Rohstoffeffizienz durch Verschnittminimierung



Steigende Kosten bei der Holzbeschaffung und der steigende Wettbewerbsdruck zwingen die Holzverarbeiter zur effizienten Nutzung der eingesetzten Rohstoffe. Maschinen­pro­duzenten und Werkzeugher­steller haben gemeinsam Technologien entwickelt, mit denen der Verschnitt minimiert werden kann und die Materialkosten gesenkt werden können. Mit dem Einsatz neu entwickelter Maschinen und Werkzeuge wird zugleich die Produktqualität erhöht.

Zu den spektakulärsten Entwicklungen gehört dabei die Ver­rin­gerung der Schnittfugen beim Sägen. Bei der Lamellenherstellung zur Parkett­fertigung ist die Schnittfuge bis auf 0,7 Millimeter minimiert worden, bei anderen Produktionen auf einen Millimeter - eine Präzision, die noch vor wenigen Jahren als unvorstellbar in der Holzverarbeitung galt. Erreicht wurde dies nicht nur durch neue Hartmetall- sowie Diamant-Sägeblätter, sondern auch durch die Maschinen. Denn je "runder" die Maschine läuft, desto dünner kann das Blatt aufgrund geringerer Schwingungen gewählt werden. Durch Oxydbeschichtung der Werkzeuge wurde zugleich die Verharzung verringert, was eine höhere Produktivität bedeutet.

Durch eine entsprechende Software kann der Zuschnitt weiter optimiert werden, wobei maschinenspezifische Parameter wie Schnittlänge, Schnittbreite, Schnitthöhe und Schnittwinkel eine optimale Ausnutzung des Rohmaterials ermöglichen.

Auch mit dem Einsatz der Kopfschnitttechnologie bei Platten­auf­teilsägen wird das Holz optimal genutzt. Diese Technologie zeichnet sich durch eine um bis zu 20 Prozent höhere Produktivität bei identischer Materialausnutzung aus. Die im hinteren Maschinentisch integrierte Kopfschnittsäge steht rechtwinklig zur Schnittlinie. Den Vorschub übernimmt der Materialschieber, während die Positionierung des Sägeaggregats programmgesteuert erfolgt. Es treten systembedingt deutlich weniger Materialbeschädigungen auf als bei Drehvorgängen und einem manuellen Handling. Bei Formatkreissägen reduziert eine Werkstückfixierung auf dem Tisch (beispielsweise durch einen Vakuumwagen) Verluste durch Fehlschnitte, weil das Verrutschen des Werkstückes verhindert wird.

Eine automatisierte, programmgesteuerte Positionierung der Anschläge verhindert manuelle Positionierfehler und verringert damit auch den Verschnitt. Das gleiche gilt für den Aufruf der Schnittpläne via Barcodeleser und Datenübertragung der Schnittpläne online zur Vermeidung von Übertragungs- oder Eingabefehlern durch den Bediener. Wenn bereits beim Zuschnitt die anzuleimende Kantenstärke berücksichtigt wird und der erste Schnitt gleich der Fertigschnitt ist, wird ebenfalls erheblich Material eingespart. Allgemein gilt: je leistungsstärker die Software, desto geringer der Verschnitt.

Neben dem automatisierten Vorschub und der Positionierung, der Auswahl des Werkzeugs nach Zahngeometrie und Zähnezahl, die zu dem Holz beziehungsweise dem Holzwerkstoff passen müssen, ist die Vorschubgeschwindigkeit ein weiterer wichtiger Faktor zur Verschnitt­minimierung. Ein Vario-Antrieb regelt die Drehzahl stufenlos, damit die Schnittgeschwindigkeit optimal auf verschiedene Materialien eingestellt werden kann. Der Vario-Antrieb ist den herkömmlichen Drehstrom­motoren in vieler Hinsicht überlegen: Häufig wiederkehrende Drehzahlen sind speicher- und abrufbar. So besteht die Möglichkeit, dem Anwendungsfall und der Werkzeuggeometrie entsprechend die Drehzahl und Schnittgeschwindigkeit für ein optimales Schnittergebnis anzupassen. Zugleich spart das Verfahren Werkzeugwartungs- und Wiederbeschaffungskosten sowie Einstellzeiten.

Der Einsatz eines Vorritzers garantiert ausrissfreie Schnittkanten und minimiert damit weiter den Ausschuss. Bei Formatkreissägen kann der Vorritzer durch neu entwickelte Technologien im Lauf eingestellt werden. Ebenfalls neu ist, dass die Flucht von Haupt- und Vorritzsäge mit einer Kamerasteuerung präzise eingestellt werden kann. Seit kurzem hat auch die Lasertechnologie in der Holzverarbeitung Einzug gehalten, und einige Verfahren sind zur industriellen Nutzung gereift. Der Einsatz von Laser garantiert eine große Schnittgenauigkeit und damit eine hohe Maßgenauigkeit.

Ob Werkzeuge, Formatkreissäge, Kopfschnitttechnologie oder Lasertech­nologie, die Möglichkeiten den Verschnitt zu verringern, haben sich erheblich ausgeweitet und sind entsprechend der Vielfalt der Holzverarbeitung sehr differenziert. Einen gesamten und detaillierten Überblick zu den neuesten Entwicklungen in der effizienten Nutzung des Rohstoffes Holz bietet die LIGNA HANNOVER 2009 vom 18. bis 22. Mai, die weltweit größte Messe für die Forst- und Holzwirtschaft. Das Leitthema "Making more out of wood" stellt die Maschinen und Werkzeuge sowie Technologien zur effizienten Nutzung des Holzes in den Mittelpunkt.

Autor:
Holzi am 27. Jan. 2009 um 17:13 Uhr
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