Ausstellung von Bildhauer Prof. Jo Achermann in Reutlingen



Der Schweizer Bildhauer Prof. Jo Achermann, der an der Uni Cottbus den Lehrstuhl Plastisches Gestalten inne hat, präsentiert im Städtischen Kunstmuseum Spendhaus Reutlingen vom 27. Juni bis 20. September 2009 seine jüngste Holz -Arbeit.

Auf den fünf Ebenen des historischen Fachwerkhauses Spendhaus hat Jo Achermann rund sieben Kubikmeter Holz verbaut. Die wie spanische Wände anzusehenden Holzelemente reichen von über drei Meter langen bis zu über fünf Metern hohen Wänden, die teils aus vertikalen, teils aus horizontalen Latten bestehen.

Die Ausstellung mit dem Titel "Spendhaus: horizontal - vertikal" spielt mit verschiedenen Elementen. Die auf den ersten Blick labyrinthartige Gestaltung über fünf Ebenen hat jedoch bei abstrakterer Betrachtung etwas von einem Baum, der fest mit seinem Stamm im Erdgeschoss verwurzelt steht. Auch spielt die Bildhauer-Arbeit von Jo Achermann mit dem Ort. Denn das Reutlinger Spendhaus beherbergt als Kunstmuseum vor allem Werke von Holzschneidern des 20. Jahrhunderts, HAP Grieshaber, Wilhelm Laage, Werner Höll, Wolfgang Mattheuer, Ernst Wilhelm Nay. Diese fertigten Holzschnitte an. Jo Achermann schnitzt jedoch nie in Holz, sondern baut mit regionalen Hölzern wie hier in Reutlingen. Wenn er Farbe auf Holz aufträgt, dann fertigt er Holzdrucke an. Ein Begriff - den es nur für die puristische Technik von Jo Achermann gibt. "Mein Vorbild kommt immer aus dem Material an sich heraus. Ich mache die Landschaft direkt mit dem Brett " sagt Achermann dazu.

Die Horizontalität und Vertikalität der Holz-Latten ergibt durch ihre Lichtdurchlässigkeit im Zusammenspiel mit den vorhandenen massiven schwarzen Holz-Trägern, die als konstruktive Elemente in den Ausstellungsräumen des Spendhauses stehen, ein interessantes Gegenspiel. Die Auseinandersetzung mit dem Ort, einem historischen Holzhaus, in dem Holz-Schneider ausgestellt werden und die puristischen, monumental und gleichzeitig anmutigen Holz-Elemente von Jo Achermann zeigen, was Bildhauerei im 21. Jahrhundert bedeuten kann.

Witzigerweise heißt die Folge-Ausstellung, die im Anschluss an die Achermannsche im Spendhaus gezeigt wird: "Grenzgänger - Grieshaber und die DDR". Auch Achermann ist ein Grenzgänger, aufgewachsen in der Schweiz, lebt und arbeitet er heute in Berlin und Cottbus, wo er sich mit der Region und der Geschichte der DDR beschäftigt hat.

Autor:
Holzi am 24. Jun. 2009 um 13:01 Uhr
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