Wir bauen auf Holz



Das älteste, von Menschen hand je bearbeitete Material ist das Holz . Noch lange, bevor Gegenstände aus Stein hergestellt wurden, bearbeitete der Mensch Hölzer. Bis zum heutigen Tag ist Holz das bevorzugte Material des Tischlers. Auch wenn dieses Handwerk heute vielfach mit zahlreichen anderen Werkstoffen – wie z.B. dem Kunststoff – und mit unzähligen Werkstoffkombinationen arbeitet, bleibt Holz die Nummer Eins bei den Tischlern. Und das mit gutem Grund. Denn Holz ist ein natürliches Material, das in langen Jahren unter freiem Himmel heranreift zu einem Werkstoff –und Wertstoff. Als reines Naturprodukt ist das Holz also bereits entdeckt worden, als noch niemand die Schlagworte „Ökologie“ und „Bio“ auch nur gekannt hat.
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Selbst wenn in Deutschland die Möbelproduktion auf Hochtouren läuft, muss niemand Angst um den deutschen Wald haben.

Seit Jahren wird stets mehr Wald neu angepflanzt als abgeerntet, wie es in der Sprache der Forstwirtschaft heißt. Über 11 Millionen Hektar umfasst die Fläche des deutschen Waldes – und damit rund ein Drittel der Gesamtfläche der Bundesrepublik. Zur Regeneration des Waldes ist eine regelmäßige Ernte, also das Einschlagen von Holz, unverzichtbar. Immerhin kann Deutschland dadurch über 70 Prozent seines Holzbedarfs aus eigenen Wäldern decken. Gestiegenes globales Umweltbewusstsein hat sich auch auf die Nachfrage nach tropischen Hölzern ausgewirkt. Nur noch etwas mehr als 2,3% des deutschen Bedarfs an Holz stammt aus den Tropen. Ein verschwindend geringer Teil. Bevorzugt werden heute deutsche Hölzer wie Fichte , Tanne und Douglasie, die besonders schnell heranwachsen. Sie machen allein über ein Drittel des gesamten deutschen Baumbestandes aus. Steigender Beliebtheit erfreuen sich auch Kiefer und Lärche, die immerhin fast den gleichen Anteil in deutschen Wäldern besitzen wie die drei Erstgenannten. Das letzte Drittel des Baumbestandes setzt sich aus den Laubhölzern wie z.B. Buche und Eiche zusammen.

Dass Holz nun mal nicht gleich Holz ist, weiß nicht nur der Tischler. Jede Holzart besitzt andere Eigenschaften, die aus der Dichte , der Maserung, dem Wachstum bestimmt werden.

Fichte ist ein sehr weiches, spaniges Holz im Gegensatz zur Eiche. Buche besitzt eine sehr gleichmäßige Holzmaserung im Vergleich zur Kiefer. Welches Holz für welchen Zweck be- und verarbeitet wird, weiß der Tischler als Fachmann am besten. So wählt er für Treppenstufen eher ein hartes Holz wie Buche oder Eiche, für eine mechanisch weniger beanspruchte Truhe im jungen Stil wird er sich eher für das trendige Nadelholz wie Fichte oder Kiefer entscheiden.

Der Tischler kann bestimmte Eigenschaften der einzelnen Holzarten zwar betonen und optimieren – so bestimmt allein die Schnittrichtung zur Holzfaser (also der Maserung) die Festigkeit des Werkstoffes mit. Kein Tischler aber kann Eigenschaften des Holzes vollständig umkehren oder ändern. Zum Beispiel kann durch das Wachsen eine Wasserresistenz erreicht werden, aber die natürliche Eigenschaft des Holzes zu atmen, bleibt weiterhin bestehen. Ebenso lassen sich nur bestimmte Holzarten ausreichend durch Biegung verformen. Dabei werden jahrhunderte alte Techniken wie das Wässern auch heute noch im Prinzip eingesetzt. Allerdings werden Massivhölzer im heutigen Tischlerhandwerk unter Einsatz von Wasserdampf gebogen. Zu welchen erstaunlichen Ergebnissen dies führen kann, zeigen die klassischen Wiener Kaffeehausstühle – die übrigens nicht in Wien sondern in Boppard am Rhein, unweit der Loreley, erfunden wurden.

Einen weiteren Vorteil bietet der Natur-Werkstoff Holz. Wenn nach jahrelangem – und nicht selten auch jahrhundertelangem – Gebrauch das Massivholz -Möbelstück „ausrangiert“ wird, ist es garantiert ohne Umweltbelastung zu entsorgen. Selbst beim Verbrennen setzt es nur exakt die Menge an Kohlendioxyd frei, die das betreffende Teil des Baumes im Laufe seines Wachstums einst aus der Atmosphäre gebunden hat.

Und sogar wenn dieses Möbelstück deponiert werden würde und so im Laufe der Jahre zerfallen würde (was der Fachmann als „kalte Verbrennung „ bezeichnet), wird kein zusätzliches CO2 dabei produziert.

Welch anderer Beruf ist schon so lange mit dem Thema Natur und Umwelt verbunden?

Autor:
Holzi am 27. Jun. 2008 um 08:57 Uhr
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