Pfleiderer-Anleihegläubiger unterstützen Restrukturierungskonzept



Die Hybridanleihegläubiger einer von der Pfleiderer Finance B.V. begebenen Hybrid-Schuldverschreibung haben am 20. Juni 2011 dem von der Geschäftsleitung unterbreiteten Vorschlag zugestimmt, ihre Schuldverschreibungen gegen das Recht zum Erwerb von Aktien der Pfleiderer AG einzutauschen. Die Pfleiderer Finance B.V. ist eine hundertprozentige Tochtergesellschaft der Pfleiderer AG.

Damit befindet sich die finanzielle Restrukturierung des Konzerns weiter im Zeitplan. Die heutige Entscheidung bereitet den Weg für eine notwendige Zustimmung durch die außerordentliche Hauptversammlung am 21. Juli 2011.

Mit dem heutigen Beschluss verzichten die Inhaber der 2007 begebenen Hybridanleihe mit einem Nominalvolumen von 275 Mio. Euro vollständig auf ihre Forderungen. Im Gegenzug erhalten die Gläubiger der Hybridanleihe das Recht zum Erwerb von bis zu 4% des Grundkapitals der Pfleiderer AG nach Durchführung der geplanten Kapitalerhöhung. Der heutige Verzicht entspricht inklusive der aufgelaufenen nicht gezahlten Zinsen einer weiteren Entschuldung des Pfleiderer-Konzerns um rund 330 Mio. Euro. Der Verzicht steht unter anderem unter der Voraussetzung, dass auch die außerordentliche Hauptversammlung der Pfleiderer AG am 21. Juli 2011 dem Restrukturierungskonzept zustimmt und die geplante Kapitalerhöhung der Pfleiderer AG durchgeführt wird.

Hans H. Overdiek, Vorstandsvorsitzender der Pfleiderer AG: “Mit der heutige Entscheidung hat die Pfleiderer AG einen großen Schritt vorwärts gemacht. Nachdem wir Finanzgläubiger und Hybridanleihegläubiger von der Notwendigkeit und Tragfähigkeit des Sanierungsplans überzeugen konnten, gilt es nun auch die Aktionäre dazu zu bewegen, den eingeschlagen Weg mit uns zu gehen. Die Umsetzung der geplanten Kapitalmaßnahmen führt zu einer massiven Entschuldung und gibt uns den notwendigen Handlungsspielraum, um auch die operative Restrukturierung unseres Konzerns voranzutreiben. Alles was die Pfleiderer AG und ihre mehr als 5000 Mitarbeiter nun brauchen, ist die Unterstützung der Aktionäre.“

Wesentliche Punkte der finanziellen Restrukturierung des Pfleiderer-Konzerns:

Das finanzielle Restrukturierungskonzept umfasst einen Forderungsverzicht der Alt-Gläubiger auf Finanzverbindlichkeiten des Konzerns in Höhe von 40 % der ausstehenden Forderungen. Hinzu kommt ein Teil der aufgelaufenen Zinsen und Gebühren. Dies entspricht einem Betrag von insgesamt rund 380 Mio. Euro.
Die Alt-Gläubiger haben der Gesellschaft im Mai 2011 zudem einen zusätzlichen Kreditrahmen von 100 Mio. Euro als erstrangig besichertes Darlehen zur Verfügung gestellt. Dieses Darlehen soll nach Durchführung der geplanten Kapitalmaßnahmen zur Hälfte wieder zurückgeführt werden.
Vorstand und Aufsichtsrat schlagen der außerordentlichen Hauptversammlung, welche am 21. Juli 2011 stattfinden wird, einen massiven Kapitalschnitt vor. Dieser wird dazu führen, dass die Aktionäre zunächst nur noch ca. 0,8 % des bisherigen Grundkapitals halten werden; sie haben aber die Möglichkeit, im Zuge einer Kapitalerhöhung den Anteil auf bis zu rund 16 % aufzustocken.
Zur Wiederherstellung einer soliden Eigenkapitalbasis ist eine Barkapitalerhöhung mit einem Mittelzufluss von bis zu 100 Mio. Euro geplant. Davon sollen 60 Mio. Euro von bestimmten erstrangig besicherten Alt-Gläubigern erbracht werden, während bis zu 40 Mio. Euro von den Aktionären der Pfleiderer AG oder sonstigen Dritten finanziert werden sollen.
Die Finanzgläubiger sind zudem bereit, in Höhe jenes Teils der Kapitalerhöhung, der von den Aktionären oder sonstigen Dritten nicht erbracht wird, einen weiteren erstrangigen Kredit von bis zu 40 Mio. Euro zur Verfügung zu stellen. Damit ist der vorgesehene Mittelzufluss von bis zu 100 Mio. Euro in jedem Fall gesichert.
Nach Vollzug der Kapitalerhöhung sollen die Alt-Gläubiger, welche sich an der Barkapitalerhöhung beteiligen, mindestens 80 % am erhöhten Grundkapital der Pfleiderer AG halten. Dieser Anteil kann sich in dem Maße erhöhen, in dem weder die bisherigen Altaktionäre noch Dritte die auf sie entfallenden Aktien an der Kapitalerhöhung zeichnen. Die Mehrheitsposition reflektiert den signifikanten Forderungsverzicht und die Garantie des Mittelzuflusses durch die Alt-Gläubiger in Höhe von bis zu weiteren 40 Mio. Euro.
Die Aktionäre können ihren Anteil am Grundkapital durch Zeichnung des auf sie entfallenden Anteils an der Kapitalerhöhung gegen eine Bareinlage von bis zu 40 Mio. Euro um bis zu 15 % von 0,8 % auf bis zu rund 16 % erhöhen.
Es wird erwartet, dass die Umsetzung des Restrukturierungskonzepts bis weit ins zweite Halbjahr 2011, gegebenenfalls bis ins erste Quartal 2012 dauern wird.

( Quelle: pfleiderer.com )

Autor:
Holzi am 21. Jun. 2011 um 10:27 Uhr
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