Guttenberg lehnt weitere Waldstilllegungen ab



„Weitere pauschale, fachlich unbegründete Flächenstilllegungen haben keinen Mehrwert für den Naturschutz und schaden Volkswirtschaft und Umweltschutz“, erklärte Philipp Freiherr zu Guttenberg, Präsident der AGDW-Die Waldeigentümer, anlässlich der jetzt in Berlin vorgestellten Studie zu Flächen mit natürliche Waldentwicklung in Deutschland (NWE5-Projekt). Das vom Bundesamt für Naturschutz geförderte Forschungsprojekt lief von 2011 bis 2013 und wurde von der Nordwestdeutschen Forstlichen Versuchsanstalt (NW-FVA) koordiniert.

Die streng angesetzten Kriterien der Studie weisen derzeit rund 2 % und für die auf 2020 folgenden Jahre etwa 3 % stillgelegte Wälder aus. „Wenn man die zukünftig gesicherten Stilllegungsflächen beispielsweise des Nationalen Naturerbes mit berücksichtigt, wird deutlich, dass Deutschland bereits über große Flächen mit natürlicher Waldentwicklung verfügt. Wir brauchen also keine weiteren Waldstilllegungen“, sagte zu Guttenberg und betonte, dass der Wald laut BMU bereits seit langem die höchsten Teilindikatoren der Biodiversitätsziele erreiche. Für die Bilanz stillgelegter Flächen, so zu Guttenberg, müsse zudem berücksichtigt werden, dass auf vielen weiteren Flächen keine Nutzung erfolge, diese aber beispielsweise wegen einer zu geringen Flächengröße nicht von der Statistik erfasst seien. Teils werde auch nicht angegeben, dass Flächen unbewirtschaftet seien, z.B. an Steilhängen, in Feuchtgebieten oder auf moorrenaturierten Flächen, in denen die Bewirtschaftung zu aufwendig sei.

Die Studie weist zudem einen Nutzenentgang von 3,9 Mrd. Euro aus, welcher allein durch den Verzicht auf die Holzerträge entsteht. Dabei ist der Effekt für die Wertschöpfungskette z.B. der holzverarbeitenden Industrie noch unberücksichtigt. „Diese Zahl deutet die verheerenden Folgen für die nachhaltige Wirtschaft, Arbeitsplätze und das Allgemeinwohl nur an. Auch Flächenstilllegungen müssen sich den umfassenden Kriterien der Nachhaltigkeit unterwerfen“, so zu Guttenberg.

Der Verband betont weiterhin, dass Biodiversität nachweisbar auch ohne weitere Waldstilllegungen funktioniere. In keinem europäischen Land gebe es solch pauschale, wissenschaftlich nicht belegte Flächenstilllegungsforderungen in Waldgebieten. „Unsere Wälder sind multifunktional nachhaltig bewirtschaftet und erfüllen den Artenschutz ohne weitere Auflagen“, sagte zu Guttenberg.

„Gemäß unserem Leitsatz ‘Schützen durch Nützen‘ leben und wirtschaften wir seit Jahrhunderten mit der Natur. Unser Ziel ist effizienter, integrativer Naturschutz auf der gesamten Fläche statt ideologisch geprägter, fragwürdiger Stilllegungsverfahren“ so der Präsident der Deutschen Waldbesitzer. Seit Generationen praktizierten die 2 Millionen Waldbesitzer in Deutschland aktiven Naturschutz.

Autor:
Holzi am 18. Okt. 2013 um 04:45 Uhr
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