Neuer Wald auf Ackerflächen



Ein menschlicher Eingriff in die Natur ist noch lange spürbar und möglicherweise sogar unumkehrbar: Selbst nach über 100 Jahren leben im Boden von wiederaufgeforsteten Wäldern ganz andere Mikroorganismen als in alten Waldbeständen. So lautet das Fazit einer Untersuchung der Leuphana Universität Lüneburg. Die Wissenschaftler hatten in der Lüneburger Heide wiederaufgeforstete Eichenwälder auf ehemaligen Ackerflächen mit historisch alten Waldbeständen verglichen, die seit mehreren hundert Jahren am gleichen Standort existieren.

Durch den Ackerbau greift der Mensch in das Ökosystem ein. Er ersetzt nicht nur die ursprüngliche Vegetation, sondern verbessert durch die regelmäßige Düngung auch die Nährstoffversorgung. Abgeerntete Pflanzen werden untergepflügt und der Boden dadurch aufgelockert. Das hat deutliche Auswirkungen auf das Leben in der Erde. Neue Bakterien und Pilze breiten sich aus, während andere Arten verschwinden.

Wenn auf dem Acker wieder Bäume angepflanzt werden, kehrt die Mikroorganismen-Zusammensetzung offenbar nicht wieder in ihren ursprünglichen Zustand zurück. Das liegt vermutlich an den unterschiedlichen Nährstoffverhältnissen, auf die die Kleinstlebewesen sensibel reagieren. Der Boden ehemaliger Agrarflächen enthält durch die frühere Düngung auch nach über 100 Jahren zwei- bis dreimal soviel Stickstoff und Phosphor wie die Vergleichsstandorte. Generell waren in ursprünglichen Eichenwäldern deutlich weniger Kleinstlebewesen vorhanden: Die Gesamtmasse der isolierten Bakterien und Pilze pro Kubikmeter Erdreich war bis zu 44 Prozent geringer.

Stickstoff und Phosphor unterstützen das Pflanzenwachstum und eine erhöhte Aktivität der Mikroorganismen fördert die Verfügbarkeit der Nährstoffe . Daher wachsen wiederaufgeforstete Wälder schneller. Sie sind aber auch empfindlicher gegenüber ungünstigen Umweltbedingungen wie Dürreperioden. Vermutlich geben sie über die große Blattfläche vermehrt Wasser an die Umgebung ab, was bei Trockenheit Probleme bereiten kann. Ein weiterer Punkt ist, dass Eichen auf ehemaligen Agrarflächen flacher wurzeln und daher bei geringen Niederschlägen leichter austrocknen können.

Quelle: aid.de

Autor:
Holzi am 03. Apr. 2014 um 04:56 Uhr
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