Sägeindustrie kann sich den Rohstoff Holz bald nicht mehr leisten



Auf der jüngsten Sitzung der „Schliffkopfrunde“, eine Interessengemeinschaft der Gatter- und Bauholz- Sägewerke des mittleren- und nördlichen Schwarzwaldes, stand die dramatische Situation in der Sägeindustrie im Vordergrund. Es wurde deutlich, dass die mangelnde Schnittholznachfrage inzwischen extreme Bremsspuren hinterlässt und die Betriebe an einem Tiefpunkt angekommen sind. Sie beklagen Bauholzpreise wie vor 20 Jahren. Die Geschäftsaussichten für die kommenden Wochen werden pessimistisch beurteilt. Die Betriebe stecken in einem Riesendilemma, da sie in eine Zwickmühle zwischen Nachfrageschwäche einerseits und hohen Rundholzpreisen andererseits geraten sind. Vielfach sieht man eine existenzbedrohende Situation, wenn nicht schnell reagiert wird. In der Schwarzwälder Sägeindustrie wird die Frage diskutiert, was getan werden kann, was man auch vom Forst erwarten kann?

Durch die Bank ist in der Sägeindustrie klar, dass die Inselstellung Baden-Württembergs mit im Vergleich zum Umfeld hohen Rundholzpreisen schnell ein Ende haben muss. Die Sägewerke im Schwarzwald kritisieren auch, dass die Politik versagt hat, weil nach dem Orkan Kyrill im Januar 2007 keinerlei gesetzlicher Forstschadenausgleich geleistet wurde, trotz großer Betroffenheit hierzulande. Damit ist gerade hiesige Sägeindustrie in die Zwickmühle geraten. Ein Riesenproblem sieht man auch darin, dass die Politik bei wettbewerbsverzerrenden Verträgen weiter wegschaut. Die Wettbewerbsverzerrungen in Deutschland zwingen zu ersten Entlassungen in den Schwarzwälder Sägewerken.

Vom Forst erwarten die Betriebsinhaberinnen und -Inhaber einen stabilen Preisrahmen. Der aktuelle Marktpreis, so hört man, wird bei etwa 70,- €/Fm gesehen für Fichtenstammholz im so genannten Leitsortiment. Das sei ein fairer Rundholzpreis in Anbetracht der unterschiedlichen Situationen in den Bundesländern und mit Blick auf die äußerst schwierige Situation auf den Schnittholzmärkten. Seit Mitte 2007 sei der Verkaufspreis für das Hauptprodukt (Balken ) um 10 % gefallen, für Seitenware (Bretter ) um 20 %. Dem entgegenwirkend hat man in der Sägeindustrie die Effektivität gesteigert. Das reicht aber nicht aus, die Schmerzgrenze sei jetzt erreicht.
Vor dem Hintergrund dieser hochexplosiven Stimmung haben sich über 50 Unternehmerinnen und Unternehmer aus dem Schwarzwald in einer „Krisensitzung“ zusammengefunden. Sie versuchen Auswege aus der misslichen Situation zu finden. Schichten wurden bereits gestrichen, Betriebe werden zeitweise abgestellt und weitere Entlassungen drohen. Auch mit den Verantwortlichen des Waldbesitzes werden die Schwarzwälder Sägewerker in den nächsten Tagen Gespräche führen und nach Auswegen suchen. Ein solches Gespräch zwischen Schwarzwälder Forst- und Holzwirtschaft ist angesetzt für kommenden Donnerstag in Oberkirch.

Autor:
Holzi am 04. Okt. 2008 um 13:53 Uhr
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