Kurzumtriebsplantagen, Energielieferanten mit Zukunft?



Der Anteil erneuerbarer Energien in Deutschland steigt stetig. Im Jahr 2015 wurden laut Umweltbundesamt 12,6 Prozent des Primärenergieverbrauchs durch erneuerbare Energien gedeckt. Biomasse aus nachwachsenden Rohstoffen gilt als ein äußerst vielseitiger Energieträger. Aus ihr lassen sich feste, flüssige und gasförmige Zwischenprodukte gewinnen. Sie werden dabei in Wärme, Biokraftstoffe oder Strom umgewandelt. Neben energiereichen Pflanzen zählen auch Stroh und Holz zu den nachwachsenden Rohstoffen, die als Energielieferanten für biogene Wärme zum Einsatz kommen.

Für die Hackschnitzelherstellung sind schnell wachsende Baumarten aus Kurzumtriebsplantagen (KUP) geeignet. Gehölze wie Weiden und Pappeln werden reihenförmig auf Ackerland angepflanzt und alle drei bis fünf Jahre maschinell geerntet. Skandinavien, aber auch Polen, Italien und Großbritannien zählen zu den Vorreitern der „Feldholzenergie“ in Europa. In Deutschland gilt derzeit diese Form der „Energiewälder“ mit rund 7.000 ha Anbaufläche hingegen noch als Nische. Doch mit der spürbar zunehmenden Energieholznachfrage steigt auch das Interesse an den KUP.

Beste Voraussetzungen für eine plantagenartige Anpflanzung von Energieholz dieser Art bieten laut Erfahrungen von Praktikern Standorte mit einer sehr guten Wasserversorgung: mindestens 750 mm Jahresniederschlag und/oder einer entsprechenden Grundwassernähe. Die Pflanzung erfolgt von April bis Mai. Weiden gelten als robuster als Pappeln und sind preisgünstiger. Sie benötigen jedoch mehr Wasser und sollten nach ihrer Frostresistenz ausgewählt werden. Bei der Anlage von KUP werden vor allem im ersten Jahr mechanische oder chemische Pflanzenschutzmaßnahmen gegen verdämmende Begleitflora erforderlich, ab dem zweiten Jahr sind weitere Pflegemaßnahmen aufgrund des starken Wachstums im Grunde nicht mehr nötig.

Nach dem ersten Schnitt sind weitere Pflanzenschutzmaßnahmen nicht erforderlich, denn der im Boden verbleibende Wurzelstock hat die Fähigkeit zum Stockausschlag und der Wiederaustrieb ist sehr durchsetzungsstark (mit Jahrestrieben von bis zu 2 m Höhe). Der Winter gilt als optimaler Erntezeitpunkt, möglichst bei Frost, da nach dem Blattabfall ein großer Teil der Nährstoffe auf den Feldern verbleibt und für den nächsten Austrieb zur Verfügung steht.

Zwischen zehn und 20 Tonnen Trockensubstanz pro Jahr und Hektar sind bei dieser extensiven Anbauform unter guten bis sehr guten Bedingungen realisierbar. Die Konkurrenzfähigkeit von Feld- gegenüber Waldholz wird mittelfristig wohl noch steigen. Denn je knapper die Waldreserven, desto attraktiver das Agrarholz.

Autor:
Holzi am 07. Apr. 2016 um 08:13 Uhr
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