzfristig viel feuchter, doch das schadet dem Boden nicht. Als Faustregel gilt, dass Parkett bei normaler Raumtemperatur von 20 bis 22 °C und einer Luftfeuchtigkeit bis 70 Prozent dauerhaft auch im Bad haltbar bleibt. Nasse Füße und vorübergehende Pfützen, zum Beispiel beim Baden, sind unvermeidlich. Doch das ist kein Problem, wenn die Nässe sofort aufgewischt wird und nicht lange auf dem Boden bleibt. Nur für reine Nassbereiche mit stehender Feuchtigkeit, wie zum Beispiel als Duschboden, ist Parkett nicht geeignet.

Im Bad sollten Holzböden am besten von qualifizierten Handwerkern verlegt werden. Zu empfehlen ist die vollflächige Verklebung mit dem Untergrund. Dann werden die Kanten mit einem elastischen Dichtstoff fachgerecht abgedichtet. Auch die Fugen zwischen den Parkettstäben kann man damit verschließen, wie man es zum Beispiel im Poolbereich von Kreuzfahrtschiffen sieht. Eine geölte Oberfläche hat im Bad den Vorteil, dass Wasser nicht durch Risse unter die Versiegelung geraten kann. Saugt der Boden beim Wischen ungewohnt viel Feuchtigkeit auf, sollte die Oberfläche erneut mit Wachs oder Öl behandelt werden.
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Holz macht die Wohnküche wohnlich

Offene Wohnküchen sind kommunikativ und bieten viele Optionen für die Innenarchitektur. Es bietet sich an, die Räume mit einem durch gehenden Parkett- oder Dielenboden zu verbinden. Man sollte nur darauf achten, dass der Fußboden in der Küche meist stärker belastet wird als beispielsweise der Boden im Schlafzimmer. Deshalb gilt auch für die Küche, bevorzugt Harthölzer wie Eiche zu verwenden.

Vor allem sollte das Parkett ausreichend dick sein; das gilt sowohl für Massiv- als auch für Mehrschichtparkett, dessen Nutzschicht es in unterschiedlichen Stärken gibt. In der Küche kommt es häufiger als in anderen Räumen vor, dass etwas auf den Boden fällt und Macken im Bodenbelag hinterlässt. Das ist aber kein Grund, sich gegen Parkett zu entscheiden – ganz im Gegenteil. Denn eine dicke Holzschicht kann man nach ein paar Jahren einfach abschleifen und neu versiegeln oder ölen.

Keine Angst vor Gebrauchsspuren

Versiegeltes Holz ist in der Regel leichter zu pflegen, doch in der Küche ist geöltes Parkett aus einem anderen Grund empfehlenswert: Bei kleinen Beschädigungen oder Flecken kann die betroffene Stelle ausgebessert und neu geölt werden, ohne dass gleich der gesamte Boden renoviert werden muss. Die unvermeidlichen Saftflecken und Fettspritzer hinterlassen normalerweise keinen bleibenden Eindruck, sondern werden einfach mit einem nebelfeuchten Tuch aufgewischt.

Ein Holzboden mit Gebrauchsspuren sieht nicht zwangsläufig schlecht aus, sondern wirkt gemütlich. Vielen Menschen gefällt zum Beispiel die „Patina“ von Dielen, die längere Zeit bewohnt wurde, sogar besonders gut. Man kann bei Parkett daher auch von vornherein zu rustikalen Sortierungen mit lebhafter Holzstruktur greifen. Sie geben der Küche nicht nur ein wohnliches Ambiente, sondern sind besonders pflegeleicht, weil leichte Kratzer und Flecken oft gar nicht auffallen.

Mehr über Parkett in Internet: www.parkett.de

Autor:
Holzi am 30. Jan. 2009 um 05:38 Uhr
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Comments

Parkett im Bad?
Eine schöne Idee, aber in einem großen Haushalt befürchte ich, dass gerade Kinder schnell vergessen, eine Pfütze aufzuwischen... Im Bad geht es wegen der Feuchtigkeit ja auch um Hygiene, und ich habe gelesen, dass es antibakteriellen Holzlack gibt. Aber Parkett kann man ja schlecht lackieren. Gibt es da etwas spezielles für Holzböden oder reicht wischen schon aus?

Elena um 07:19 Uhr

Hallo Elena,
das mit den Bakterien kann man bei den meisten Holzarten vernachlässigen, das das Holz die meisten Bakterien selber abbaut. Ob man mit Lack besser dran ist als mit geölten Böden ist so eine Sache, die jeder selber für sich entscheiden muß. Aber gut geölter Boden nimmt das Wasser auch nur sehr sehr langsam auf. Aber das sollte man schon wissen, wenn man ein Blog über Holz betreibt oder Puzzled Eye-wink

MfG

Michael Finger (Holzi)
Holztechniker

Statistik->Die einzige Wissenschaft, bei der verschiedene Experten aus denselben Zahlen unterschiedliche Schlüsse ziehen können.
– Evan Esar (1899-1995), amerikanischer Humori

Holzi um 10:24 Uhr

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