Plus-Energie-Häuser weiter auf dem Vormarsch?



Ein energieeffizienter Neubau lohnt sich demnächst noch mehr: Am 01. April 2016 treten neue Förderstandards der KfW-Bankengruppe in Kraft. Während das Effizienzhaus 70 nach sieben Jahren der Förderung dann dem gesetzlichen Mindeststandard für Wohnungsneubauten entspricht und daher aus dem Förderprogramm fällt, kommt das Effizienzhaus 40 Plus neu dazu. Kennzeichnend für diesen neuen Förderstandard ist, dass ein wesentlicher Teil des Energiebedarfs unmittelbar am Gebäude erzeugt und gespeichert wird. Die hochmodernen Plus-Energie-Häuser sind damit weiter auf dem Vormarsch.

Vor einigen Jahren war es noch Wunschdenken, inzwischen ist es Wirklichkeit: Dank hochmoderner Fertigbauten gelingt es immer mehr Hauseigentümern, sich aus der Abhängigkeit von Stromanbietern zu lösen und mit dem Eigenheim über weite Strecken des Jahres mehr Energie zu erzeugen als sie selbst benötigen. „Die heutigen Fertighäuser sind energieeffizienter denn je. Das liegt daran, dass die Hersteller ihre Plus-Energie-Häuser stetig verbessern und vor allem hinsichtlich Kosten und Technologien massentauglicher machen. Dadurch stehen diese auch bei Bauherren immer höher im Kurs“, sagt Dirk-Uwe Klaas, Geschäftsführer des Bundesverbandes Deutscher Fertigbau (BDF). Nicht zuletzt angestoßen von politischen Vorgaben, wie dem Kyoto-Protokoll und der Energieeinsparverordnung, arbeiten die Fertighaus-Hersteller stetig an Verbesserungen des energetischen Mindeststandards ihrer Produkte. „Dass wir Plus-Energie-Häuser heute schon fast als Standard wahrnehmen, wäre vor Jahren kaum vorstellbar, geschweige denn in der Serienproduktion realisierbar gewesen“, so Klaas.

Möglich machen das ein intelligentes Energiemanagement, die zweckmäßige Nutzung erneuerbarer Energien und die cleveren bauphysikalischen Eigenschaften der Fertighäuser. Entsprechend dem Motto „Die umweltfreundlichste Energie ist diejenige, die gar nicht erst verbraucht wird“, reduzieren die Fertighaus-Hersteller stetig den hausinternen Bedarf an Wärme und Strom: Die Bewohner profitieren von den bauphysikalischen Vorteilen des bevorzugten Baustoffs Holz sowie von intelligenten Dämmkonstruktionen. Bei den modernen Fertighäusern werden die Dämmstoffe nicht einfach von außen auf die Wand aufgebracht, sondern befinden sich in mehreren Schichten im Inneren der Wände. Auch groß angelegte Fensterflächen geben heute immer weniger Wärme nach außen ab und spenden zudem reichlich natürliches Licht, was dem Stromverbrauch spürbar zugutekommt.

Unabhängigkeit dank hausinternem Stromnetz

„Den Strom, der dann noch fürs Kochen, Waschen und Wohnen benötigt wird, produzieren die Fertighäuser, dank eines intelligenten Energiemanagements, zum allergrößten Teil selbst“, sagt Klaas. Eine Photovoltaikanlage auf dem Dach und mögliche weitere Solarmodule an der Hausfassade nutzen die natürliche Energie der Sonne und speisen diese in das hauseigene Stromnetz ein. Im Keller speichert ein Batteriesystem die überschüssige Energie für jene Tages- und Nachtzeiten, in denen gerade mehr Strom verbraucht als erzeugt wird. „So decken Haushalte über weite Strecken des Jahres ihren eigenen Strombedarf mit selbst erzeugter, nachhaltiger Sonnenenergie. Und wenn die Sonne mal über einen längeren Zeitraum, wie etwa in den Wintermonaten, weniger scheint, kann einfach auf das externe Stromnetz zurückgegriffen werden“, erklärt der BDF-Geschäftsführer.

Vor allem die Speicherung des erzeugten Stroms galt lange Zeit als schwierig. Hier schaffen moderne Akkus inzwischen Abhilfe. Auch Lösungen, bei denen mehrere Häuser gemeinsam in ein Batteriesystem einspeisen, sind in Zukunft denkbar. Ein Pilotprojekt kommt hierbei in der „FertighausWelt Wuppertal“ zum Einsatz: Alle 19 ausgestellten Fertighäuser produzieren mehr Energie als sie benötigen und speisen die Überschüsse in einen Redox-Flow-Akku mit der Größe eines Schiffscontainers ein. Ihre wohlige Wärme generieren sie, wie es für Plus-Energie-Häuser Standard ist, über Wärmepumpen und Lüftungsanlagen mit Wärmerückgewinnung. „Ich bin begeistert von den jüngeren Entwicklungen der Fertigbau-Industrie und gespannt auf die Innovationen, die in nächster Zeit noch folgen. Sie tragen entscheidend dazu bei, der Energiewende optimistisch entgegenzutreten“, schließt Klaas.

Autor:
Holzi am 27. Mai 2015 um 10:05 Uhr
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