Ein Tag im Zeichen Afrikas



Am Dienstag, den 29. März 2011 besucht der Botschafter der Republik Uganda, Francis K. Butagira, die Hochschule für Forstwirtschaft Rottenburg (HFR). Der Botschafter, der auf Einladung des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kunst (MWK) in Baden-Württemberg ist, informiert sich am Schadenweilerhof über die Aktivitäten der HFR in seinem Land und über mögliche weitere Kooperationen.

Seit einigen Jahren unterstützt die HFR ein Aufforstungsprojekt in einer durch Überweidung und Brandrodung devastierten Region im Nordwesten Ugandas. Dort, in Kikonda, wird versucht, mit schnell wachsenden Kiefernarten möglichst rasch und effizient den hohen Bedarf an Holz in der Region zu stillen. Insbesondere die ineffektive Nutzung der immer knapper werdenden Holzreserven als Brennholz auf offenen Feuern für die Nahrungsmittelzubereitung und um die Behausungen zu wärmen, stellt das Land und diese Region vor schier unlösbare Aufgaben. Im „besten Falle“ wird in illegalen Köhlereien das Holz in einfachen Erdkohlemeilern verkohlt, um es so zumindest vom Ballast des Wassers zu befreien und über längere Strecken mit kleineren Lastkraftwagen transportieren zu können.

Mit der Einführung des so genannten CO2-Zertifikatshandels nach der UN-Umweltkonferenz von Kyoto begann das Engagement einer deutschen mittelständischen Unternehmung, die in Uganda und Paraguay Aufforstungen in Plantagenform initiiert hat und bis heute betreibt. Ziel dieser „Holz-Haciendas“ ist eine möglichst rasche, gut kontrollier- und steuerbare Holzproduktion für den hohen Brennholzbedarf, für höhere Qualitäten und größere Dimensionen der heimischen Säge- und Holzindustrie sowie zur Speicherung des in der Umwelt befindlichen Kohlendioxyds (CO2). Die HFR begleitet dieses Projekt wissenschaftlich und hat bereits mehrere Studierende für deren Praxissemester nach Uganda vermittelt, die dort in enger Zusammenarbeit mit ugandischen Arbeitern und Forststudenten konkrete Fragestellungen in der Plantage bearbeiten und so wichtige Beiträge zur Effizienzsteigerung und Nachhaltigkeitssicherung dieses Projekts leisten .
Bei seinem Besuch in der Republik Uganda konnte sich der baden-württembergische Wirtschaftsminister Peter Frankenberg im Januar vor Ort ein Bild vom wissenschaftlichen Stand der ugandischen Universitäten machen. Bislang kooperiert die HFR mit der Makerere Universität in Kampala, ist damit eine von zwei Hochschulen in Baden-Württemberg mit Arbeitsbeziehungen nach Uganda und prüft derzeit auf Empfehlung des Ministers eine Ausweitung ihres Engagements mit einer weiteren Universität.

Botschafter Butagira geht es beim Besuch am Schadenweilerhof insbesondere darum, die enge Verbindung zwischen den Studiengängen und Kompetenzfeldern der HFR kennen zu lernen. Auch in seiner Heimat wird es von elementarer Bedeutung sein, die sich bietenden Möglichkeiten und Ressourcen aus der Forstwirtschaft, der Landwirtschaft und den jeweils nachfolgenden Industrien in optimaler Weise einzusetzen und nachhaltig zu nutzen. Aufgrund der noch schwach entwickelten Infrastruktur, fehlender Leitungssysteme und nur geringer Bodenschatzvorkommen ist die Bevölkerung auf dezentrale Energieversorgungssysteme angewiesen. Hier wird eine verantwortliche und effiziente Biomassenutzung eine entscheidende Rolle spielen. Die Erfahrungen der Wissenschaftler an der HFR sollen dazu Beiträge leisten.

Autor:
Holzi am 28. Mär. 2011 um 08:37 Uhr
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