Automatisch sparen beim Lackieren



Trotz der vielen technischen Möglichkeiten, die Lackierung durch andere Verfahren - beispielsweise die Pulverbeschichtung, die Folien- und Dekorbeschichtung oder den Direktdruck - zu ersetzen, bevorzugen Unternehmen der holzverarbeitenden Industrie nach wie vor die vielfältig einsetzbare Spritzapplikation. Einer der Gründe dafür liegt darin, dass nur bei diesem Verfahren auch komplizierte Baugeometrien optimal beschichtet werden können. Die Spritzlackierung hat allerdings den Nachteil, dass beispielsweise bei Holzfenstern 50 Prozent - bei ungünstiger Geometrie sogar bis zu 70 Prozent - des eingesetzten Lacks als Overspray anfallen. Das führt zu hohen Materialkosten. Schätzungen gehen davon aus, dass der europäischen Holzindustrie durch Overspray-Verluste Kosten von mehr als 100 Millionen Euro jährlich entstehen, die durch Lackrückgewinnungsverfahren um 50 Prozent gesenkt werden könnten.

Flächenspritzanlagen können für die Verarbeitung von nahezu allen Lacksystemen eingesetzt werden. Die Pistolenart und -anzahl können abhängig vom Lacksystem und dem Qualitätsziel gewählt werden. Dabei sind Luft-, Airmix- oder Airless-Spritzsysteme kombinierbar. Alle Maschinen können mit unterschiedlichen Förder- und Trocknungssys­temen ausgerüstet und variiert werden.

Die Lackiertechnologie gehört heute zu den Spitzentechnologien, wobei der herkömmliche Begriff Lackieren immer mehr durch den Begriff der Flüssigbeschichtung ersetzt wird. Die technischen Angebote zum Lackieren reichen dabei je nach Anforderung von der kompakten Einzelmaschine bis zur vollautomatischen Hochleistungs-Lackieranlage.

Sowohl aus Kostengründen als auch aus Gründen des Umweltschutzes und der Arbeitsbedingungen sollte beim Lackieren der Lackverbrauch minimiert werden. Dies geschieht am erfolgreichsten und einfachsten durch ein in den Lackierautomaten eingebautes Lackrückgewinnungs­verfahren. Der Einbau einer solchen Anlage mit neuer Filtertechnik für den Umluftbetrieb hat sich oftmals schon nach einem Jahr amortisiert. Je nach Anlage und Produktion verringert sich der Lackverbrauch um fast 50 Prozent; zudem sinkt auch der Lösemittelverbrauch drastisch.

Lackrückgewinnungssysteme, die auch die neuesten Erfahrungen und Anforderungen aus der Praxis berücksichtigen, bieten zuverlässige und optimale Ergebnisse. Zum Beispiel muss das Overspray vom Band, ohne zu erwärmen, so schnell und direkt wie möglich zurück zu den Pistolen gelangen. Die Umlaufmenge muss dabei auf ein absolutes Minimum beschränkt werden. Für eine zusätzliche Lackersparnis sorgen vier Air-Mix-Pistolen durch reduzierten Overspray und gleichmäßigeren Schichtaufbau.

In der Lackierkabine mit Umluftbetrieb wird die Abluftmenge durch eine selbstreinigende Trockenfilteranlage reduziert. Herzstück der Filteranlage sind die Filterelemente, die durch Druckluftimpulse automatisch gereinigt werden. Ein sichererer Umluftbetrieb mit kontinuierlichem Lufthaushalt und eine erheblich reduzierte Abluftmenge sind damit gewährleistet. Durch den Umluftbetrieb werden gleichzeitig die Lösemittel im Bereich zwischen 1,5 bis acht Gramm pro Kubikmeter aufkonzentriert. Zusätzlich wird durch den Umluftbetrieb Energie eingespart, da weniger erwärmte Frischluft zugeführt werden muss.

Als Abluftreinigungsanlage kommt eine regenerative thermische Verbrennungsanlage zum Einsatz, an die neben der Lackieranlage auch die bereits vorhandenen Anlagenkomponenten wie Abdunstzone und Lacktrockner angeschlossen sind. Die Anlage ist auf optimale interne Energienutzung ausgelegt und erreicht einen autothermen Betriebspunkt von 1,6 Gramm pro Kubikmeter, das heißt, bei höherer Lösemittel­konzen­tration erfolgt die Abluftreinigung ohne zusätzliche Brennstoffzufuhr. Da die Konzentration aber durchschnittlich höher gefahren wird, wird sogar noch überschüssige Wärmeenergie auf der Reinluftseite mittels Wärmetauschersystem zur Beheizung der Frischluft zurückgewonnen. Mit einer solchen Anlage wird nicht nur die Umwelt erheblich entlastet, auch die Bedingungen für die Mitarbeiter werden durch verbesserten Lufthaus­halt, geringeren Reinigungsaufwand und einfacheren Farbwechsel optimiert.

Neben der Qualität und Bearbeitungsgeschwindigkeit gewinnen die Faktoren Kostenreduzierung und Umweltfreundlichkeit bei den Oberflächentechnologien zunehmend an Bedeutung. Mit Flächenlackier­anlagen, die über ein integriertes Lackrück­ge­winnungs­system verfügen, lassen sich die Kosten der Lackierung um rund 50 Prozent senken und die Belastung der Umwelt deutlich reduzieren.

Die gesamte Breite der Oberflächentechnologien in der Holzverarbeitung präsentiert die LIGNA HANNOVER, die weltweit größte Messe für die Forst- und Holzwirtschaft, vom 18. bis 22. Mai in der Sonder­präsentation Wooden Surface Solutions. In deren Mittelpunkt steht die Ressourcen­effi­zienz, die sich durch Themen wie Rohstoff-, Energie- und Kosteneffizienz, Veredelung und Umweltfreundlichkeit artikuliert. Die Oberflächenbear­beitung ist zudem in den Bereichen Möbelherstellung, "Handwerk, Holz und mehr" sowie Holzwerkstoff- und Furnierherstellung stark vertreten.

Autor:
Holzi am 07. Mai 2009 um 04:35 Uhr
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