Mehr Eigenverantwortung statt mehr Staat



Chancengerechtigkeit und Leistungsgerechtigkeit statt Verteilungsgerechtigkeit, fordert Otto Kentzler, Präsident des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks (ZDH), in einem Gastkommentar für die „Tagespost“ Würzburg (23. Februar 2010).

Der Staat mischt sich in unser aller Leben ein, regelt zuviel bis ins Detail. Viele Bürger geben daher die Eigenverantwortung ab – an den Staat. Auf der anderen Seite versuchen sie, Schwachstellen des Staats zum eigenen Vorteil auszunutzen.

Die Finanzjongleure verschafften sich mit Gier und Skrupellosigkeit Reichtum. Investoren und Manager dachten an Aktienkurse, nicht an Arbeitsplätze. Hunderte reiche Deutsche überzogen es bei der „Steuergestaltung“, haben nun zu Recht Angst vor Entdeckung ihrer Auslandskonten.

Schwachstellen des Staates nutzen aber auch Schwarzarbeiter. Oder Empfänger staatlicher Leistungen. Zusammengenommen geht es hier um Milliarden Euro, auch wenn der Einzelne vielleicht nur einige hundert Euro erschwindelt.

"Das tut man nicht" – die Verständigung über allgemein akzeptierte Werte jenseits aller gesetzlichen Regelungen hat in der Gesellschaft spürbar abgenommen. Als moralisch gilt vielen offenbar nur, was rechtlich geregelt ist.

Wir brauchen einen neuen Werte-Konsens in Gesellschaft, Wirtschaft und Politik, der der persönlichen Verantwortung wieder den Stellenwert einräumt, der ihr zukommt. Im Kleinen wie im Großen.

Wir müssen uns auf die grundlegenden Begriffe unserer Wirtschafts- und Gesellschaftsordnung neu verständigen: Freiheit, Gerechtigkeit, Solidarität.

„Freiheit“ heißt Freiheit zur Verantwortung. Staat und Gesellschaft müssen zur Freiheit in Verantwortung befähigen. Grundlage dafür sind Bildung und Ausbildung. Sie schaffen Chancengerechtigkeit. Und wir brauchen Leistungsgerechtigkeit. Beides steht im Gegensatz zur Verteilungsgerechtigkeit, die derzeit die Diskussion bestimmt.

Jeder Einzelne muss zunächst einmal die Verantwortung für sich selbst, seine Familie und die Nachbarschaft übernehmen (können) – erst dann darf er in letzter Instanz den Staat in Anspruch nehmen.

Natürlich ist es nicht einfach, in einer Zeit größter Verunsicherung mehr Eigenverantwortung in der Gesellschaft zu fordern. Aber Wohlstand, soziale Sicherheit und gesellschaftlichen Zusammenhalt können wir nur erhalten, wenn wir zurückkehren zu den Wurzeln unserer Sozialen Marktwirtschaft. Viele handwerkliche Familienbetriebe beweisen Tag für Tag, dass wirtschaftlich erfolgreiches Handeln und die Übernahme gesellschaftlicher Verantwortung zusammenpassen. Im Handwerk gehört es schon immer zum Ethos, „mit Anstand“ Geld zu verdienen.

Autor:
Holzi am 24. Feb. 2010 um 14:44 Uhr
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