Neue Praesidenten für die Spitzenverbaende



Die Spitzenverbände der deutschen Holz - und Möbelindustrie haben heute in Frankfurt einstimmig ihre neuen Präsidenten gewählt: Johannes Schwörer führt künftig den Hauptverband der Deutschen Holzindustrie (HDH) und Elmar Duffner den Verband der Deutschen Möbelindustrie (VDM).

Damit haben die Branchenvertretungen die Nachfolge des verstorbenen Helmut Lübke, der beide Verbände als Präsident führte, entschieden. Die zukünftige Trennung der beiden Ämter stärkt den baunahen Bereich im HDH: Der Spitzenverband der Holzindustrie in Deutschland werde auf diese Weise wieder einen höheren Stellenwert und eine höhere Eigenständigkeit erhalten, sagte der Hauptgeschäftsführer von HDH und VDM, Dirk-Uwe Klaas.

Johannes Schwörer leitet die Firma Schwörer-Haus im schwäbischen Oberstetten, die mit 1.700 Mitarbeitern und einem Jahresumsatz 2007 in Höhe von 250 Millionen € zu den größten deutschen Herstellern von Holzfertighäusern zählt. Zur Unternehmensgruppe gehören unter anderem auch ein Sägewerk sowie ein Holzveredelungsbetrieb. Johannes Schwörer ist 41 Jahre alt, verheiratet und hat drei Kinder. Der Jurist engagiert sich ehrenamtlich in der IHK Reutlingen. Erklärtes Ziel des neuen HDH-Präsidenten ist es, der Holzindustrie in Deutschland ein stärkeres Gewicht zu geben. Unter anderem kündigte Schwörer an, sich für ein Innovationsförderprogramm für die Holzbranche einzusetzen. „Wir müssen die Interessen der Weiterverarbeiter von Holz in Deutschland stärker bündeln und die Entscheider zusammen führen. Wir müssen die Rahmenbedingungen für Unternehmer und Unternehmen verbessern“, so Schwörer. Auch will er die Zerfaserung und Zersplitterung im Verbändewesen innerhalb der Holzwirtschaft zurückfahren und Kräfte stärker bündeln. Dies würde Kosten einsparen helfen und Strukturen sinnvoller und einfacher machen.

Elmar Duffner ist Geschäftsführer der Poggenpohl Möbelwerke im westfälischen Herford, die zur schwedischen Nobia-Gruppe gehört und zu den führenden deutschen Küchenherstellern zählt. Er ist 47 Jahre alt, verheiratet und hat drei Kinder. Der gebürtige Badener aus dem Hochschwarzwald ist seit 2004 Vorstandsmitglied des Verbandes der deutschen Küchenmöbelindustrie (VdDK) sowie seit 2006 Vorsitzender des Verbandes der Holz- und Kunststoffindustrie (VHK), Westfalen-Lippe. Ein wichtiges Anliegen Duffners ist die Internationalisierung der deutschen Möbelindustrie. Die Branche sei traditionell zu stark auf den deutschen Markt fokussiert, betont der VDM-Präsident. Duffner kündigte an, das Exportgeschäft verstärkt in den Fokus zu nehmen, um die Abhängigkeit vom Inlandsmarkt zu verringern. Dabei bleibt die Internationale Möbelmesse in Köln nach dem Willen des neuen Präsidenten der Möbelindustrie weiterhin die zentrale Plattform der Branche. „Der VDM steht ohne Wenn und Aber zur imm cologne und hat ein nachhaltiges Interesse an einer Stärkung des Messestandortes Köln“, sagte Duffner.

Zu Vize-Präsidenten des HDH wurden Ludwig Hüls (hülsta-Werke) und Dr. Joachim Brunswicker (Röchling Engineering Plastics) gewählt. Weiterhin gehören dem Präsidium Helmut Hirner (Waldner Holding), Manfred Sitz (Steinway & Sons), Uwe Rehfeld (Reni-Verbundsysteme) und Annelie Ruddies-Warwitz (burgbad) an.

Lüdwig Hüls (hülsta-Werke) und Michael Stiehl (Rauch Möbelwerke) wurden in ihren Ämtern als Vize-Präsidenten des VDM bestätigt. Die weiteren Präsidiumsmitglieder sind Elko Beeg (Sachsenküchen), Dr. Fritz Böllhoff (Gebr. Nehl), Dr. Imaan Bukhari (fm Polstermöbel Munzer), Thomas Jungjohann (Erpo), Wolfgang Kettnaker (Kettnaker), Jan Paschen (Paschen & Companie), Dr. Günter Scheipermeier (Nobilia), Karl Sommermeyer (Himolla), Dr. Rainer Maria Wagner (Topstar) und Markus Wiemann (Oeseder Möbelindustrie) an.

Die gesamte deutsche Holz- und Möbelindustrie hat im ersten Halbjahr 2008 einen Umsatz von 15,8 Milliarden Euro und damit rund 170 Mio. € mehr als im Vorjahreszeitraum erzielt. Die 1.000 Herstellerbetriebe beschäftigten im ersten Halbjahr rund 152.000 Mitarbeiter und damit ca. 500 Männer und Frauen mehr als noch vor einem Jahr. Die Möbelindustrie lag mit einem um branchenfremde Anteile bereinigten Umsatz von 8 Milliarden Euro im ersten Halbjahr 2008 um 4,3 Prozent über dem Vorjahreswert. Die Zahl der Betriebe ging im gleichen Zeitraum leicht auf 502 Unternehmen zurück. Insgesamt beschäftigt die deutsche Möbelindustrie rund 83.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Die rund 440 Betriebe des Holzgewerbes setzten im ersten Halbjahr 2008 insgesamt 7,3 Mrd. € um und damit 180 Mio. € als im Vorjahreszeitraum. Die Zahl der Beschäftigten stieg jedoch um 455 auf 61.097 Personen.

Autor:
Holzi am 11. Sep. 2008 um 09:21 Uhr
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