Hohe Rundholzpreise belasten deutsche Sägeindustrie



Die deutsche Sägeindustrie schließt das zurückliegende Jahr mit einem deutlich negativen Ergebnis ab: Eine ganze Reihe von Werken musste den Holzeinschnitt zurückfahren. Etliche Betriebe haben aufgrund ihrer negativen Zukunftsprognose ihr Werk geschlossen beziehungsweise für die nächsten Monate ihre Schließung angekündigt. Das größte Problem: Die deutschen Sägewerke leiden beim dominierenden Marktsegment Nadelholz nach wie vor unter zu hohen Rohstoffkosten.

Bei der technischen Ausstattung und der Produktpalette ist die deutsche Sägeindustrie sehr gut aufgestellt und im internationalen Vergleich führend. Dies kann aber nicht ausgleichen, dass die hohen Rohstoffkosten die deutschen Sägewerke sowohl im harten nationalen als auch im internationalen Wettbewerb benachteiligen. Das Preisniveau bei Schnittholzprodukten ist international geprägt. Demgegenüber unterliegen die Rohstoffkosten in Deutschland den regionalen Bedingungen. Ein wichtiger Faktor: Rundholz lässt sich nur sehr kostenintensiv transportieren. Und deutsches Holz ist teuer. Im internationalen Vergleich liegen die deutschen Rundholzpreise zusammen mit Österreich an der Spitze. Laut Wood Resource Quarterly, einer unabhängige Marktberichtsagentur, fiel der globale Sägerundholzpreisindex bereits zum fünten Mal in Folge. Aktuell (drittes Quartal 2012) kostet eine Kubikmeter Sägerundholz 81,94 US-Dollar (62,55 Euro). Gegenüber dem globalen Sägerundholzpreisindex liegt der deutsche Leitpreis für Fichten-/Tannen-Stammholz derzeit um rund 50 Prozent höher. Erschwerend kommt hinzu, dass der Rohstoff mit über 60 Prozent der höchste Kostenblock der Sägewerke ist. Durch die Diskrepanz zwischen Rohstoffkosten und Schnittholzpreis geraten die deutschen Sägewerke immer stärker in die Kostenfalle, der sich selbst ein optimal geführter Betrieb nicht entziehen kann. Eine weitere negative Folge für die heimischen Unternehmen: Der deutschsprachige Markt für Schnittholz wird aufgrund der hohen heimischen Rundholzpreise für ausländische Produzenten interessant.

Umfrage bestätigt internationale Statistik

Demnach ist die Anpassung der Rohstoffkosten ein für die Sägeindustrie vordringliches Problem. Als Reaktion auf die überhöhten Kosten sind sonst die Betriebe zur Produktionsdrosselung gezwungen. Dies wurde auch in einer Umfrage unter den führenden Sägewerken innerhalb des DSH deutlich. 48 Prozent der befragten Betriebe haben 2012 weniger, weitere 33 Prozent unverändert eingeschnitten. Als wesentlicher Grund für den reduzierten Einschnitt wird von 27 Prozent der Betriebe ein zu hoher Rundholzpreis genannt, 21 Prozent betrachten sich beim Schnittholz nicht mehr als wettbewerbsfähig und 18 Prozent geben eine mangelnde Rundholzversorgung an. Die Rohstoffseite ist demnach zu zwei Drittel (für 66 Prozent der Befragten) Ursache für den reduzierten Einschnitt. Befragt, um wie viel der Rohstoffpreis im Hinblick auf den am Markt erzielbaren Preis des betrieblichen Schnittholz-Mixes im zurückliegenden Jahr zu hoch ist, wurde im Durchschnitt elf Prozent pro Festmeter beim Leitsortiment Fichte B2b und beim Leitsortiment Kiefer B2b genannt.

Ausblick ins Jahr 2013 ist getrübt

Da derzeit von den Betrieben keine Erleichterung beim Rohstoffpreis erkennbar ist, werden 54 Prozent der befragten Firmen den Einschnitt reduzieren und 45 Prozent nur auf Vorjahresniveau produzieren. Lediglich ein Prozent rechnet mit einer Steigerung des Einschnitts. An der Umfrage hatten sich 89 Betriebe beteiligt, ausgewogen verteilt über alle Größenklassen.

Autor:
Holzi am 18. Jan. 2013 um 11:02 Uhr
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