BSHD: „Sicherung der Kulturlandschaft im Siebengebirge“ Mogelpackung?



Im September 2009 wurden die Planungen für einen Nationalpark im Siebengebirge nach einem erfolgreichen Bürgerbegehren fallen gelassen. Nun versucht der Rhein-Sieg-Kreis zusammen mit der Bezirksregierung Köln große Waldflächen durch Vertragsnaturschutz aus der nachhaltigen und naturverträglichen Bewirtschaftung zu nehmen. Darunter fallen Waldgebiete wie auch landwirtschaftliche Flächen mit einer Gesamtgröße von über 10.000 Hektar beispielsweise in den Gemeinden Bad Honnef, Königswinter, Sankt Augustin, Hennef, Eitorf und Windeck.

Sehr bedenklich ist aus Sicht des Bundesverbandes der Säge- und Holzindustrie Deutschland e.V. (BSHD) insbesondere die Tatsache, dass laut den entsprechenden Richtlinien nach dem Ende der Projektlaufzeit die Gebiete einen rechtlich verbindlichen Schutzstatus aufgedrückt bekommen.
Ralph Lorenz, Mitglied im Ausschuss für Planung, Umwelt und Erneuerbare Energien des Rates der Gemeinde Eitorf sowie Mitglied im NRW Landesfachausschuss Land- und Forstwirtschaft der FDP, bemängelt dabei besonders die intransparente Vorgehensweise: „Den Waldeigentümern wird verschwiegen, dass sie ihr Selbstbestimmungsrecht über die Flächen verlieren. Somit können ihnen immer mehr naturschutzbegründete Auflagen gemacht und so Maßnahmen regelrecht aufgezwungen werden.“

BSHD-Vizepräsident Lars Schmidt sieht in dem Projekt im Rhein-Sieg-Kreis eine weitere Schwächung des Holzindustriestandorts NRW: „Sollten sich die Vermutungen bewahrheiten, so würden neben dem geplanten Nationalpark im Kreis Lippe und der Wildnisgebietsausweisung in ganz NRW weitere große Waldflächen aus der nachhaltigen Bewirtschaftung fallen. Man verzichtet hier bewusst auf die Nutzung des klimafreunlichen und nachwachsenden Rohstoffs Holz und verschärft die ohnehin angespannte Versorgungssituation der heimischen Unternehmen.“, kommentiert Schmidt die Sorgen der Holzwirtschaft. „Auch ist uns unbegreiflich, wie man die Erhaltung der Kulturlandschaft im Siebengebirge, also einer ‚menschengemachten’ Landschaft, durch die Einstellung der generationenübergreifenden Waldbewirtschaftung naturschutzfachlich begründet. Das passt nicht zusammen.“

Zusammen mit den Betrieben vor Ort will der BSHD die weitere Entwicklung im Auge behalten und die Betroffenen informieren.

Autor:
Holzi am 12. Sep. 2011 um 05:24 Uhr
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