Zur wirtschaftliche Lage der Zulieferbranche



Lichtsysteme (aus Sicht des Unternehmens Hera)
Mehr als ein Jahr nach dem Ausbruch der Wirtschaftskrise befinden sich alle Branchen in einem Zustand der langsamen Erholung. Das Inlandsgeschäft scheint sich dabei besser zu entwickeln als der Export. Die Beleuchtungsbranche ist konfrontiert mit einem stagnierendem OEM-Geschäft der Möbelhersteller infolge der Kaufprioritäten der Verbraucher. Gleichzeitig hat sich der Preisdruck erhöht, was die Lage nicht vereinfacht. Die Konjunkturprogramme und Steuererleichterungen werden die Entwicklung hoffentlich positiv anschieben.

Im Innenausbau ebenso wie im Ladenbau, wo eher das Projektgeschäft dominiert, ist die Lage ähnlich und das Geschäft bezüglich der Kaufentscheidungen und geforderten Lieferfristen kurzfristig geworden. Für Zulieferer wird es daher immer wichtiger, neben der Kostenkontrolle und der Warenbestandsfinanzierung vor allem die Geschwindigkeit der logistischen Kette zu steigern und auf diese Weise die Reaktionsgeschwindigkeit auf Kundenwünsche zu erhöhen.

Ein weiterer Erfolgsfaktor ist die Produktinnovation. Gerade im Beleuchtungsgeschäft wird der Wandel sehr intensiv erlebt. Energieeinsparung und der schonende Umgang mit Ressourcen sind ein Riesenthema geworden. Das Glühlampenverbot ist in Kraft und in relativ kurzer Zeit werden wir erleben, dass alles was glüht und leuchtet – und dabei zum größten Teil Wärme erzeugt – der Vergangenheit angehört. Neue Leuchtmittelkonstruktionen und neue elektronische Vorschaltgeräte sind die Antworten darauf.

Schichtstoffe (aus Sicht der Fachgruppe Dekorative Schichtstoffe)
Der gesamte europäische Markt für dekorative Schichtstoffe ist von der Folgen der Wirtschaftskrise betroffen. Die Fachgruppe Dekorative Schichtstoffplatten rechnet für 2009 mit einem Rückgang der Nachfrage von 10 % in Westeuropa und 11 % in Osteuropa. In Deutschland und den Benelux-Staaten geht man von einem Rückgang der produzierten Menge um 11,5 % aus. Mit minus 15 % hat vor allem der Export starke Einbußen zu verzeichnen. Aber auch der Binnenmarkt zeigt sich angeschlagen und verzeichnet ein Minus von 10 %. Ursächlich für diese Entwicklung sind deutliche Einbrüche auf den Haupt-Absatzmärkten für dekorative Schichtstoffe – dem Bau- und Möbelmarkt.

Für das Jahr 2010 prognostiziert die Fachgruppe dekorative Schichtstoffe einen Aufwärtstrend am Markt, da sowohl für den Bau- als auch für den Möbelsektor eine Erholung erwartet wird. Gerade Deutschland als eines der Länder mit dem größten Produktionsanteil von dekorativen Schichtstoffen wird davon profitieren. Allerdings zeichnet sich schon heute eine Veränderung des Marktes für dekorative Schichtstoffe ab: Ehemalige Importländer wie die Türkei und Russland beginnen sich mehr und mehr zu Exportländern zu entwickeln und verändern das Gesicht des Marktes.

Fronten (aus Sicht der Neelsen Holzbearbeitung GmbH)
Die derzeitige Situation der Zuliefererbranche in Ostwestfalen-Lippe kann als verhalten optimistisch bezeichnet werden. Im vergangenen Jahr hat es deutliche Umsatzeinbußen gegeben, welche die Gewinne der letzten Jahre aufgezehrt haben. Die Möbelindustrie war jedoch nicht in der Größenordnung betroffen wie viele andere Industriezweige.

Die Fertigungs-Losgrößen haben sich weiter verringert, der Preisdruck dagegen hat sich erhöht. Ursächlich dafür ist zum einen die Verkaufspolitik des Handels, der sich täglich mit Rabatten überbietet, die am Ende von Zulieferern und Herstellern bezahlt werden müssen. Zum anderen ist die Marktlage geprägt von Überkapazitäten, die erst bei einem signifikanten Zuwachs der Exporte abgebaut werden können. Eine solche Entwicklung ist angesichts der Weltwirtschaftslage derzeit aber noch nicht absehbar.

Von einer nachhaltigen Erholung der Zuliefererbranche kann man also wirklich noch nicht sprechen, eine Trendwende ist nicht vor 2011 zu erwarten. In einigen Produktionsbetrieben werden die Auswirkungen der Wirtschaftsflaute durch Kurzarbeit abgemildert, bei anderen werden kostenintensive Wochenendschichten runter gefahren.

Qualität, Flexibilität und Zuverlässigkeit sind auch in schwierigen Zeiten die richtigen Instrumente der heimischen Zulieferindustrie, um sich im internationalen Wettbewerb entsprechend stark zu positionieren.

Beschläge (aus Sicht des Unternehmens Würth)
Während die Zulieferer der Möbelindustrie im vergangenen Jahr mit starken Absatzrückgängen zu kämpfen hatten und sich die Lage nur langsam stabilisiert, ist die Situation im Innenausbau aufgrund des Konjunkturpaketes aus 2009 zum gegenwärtigen Zeitpunkt relativ entspannt. Die meisten Kunden von Würth, führender Zulieferer des Holzhandwerks, haben die Auftragsbücher bis weit über das 1. Quartal 2010 hinaus voll, das gibt Zuversicht für den Rest des Jahres.

Trotzdem ist heute jedes Unternehmen gefordert, einen schnellen Lieferservice sicherzustellen und flexibel auf Kundenwünsche zu reagieren. Die Geschwindigkeit der logistischen Kette ist neben der Produktinnovation ein entscheidender Faktor, sich im Wettbewerb zu behaupten. Darüber hinaus sind aktuell Ansätze von Veränderungen der Vorgehens- und Arbeitsweise im Handwerksbereich zu erkennen. Der Trend geht immer mehr in Richtung Endmontage kompletter Möbelteile durch den Beschläge-Lieferanten. Diese Entwicklung gilt es im Auge zu behalten, um kurzfristig darauf reagieren zu können.

Autor:
Holzi am 09. Feb. 2010 um 17:51 Uhr
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