Wenn Mode-Label das Wohnzimmer anziehen



Vom Wohnzimmer auf den Laufsteg: Man nehme eine Bodenmarke und lege eines ihrer trendigsten Produkte neu geschaffenen Modevisionen zu Füßen. Zum zweiten Mal hat sich Parador in diesem Jahr mit eben diesem Konzept der Rauminszenierung für die Fashionwelt verschrieben. Doch auch anders herum wird längst ein Schuh draus. Nimm eins, ziehe zwei an – immer mehr exklusive Modelabel dringen in die Welt der exklusiven Wohnraumgestaltung vor. Designer-Einrichtung zum Designer-Kleid – wenn Modelabel den Laufsteg verlassen schaffen sie für das Zuhause einen Mehrwert, zahlen jedoch immer auch gekonnt auf das eigene Konto ein.

Schon vor zehn Jahren begannen erste Modelabel damit ihr originäres Territorium zu verlassen und sich in den Bereich der Heimtextilien zu wagen. Auf den Entwurf neuer Abendkleider folgten Gardinen, Vorhänge und Teppiche. Während sich viele etablierte Möbellabel wie Rolf Benz erfolgreich auf die Kernkompetenzen besinnen und Marken- und Designpower im eigenen Haus belassen, besetzen die HomeCollections der Fashionmarken eine kleine, feine Nische und trafen ins Herz derer, die sich mit dem Kleid des Lieblingsdesigners auch gern auf ein Sofa des gleichen Herstellers fläzen. HomeCollections präsentieren dem Kunden meist nicht nur einzelne Möbelstücke, sondern häufig eine ganze Lifestyle-Welt. Ob nun gehobene Landhausatmosphäre oder Modern Living – angefangen vom Bett über den Wandschrank bis zum letzten Dekoartikel wird der Stil dem Konsumenten vorgelebt.

Heute entwerfen Modesigner Jacken, Hosen, Röcke, Sessel, Sofas, Kissen und Lampen bis zu kompletten Wohnwelten. Kenzo glänzt mit Haute Couture für die Tafel , die östliche Tradition mit westlicher Avantgarde vereint. In seiner Homefashion-Linie glänzt Versace mit Wiedererkennbarkeit in Sachen Opulenz. Bei Joop!Living findet man Bade- und Schlafzimmermöbel, Dekostoffe, Plaids und Kissen in puristischen Farben. Das Label Esprit Home bietet Möbel, Wohn-Accessoires, Leuchten, Heimtextilien und ebenso alles fürs Bad. Modisch sitzen lässt es sich auch im Benneton-Chair. Im Feld der Edeldesigner ist auch Armani mit Armani-Casa längst ein Wohn-Coup gelungen.

Aber auch verschiedene Label der Mode- und Interieurszene rücken immer näher zusammen. So hat die britische „Queen of Punk“ Vivienne Westwood für „The Rug Company“ Kissen und Teppiche designt und den von Molenti herausgebrachten Urquiola-Stuhl „Glove Chair“ mit der Westwood-Stoffkreation ‚Rubbish’ angezogen. Eine andere ungewöhnliche Verbindung im Fusionstyle wird beim Modegiganten H & M erwartet. Hier soll die Marimekko-Kollektion mit bunten Pop-Mustern die nächste Massenhysterie nach dem Lagerfeld und Madonna-Hipe auslösen. Mit einer extrovertierten Plakataktion, bei der das Motiv drei Tage in Folge mit pinker Farbe bombardiert wurde, sucht Calvin Klein anlässlich der Eröffnung des neuen New Yorker Museum in Bowery derweil eine neue Liason mit Kunst und Grafitti. An jedem Tag war mehr Farbe zu sehen, aber ein Bereich des Plakats blieb frei, der die Museumssilhouette andeutete. Und noch eine neue Wahlverwandtschaft verbindet die Mode- und die Wohnwelt. So will auch das Jeanslabel Levis künftig Wohnräume gestalten – allerdings vornehmlich die für die Interimnutzung. Wie eine perfekt sitzende Jeans soll ein von der 25hours Company betriebene Levi’s Hotel Gäste ab dem Sommer 2008 anziehen.

Autor:
Holzi am 10. Mai 2008 um 11:55 Uhr
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Comments

Ich finde es toll, dass Modedesigner auch in anderen Branchen tätig sind. So entstehen viele einzigartige Designs und wenn sie sich für die Kooperation mit anderen Marken entscheiden und für neue Konzepte offen sind, das kann Homefashion nur bereichern. Zum Beispiel Armani hat mit seinem armani bad überracht. Es war eine gute Entscheidung mit dem Sanitärherstellern Roca zu arbeiten. Lg

Miriam um 12:05 Uhr

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