Keine Kreditklemme für Häuslebauer



In wirtschaftlich unsicheren Zeiten achten viele Menschen vor allem auf die langfristige Wertstabilität ihrer Geldanlage. „Wer ein Haus baut, legt sein Geld so an, dass er auch im Alter noch sicher davon profitieren kann“, sagt der Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes Deutscher Fertigbau (BDF), Dirk-Uwe Klaas. Selbst genutztes Wohneigentum ist gleich in mehrfacher Hinsicht eine der sichersten Investitionen. Hinzu kommt, dass Baukreditnehmer gerade jetzt gute Bedingungen vorfinden. Es spricht also vieles dafür, dass ein Hausbau auch in Krisenzeiten eine gute Idee ist.

Zu kaum einer Anlageform haben die Deutschen mehr Vertrauen als zu den eigenen vier Wänden, wie Umfragen der Bausparkassen zeigen. So nannten zum Beispiel in einer Befragung im Auftrag der BHW Bausparkasse rund 60 Prozent aller 16- bis 29-jährigen Berufstätigen das Eigenheim als festes Ziel ihrer Zukunftsplanung und als ideale Form der Altersvorsorge. Und tatsächlich: Im Jahr 2008 zahlten Bausparer mehr als 100 Milliarden Euro in Neuverträge ein und damit trotz Konjunkturrückgang mehr als im Jahr zuvor. Die LBS-Gruppe meldete sogar mit rund 36 Milliarden Euro Bausparsumme das zweitbeste Ergebnis ihrer Geschichte.

Keine Kreditklemme für Häuslebauer

Umgekehrt haben auch die Banken nach wie vor großes Vertrauen in deutsche Häuslebauer, denn sie sind zuverlässige Schuldner. Eine Kreditklemme gibt es für private Bauherren nicht, ganz im Gegenteil: Die Baufinanzierung ist derzeit günstig zu haben, weil die Finanzkrise den Wettbewerb unter den Banken verschärft. Das drückt die Hypothekenzinsen, so dass Bauherren langfristige Kredite mit 20 Jahren Zinsbindung und 1 Prozent Tilgung für weniger als 5 Prozent Effektivzins erhalten können. Bei 10-jährigen Darlehen sind sogar unter 4 Prozent Effektivzins machbar. Top-Konditionen gibt es gewiss nur, wenn genügend Eigenkapital vorhanden ist. Über die nötige Kapitalquote - es sollten etwa 20 Prozent sein - verfügen aber laut einer Studie der Deutschen Bank mehr Bauinteressenten als angenommen. Viele unterschätzen, wie viel Eigenheim sie sich tatsächlich leisten können.

Kreditnehmer profitieren von steigender Inflation

Wohneigentum ist vor allem deshalb krisensicher, weil es unabhängig von Wertpapier- oder Devisenkursen ist. Wer ein Haus finanziert, kann sogar von der Geldentwertung profitieren. Denn so schlecht eine hohe Inflationsrate für Guthaben ist, so günstig wirkt sie sich auf den Schuldenstand aus. Auch ein Kredit verliert nämlich bei steigender Inflation an Gegenwert. Nimmt man an, dass mit den Verbraucherpreisen auch die Löhne steigen, lässt sich die Restschuld mit den Jahren immer leichter zurückzahlen. Ganz unwahrscheinlich ist dieses Szenario nicht, erwartet doch zum Beispiel der Wirtschaftswissenschaftler Thomas Straubhaar eine Inflationsrate zwischen fünf und zehn Prozent pro Jahr für die Zeit nach 2010.

Wohneigentum lohnt sich im Alter

Wer im eigenen Haus wohnt, steht vor allem im Rentenalter besser da als ein Mieter. Insgesamt beansprucht das Wohnen einen immer größeren Anteil der Lebenshaltungskosten: Etwa ein Viertel ihres Nettoeinkommens müssen deutsche Haushalte heute im Durchschnitt für die Bruttokaltmiete aufwenden. Laut Statistischem Bundesamt verringert sich dieser Anteil aber bei Hauseigentümern im Lauf der Jahre bis auf etwa 10 Prozent im Rentenalter. Mieterhaushalte müssen dagegen nach dem 65. Lebensjahr fast 30 Prozent ihrer Rente für die Wohnkosten ausgeben. Die Summe, die eine Familie über Jahrzehnte hinweg an den Vermieter überweist, entspricht nicht selten dem Wert eines eigenen Hauses. In der Praxis ist die große Mehrheit der Eigentümerhaushalte beim Eintritt ins Rentenalter schuldenfrei und kann die Pension für andere Zwecke ausgeben.

Der Job ist weg - das Eigenheim bleibt

Und selbst bei einem Verlust des Arbeitsplatzes, bei dauerhafter Erwerbsminderung oder einer zu geringen Rente stehen Wohneigentümer oft besser da als Mieter. Denn im Gegensatz zu Aktien oder Lebensversicherungen wird ein angemessen großes Eigenheim in der Regel nicht auf die Grundsicherung angerechnet. Geldvermögen muss dagegen laut Sozialgesetzbuch zunächst verwertet werden, bevor ein Leistungsanspruch besteht.

Der Bundesverband Deutscher Fertigbau im Internet: www.bdf-ev.de

Autor:
Holzi am 11. Mär. 2009 um 10:32 Uhr
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Comments

Leider stimmt das mit dem günstigen Wohnen im Alter nur bedingt und leider trifft es für viele nicht zu.
Nur wer von Anfang an Rücklagen gebildet hat, kann im Alter dann anfallende Reparatur- und Modernisierungsarbeiten bezahlen, für alle andern wird es sehr sehr eng.
Doch wer bildet schon konsequent Rücklagen, oft kann man dies während der Tilgungsphase gar nicht leisten und viele denken einfach nicht daran.

herbert um 11:40 Uhr

Hi Herbert,
man geht ja auch davon aus das man dann keinen Abtrag mehr hat bevor man 60 Jahre alt wird, was sicher bei den meisten auch nicht der Fall sein wird. Viele werden auch noch mit 70Jahren was an dem Haus bezahlen. Aber es geht ja auch um den Grundsatz das man mit Wohneigentum günstiger weg kommt, als mit Miete, wobei ich mal befürchte das das nur bedingt zutrift.

MfG

Michael Finger
Holztechniker

Statistik->Die einzige Wissenschaft, bei der verschiedene Experten aus denselben Zahlen unterschiedliche Schlüsse ziehen können.
– Evan Esar (1899-1995), amerikanischer Humori

Holzi um 19:02 Uhr

[...] im Handel als auch im Bauhauptgewerbe sank die Kredithürde. Während sie im Handel um nur 0,6 Prozent auf nunmehr 22,2 Prozent sank, gab [...]

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