Wissenschaftlich belegt: Waldbewirtschaftung und Holzverwendung sind der beste Klimaschutz



Die deutsche Holzwirtschaft könnte Klimaschützern und Wirtschaftstreibenden weltweit zum Vorbild dienen: Mit ihrer naturnahen Waldbewirtschaftung, der Herstellung von CO2-speichernden Holzprodukten und der Bereitstellung von umweltfreundlicher Energie.

Das Johann Heinrich von Thünen-Institut (vTI) in Hamburg hat die Klimawirkung der Holznutzung wissenschaftlich untersucht und herausgefunden: Die deutsche Forst- und Holzwirtschaft leistet einen hohen Beitrag zum Klimaschutz. Prof. Dr. Matthias Dieter, Direktor des Instituts für Ökonomie der Forst- und Holzwirtschaft des vTI, stellte die Projektergebnisse auf einer Veranstaltung der Arbeitsgemeinschaft Rohholzverbraucher (AGR) Anfang Dezember in Berlin vor: „Der Beitrag der stofflichen Verwendung von Holz zur CO2-Bilanz ist durch Speicher- und Substitutionseffekte um ein Vielfaches höher als der der energetischen Nutzung.“ Seine Untersuchungen haben ergeben:

  • 1) Die nachhaltige Bewirtschaftung der Wälder ist – in Kombination mit effizienter Holzverwertung – besser für den Klimaschutz als ein Nutzungsverzicht.
  • 2) Die langfristige Verwendung von Holz ist gut für eine bessere CO2-Bilanz, da Holzprodukte Kohlenstoff speichern.
  • 3) Die CO2-Emissionen bei der Herstellung von Holzprodukten und der Bereitstellung von Bioenergie sind niedriger als in anderen Bereichen.
  • 4) Der Ersatz energieintensiver Baustoffe und Produkte (stoffliche Substitution) durch Holz und Holzprodukte spart Primärenergie.
  • 5) Holz hält einen hohen Anteil an der Energiebereitstellung aus erneuerbaren Energien. 2010 betrug der Anteil 40 Prozent (Energetische Substitution).

Betrachtet wurden drei Szenarien für den Zeitraum 2013 bis 2020: Die Waldbewirtschaftung gemäß den gegenwärtigen Waldbauvorstellungen mit einer jährlichen Ernte von zirka 80 Millionen Kubikmeter pro Jahr sowie ein Szenario mit einer höheren und eines mit einer niedrigeren Holznutzung.

AGR-Präsident Ludwig Lehner sagt dazu: „Auch mit Blick auf die schon wieder gescheiterte Klimakonferenz in Durban ist es an der Zeit, dass die Menschen Wege für sich finden, wirtschaftlich und gleichzeitig umweltschonend zu handeln. Unsere Branche hat das Glück, schon vor 300 Jahren erkannt zu haben, wie wichtig der schonende Umgang mit Ressourcen für unsere eigene Lebensgrundlage ist. Wir können mit unseren umweltfreundlichen Produktkreisläufen Vorbild für andere Länder sein. Dennoch müssen auch wir unsere Hausaufgaben machen und die Verwertung des kostbaren Rohstoffes Holz effizienter gestalten.“

Die neu gegründete Initiative „Holz pro Klima“ hat in diesem Zusammenhang einen CO2-Zähler entwickelt, der zeigt: Jedes Jahr werden in Deutschland durch die Nutzung von Holz etwa 105 Millionen Tonnen CO2 eingespart. Das entspricht 6,2 Milliarden Pkw-Kilometer bei einem CO2-Ausstoß von 150 Gramm pro Kilometer.

Der Zähler auf www.holzproklima.de rattert ähnlich schnell wie die Schuldenzähler einiger Staaten – mit dem Unterschied, dass dieser eine gute Entwicklung anzeigt.

Autor:
Holzi am 12. Dez. 2011 um 15:57 Uhr
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