Im Dschungel der Förderangebote ist es nicht leicht, den Überblick zu behalten



Jede Investition muss finanziert werden. Ganz gleich, ob es sich um die Gründung eines neuen oder den Ausbau eines bestehenden Unternehmens handelt. Erfreulicherweise gibt es in Deutschland zahlreiche Finanzierungsangebote, die von staatlichen Stellen, Institutionen, Regionen und Förderbanken angeboten werden. Einen Überblick der unterschiedlichen Fördermöglichkeiten – auch für kleine Finanzierungsvorhaben – liefert die D.A.S. Rechtsschutzversicherung.

Neue Mitarbeiter einstellen, in die IT investieren oder die Fertigung ausbauen: Investitionen beziehungsweise der Ausbau eines Unternehmens kosten Geld. Nicht immer reicht das eigene Kapital wie Rückstellungen oder einbehaltene Gewinne dafür aus. Daher nutzen viele Unternehmen Bankkredite oder Förderangebote. „Das trifft auch auf zukünftige Unternehmer zu, die den Schritt in die berufliche Selbstständigkeit wagen möchten“, ergänzt Michaela Zientek, Juristin der D.A.S. Rechtsschutzversicherung. Doch welche Angebote gibt es, für welche Vorhaben sind sie geeignet und welche Voraussetzungen müssen erfüllt sein?

Angebote gibt es viele…

Gründern, aber auch kleinen Unternehmen fällt es oft schwer, Kredite zu bekommen, weil ihre jeweilige Hausbank das Ausfallrisiko schwer einschätzen kann oder zu wenige Sicherheiten vorhanden sind. Daher hat der Staat eine ganze Reihe an Förderkrediten entwickelt, wie beispielweise das KfW-Startgeld. „Förderkredite sind Darlehen. Sie unterstützen bei Investitionen, die für Banken zu risikoreich sind“, erklärt die Rechtsexpertin der D.A.S. Meist bieten diese Kredite günstige Zinssätze mit langen Zinsbindungsfristen. Für die Anfangsjahre fallen häufig keine Tilgungsraten an. Allerdings ist die Auswahl der Förderbanken, die Förderkredite vergeben, sehr groß. Neben der bekannten KfW-Förderbank (ehemals Kreditanstalt für Wiederaufbau) bieten die einzelnen Bundesländer und die Europäische Union Förderkredite an. Einen aktuellen Überblick über die Förderprogramme des Bundes, der Länder und der Europäischen Union bietet das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie auf www.foerderdatenbank.de.

Kredit auch für kleinste Vorhaben

Gerade kleinen Betrieben fällt es oft schwer, liquide zu bleiben, wenn sie zum Beispiel das Material für einen größeren Auftrag vorfinanzieren müssen. „Bei kleineren Vorhaben ist eine Förderung über den Mikrokreditfonds Deutschland denkbar“, erläutert die D.A.S. Expertin. „Dieser Zusammenschluss von regionalen Finanzinstituten bietet Mikrokredite für Klein-, Kleinst- und junge Unternehmer. Die Kredithöhe liegt bei höchstens 20.000 Euro, mit einer Laufzeit von bis zu drei Jahren.

Das „Hausbank“-Prinzip

Trotz der Vielzahl der Angebote sollten sich Unternehmer bewusst sein, dass der Beantragungs- und Prüfprozess intensiv und mitunter zeitaufwendig ist. Michaela Zientek von der D.A.S. beschreibt den Ablauf: „Für die Förderkredite sind zwar die Förderbanken zuständig. Sie prüfen das Anliegen des Unternehmens und stehen ihm beratend zur Seite. Das Förderdarlehen selbst wird jedoch bei der Hausbank des Unternehmens beantragt – nach dem sogenannten ‚Hausbank‘-Prinzip‘.“ Die Hausbank ist die Bank oder Sparkasse, bei der das Unternehmen sein Geschäftskonto führt. Hat sich der Unternehmer für eine Förderbank entschieden, ist zunächst ein Businessplan notwendig. Dieses Konzept muss von der Qualifikation des Gründers oder des Unternehmens über die Geschäftsidee bis hin zu Fragen nach der Konkurrenzsituation, der Kundenzielgruppe oder der geplanten Werbung alles enthalten, was für das künftige Vorhaben von Bedeutung sein kann. Dabei müssen auch Zahlen, wie etwa langfristige Kosten- und Umsatzschätzungen präsentiert werden. Anschließend beginnt der Prüfungsprozess durch Haus- und Förderbank. Bewertet die Hausbank den Antrag im Rahmen ihres „Rating“-Verfahrens positiv, übernimmt die Förderbank den Antrag – und prüft oft erneut. Übrigens: Die Hausbank verlangt für die Prüfung meist einen geringen Prozentsatz des Kreditbetrages. „Wichtig ist es, dass Unternehmen früh anfangen, sich über potentielle Kredite zu informieren und ein schlüssiges Konzept für das geplante Projekt vorlegen können“, ergänzt die D.A.S. Expertin.

Autor:
Holzi am 17. Mai 2014 um 12:39 Uhr
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