Gute Aussichten für Fenster



Mit einem Zukunftskongress in Berlin hat der Verband der Fenster- und Fassadenhersteller (VFF, Frankfurt) die baunahe Branche auf neue Rahmenbedingungen eingestellt. Besonders der drohende Klimawandel führt die rund 7.200 überwiegend kleinen und mittleren Betriebe auf den Weg von reinen Bauelemente-Herstellern zu kompetenten Anbietern von Energiespar-Systemen. „Undichte und veraltete Fenster sind das schwächste Glied in einer Fassade und Verursacher erhöhter Heizkosten“, sagte VFF-Präsident Bernhard Helbing. Der Wandel bringe Herausforderungen, aber auch neue Perspektiven für die Branche.

Bei der Tagung am Dienstag (23. September) in der Vertretung des Landes Niedersachsen beim Bund rief VFF-Geschäftsführer Ulrich Tschorn die Fensterbranche dazu auf, dem Klimawandel durch Innovationen aktiv zu begegnen. Zugleich richtete er Denkanstöße an die Bundespolitik. „Warum wird nicht über Passivhausfenster für den sozialen Wohnungsbau nachgedacht, statt über einen Energiekostenzuschuss“ regte Tschorn an. Der Austausch veralteter Fenster mit Einfachverglasung lohne sich nicht nur ökologisch, sondern auch wirtschaftlich sowohl für den Eigentümer als auch für die Mieter. Für die Neufassung der Energieeinspar-Verordnung forderte Tschorn, den Zugewinn an Sonnenstrahlung durch Fensterflächen in die Energiebilanz von Gebäuden einzubeziehen.

„Die Ausrichtung eines Zukunftskongresses vom Verband der Fenster- und Fassadenhersteller zeigt deutlich, dass die Branche die Herausforderungen des Klimawandels und die damit verbundenen Marktchancen erkannt hat“, schrieb der niedersächsische Ministerpräsident Christian Wulff in einem Grußwort. Mit Beispielen aus der Praxis zeigten Architekturprofessor Michael Schumacher und der Geschäftsführer des weltweit tätigen Fassadenbau-Unternehmens Josef Gartner, Klaus Lother, wie sich die Energieeffizienz von Gebäuden bei höchstem architektonischen Anspruch verbessern lässt. Fensterflächen und Glasfassaden spielen dabei eine entscheidende Rolle: „Die Vollständige Verglasung ist bei Hochhäusern ein Marketing-Argument, ermöglicht sie doch einen tollen Blick auf die Stadt“, sagte Schumacher. Mit modernen Glasfassaden seien Häuser möglich, die schön sind und trotzdem weniger klimaschädliches CO2 produzieren. „Energiesparen ist ein Innovations-Auslöser“, stellte Lother fest. Neue Baugesetzgebungen in Deutschland, Großbritannien und den USA hätten mit der ganzheitlichen Bewertung von Gebäuden bereits zu einem Umdenken geführt, berichtete der Fassadenspezialist, dessen Unternehmen unter anderem Lösungen für die Elbphilharmonie in Hamburg und zahlreiche andere Großprojekte in verschiedenen Klimazonen entwickelt hat.

„Die Menschen wollen durch intelligente Einmal-Investitionen dauerhaft Geld sparen“, sagte Trendforscher Christian Hehenberger vor dem Hintergrund langfristig steigender Energiepreise. Er rät den Unternehmen zum „Greening Up“ - wer erfolgreich sein will, müsse einen erkennbaren Beitrag zum Klimaschutz leisten . Gelinge dies, gehe die deutsche Fenster- und Fassadenbranche laut Hehenberger gar „goldenen Zeiten“ entgegen.

Nicht ganz so optimistisch schätzte Wirtschaftsforscher Kai Carstensen vom ifo Institut die Konjunkturaussichten der deutschen Wirtschaft ein. Auch für ihn ist der Klimawandel einer von vier ökonomischen Megatrends neben der Globalisierung, dem Aufholen der Schwellenländer und dem Preisanstieg für Energie und Rohstoffe. Als Beispiel nannte er den Fenstermarkt in China. Dort habe sich der Absatz von Energie sparendem Fensterglas innerhalb eines Jahres verdoppelt, dennoch seien noch 95 Prozent aller Wohnhäuser ohne jede Wärmedämmung. Voraussetzung für den Erfolg deutscher Unternehmen auf dem Weltmarkt sei es jedoch „Technologieführer zu sein und zu bleiben“, sagte Carstensen.

Als Problem für die mittelständisch strukturierte Fensterbranche könnte sich die geplante Reform der Erbschaftssteuer erweisen. „So wie die Erbschaftssteuer jetzt geplant ist, wird sie unberechenbar und wirtschaftsfeindlich sein“, kritisierte der Vorstand der Stiftung Familienunternehmen, Brun-Hagen Hennerkes. So benachteilige die Steuer kleine Betriebe gegenüber Großkonzernen, weil sie das Eigenkapital der Betriebe schmälere. Bei der Veräußerung von Unternehmen komme es außerdem zu einer unzulässigen Doppelbelastung durch Erbschafts- und Einkommensteuer. Hennerkes riet Unternehmerfamilien, sich nicht Kontinuität um jeden Preis zum höchsten Ziel zu setzen, sondern den Erhalt des erarbeiteten Vermögens. Dies bedeute auch, rechtzeitig Vorsorge für eine Übertragung des Betriebs zu treffen.

Die deutsche Fensterbranche hat im Jahr 2007 mit 7.200 Betrieben und insgesamt rund 100.000 Beschäftigten einen Umsatz von 8,5 Milliarden Euro erzielt.

Alles Wissenswerte über Fenster und Fassade unter www.window.de.

Autor:
Holzi am 29. Sep. 2008 um 13:44 Uhr
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