Deutschland beim Kampf gegen illegalen Holzeinschlag Vorreiter



Im Kampf gegen die Waldzerstörung liegt Deutschland weltweit ganz vorn. Auf Einladung des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft informiert sich am Dienstag und Mittwoch eine internationale Delegation von Behördenvertretern aus den USA, Australien und Interpol in Hamburg über die nationale Arbeit zur Bekämpfung des illegalen Holzeinschlags.

Dabei machen sich die Experten sowohl von der Arbeit des Thünen-Kompetenzzentrums Holzherkünfte als auch von der Arbeit der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) ein Bild.

Das Kompetenzzentrum Holzherkünfte im Thünen-Institut in Hamburg wurde vor knapp einem Jahr eröffnet. Seitdem helfen die Experten des staatlichen Forschungsinstitutes gezielt dabei, die strengen Vorschriften gegen den Handel mit illegalem Holz umzusetzen. Mit wissenschaftlichen Analysen können die Mitarbeiter des Kompetenzzentrums feststellen, woher ein Holz stammt und welche Baumart es ist. Anhand dieser Information kann überprüft werden, ob das Holz nach nationalen Gesetzen des Herkunftslandes und internationalen Artenschutz- und Handelsabkommen hätte geschlagen werden dürfen. Für diese Aufgaben stehen den Hamburgern unter anderem aufwendige forstgenetische Testverfahren und eine der weltweit größten wissenschaftlichen Holzsammlungen mit rund 50.000 Präparaten zur Verfügung. Damit unterstützen die Experten des Thünen-Instituts Holzimporteure und Behörden bei der Kontrolle. Häuslebauer oder Möbelkäufer können dank der Analysen ganz sicher sein, kein geschütztes Stückchen Regenwald im Fensterrahmen zu verbauen oder auf die Terrasse zu stellen. Da Deutschland in diesem Bereich weltweit führend ist, greifen übrigens auch andere EU-Staaten auf die Kompetenz des Thünen-Instituts in Sachen Holzherkunft zurück.

Für die Kontrolle von Hölzern ist nach dem Holzhandels-Sicherungs-Gesetz die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) zuständig. Wie diese Kontrollen ablaufen und auf welche Weise die Behörden in den verschiedenen EU-Staaten zusammenarbeiten, erfährt die internationale Delegation beim Besuch der Außenstelle der BLE in Hamburg. Da gerade illegal geschlagenes Holz oft international gehandelt wird, ist ein Informationsaustausch mit den Experten aus USA, Australien und Interpol für alle Beteiligten wichtig. Er legt den Grundstein dafür, dass die national zuständigen Behörden besser über Grenzen hinweg ermitteln können und dass auf unseren Märkten keine Produkte aus illegalem Holzeinschlag Fuß fassen. Ähnlich wie die Europäische Union haben die USA und Australien gesetzliche Vorschriften erlassen, um den Handel mit illegal eingeschlagenem Holz zu verhindern. Interpol kämpft im Rahmen eines Projektes gegen illegale Waldzerstörung.

Autor:
Holzi am 18. Feb. 2014 um 14:29 Uhr
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